Heilbronner Stimme: Das Gift des Terrors - Kommentar von
Hans-Jürgen Deglow zum Anschlag in Barcelona
ID: 1521583
Angst, über die Flaniermeile, auf der Menschen entspannt einen
Cortado genießen, Kinder umherlaufen, Liebespaare flirten und niemand
an den Tod denkt. Für eine lange Zeit wird der Terror hier die
Leichtigkeit und Unbeschwertheit dieses wundervollen Boulevards
verdrängen. Wieder müssen wir uns in Erinnerung rufen, was der Terror
will. Wie nach London, wie nach Nizza und nach dem Breitscheidplatz.
Er will unsere Lebens-Art und Lebens-Lust vernichten. Und er soll
unsere Herzen verschließen.
Unerträglich die Bilder, die aus Barcelona um den Globus gehen.
Wir dürfen nicht verdrängen, nicht wegschauen, nicht abstumpfen. Zu
Wort meldete sich die Bürgermeisterin von Paris. Wir erinnern uns an
den Horror im Bataclan, an den Anschlag auf die Redaktion von Charlie
Hebdo. Anne Hidalgo erklärte nun: "Barcelona und Paris sind Städte
des Teilens, der Liebe und der Toleranz. Diese Werte sind stärker als
dieser abscheuliche und feige Terrorismus."
Es geht um Werte. Der Terror kämpft gegen unsere freiheitliche,
aufgeklärte Gesellschaft. Und er kann jeden und überall treffen. Die
bittere Erkenntnis ist: Gegen Anschläge mit Lastwagen, Messern oder
Beilen können wir uns nicht schützen.
Was wir aber schützen und bewahren können, ist unsere Einstellung,
unsere Offenheit. Und Hass ist nicht nur radikal-islamistisch. In den
USA erleben wir, wohin rechtsradikaler Hass führt. Das Land muss nun
auch Feinde von Innen fürchten. Denn, dass ein weißer Rassist mit
seinem Auto in eine Menschenmenge fährt, ist ebenso ein Akt des
Terrors.
Wir dürfen nicht zulassen, dass das Gift des Terrors wirkt. Wenn
man die Ramblas etwas heruntergeht und den Blick hebt, so sieht man
das Meer, die blaue, ruhige Weite.
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Datum: 17.08.2017 - 22:25 Uhr
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