NABU: Die Hälfte für die Natur - 50 Prozent der deutschen Meeresschutzgebiete müssen nutzungsfrei

NABU: Die Hälfte für die Natur - 50 Prozent der deutschen Meeresschutzgebiete müssen nutzungsfrei bleiben

ID: 1521909
(ots) - Um auf die bedrohte Vielfalt in den heimischen Meeren
aufmerksam zu machen, ist der NABU unterwegs auf einer zehntägigen
Segelreise durch die Nord- und Ostsee. Zur Halbzeit der "NABU macht
Meer-Tour" machte die Crew des Traditionsseglers "Ryvar" am heutigen
Samstag in Kiel fest. Dort stand die Debatte um die Zukunft der
deutschen Meeresschutzgebiete im Mittelpunkt. "Mindestens 50 Prozent
der Fläche der ausgewiesenen Meeresschutzgebiete Deutschlands müssen
der Natur vorbehalten sein. Sonst können wir den zunehmenden Verlust
der Artenvielfalt nicht stoppen. Es ist unerträglich, dass dort wo
Schweinswale, Rochen und seltene Seevögel eine sichere Zuflucht
finden sollen, tausende Schiffe fahren, Rohstoffe abgebaut und mit
Grundschleppnetzen und Stellnetzen gefischt werden darf", sagte
NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Bei einer öffentlichen
Podiumsdiskussion vor dem Kieler Landtag diskutierte der NABU mit dem
Staatssekretär des Bundesumweltministeriums Jochen Flasbarth und
Vertretern des Landesumweltministeriums und des
Deutschen-Segler-Verbands.

Etwa 45 Prozent der deutschen Nord- und Ostsee stehen unter dem
Schutz von Natura 2000. Dazu zählen die Meeresschutzgebiete nach
Fauna-Flora-Habitat- und Vogelschutz-Richtlinie. Doch bis heute
stehen viele der bereits vor mehr als zehn Jahren ausgewiesenen
Flächen nicht unter rechtlich-verbindlichem Schutz und haben kein
regulierendes Management, welches die Artenvielfalt wirklich sichert.
"Es ist traurig, dass erst ein Blauer Brief und ein
Vertragsverletzungsverfahren aus Brüssel dazu führen, dass Bewegung
in die Umsetzung des marinen Natura-2000-Netzwerkes kommt. Wir haben
viel Zeit verloren und immer wieder blockieren sektorale
Wirtschaftsinteressen und einzelne Ministerien dringend notwendige
Meeresschutzmaßnahmen", kritisierte Kim Detloff,


NABU-Meeresschutzexperte. Nach aktueller Roter Liste gelten ein
Drittel der Arten und Lebensräume in Nord- und Ostsee als gefährdet.

Neben der Diskussion um die Zukunft der Meeresschutzgebiete ging
aus Kiel ein weiteres Signal zum Schutz von Nord- und Ostsee aus. In
einem Schiffskorso segelten Aktive des Deutschen-Segler-Verbands, des
Deutschen Kanu-Verbands und des Verbands Deutscher Sporttaucher
gemeinsam mit dem NABU und der "Ryvar" am Kieler Landtag ein. Das
Bild steht für das Engagement der Verbände gegen die zunehmende
Vermüllung der Meere, Flüsse und Seen. Auf der gemeinsamen
Internetplattform www.gewässerretter.de können Müllfunde gemeldet,
Reinigungsaktionen organisiert und nützliche Tipps zur Müllvermeidung
abgerufen werden.

Hintergrund

Die Kieler Aktionen sind Teil der "NABU macht Meer"-Segeltour vom
15. bis 25. August. Entlang der Route von Warnemünde über Fehmarn,
Kiel, Husum, Cuxhaven bis nach Hamburg macht der NABU auf die
faszinierende und gleichermaßen bedrohte Vielfalt an unseren Küsten
aufmerksam. Mit an Bord der "Ryvar" sind Wissenschaftler des
Instituts für Technische und Angewandte Physik Oldenburg und der
Universität Magdeburg-Stendal, die Untersuchungen zu Mikroplastik und
Unterwasserschallbelastung durchführen.

Mehr Informationen zur "NABU macht Meer" Segeltour:
www.nabumachtmeer.de

Mehr informationen zu Meeresschutzgebieten:
www.NABU.de/meeresschutzgebiete

Mehr Informationen zum Thema Plastik: www.meere-ohne-plastik.de

Kostenfreie Pressebilder unter:
www.NABU.de/pressebilder_nabumachtmeer



Pressekontakt:
Dr. Kim Detloff, NABU-Leiter Meeresschutz, mobil an Bord erreichbar
unter +49 (0)152.09202205

NABU-Pressestelle
Kathrin Klinkusch | Iris Barthel | Britta Hennigs | Nicole Flöper
Tel. +49 (0)30.28 49 84-1510 | -1952 | -1722 | -1958
Fax: +49 (0)30.28 49 84-2000 | E-Mail: presse@NABU.de

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Datum: 19.08.2017 - 14:00 Uhr
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