Neue Westfälische (Bielefeld): Verhandlungen über die Zukunft von Air Berlin
Wahlkämpfer spielen Unternehmer
Dieter Wonka, Berlin
ID: 1523092
brachte die zeitweilig zur "Fanhansa" umgewidmete Lufthansa 2014 die
Weltmeisterjungs aus Brasilien zurück. Damals waren die WM-Champions
und der Kranich Teil eines nationalen Wohlgefühls. Heute verhalten
sich Berlins Regierungsmanager so, als bräuchte man schon morgen
wieder einen deutschen Siegerflieger. Vielleicht, um bei Trump in
Washington gegen dessen Linie "America first" zu protestieren? Doch
das wäre verlogen, denn die deutsche Antwort auf den Fall Air Berlin
ist nichts anderes als Trumpismus. Kurz vor Ultimo spielen
Wahlkämpfer wieder einmal Unternehmer, indem sie sich für eine
Übernahme durch die Lufthansa stark machen. Dabei liegt der
staatliche Lufthansa-Anteil bei Null Prozent, für Repräsentatives
steht die Flugbereitschaft zur Verfügung und für dirigistische
Eingriffe fehlt der Regierung eigentlich jede Lizenz. Ein einziges
Mal hat sich Angela Merkel in ihrer Karriere als kompromisslose
Marktwirtschaftlerin positioniert. Damals forderte sie die unsoziale
einheitliche "Kopfprämie" für den Gesundheitsbereich statt
einkommensabhängiger Kassenbeiträge. Ein kleiner Wink der Wähler
genügte, um sie vom Neoliberalismus wegzubringen. Geblieben ist die
Vorliebe für verkapptes unternehmerisches Handeln unter dem
Deckmantel sozialer Marktwirtschaft. Da ähnelt sie in Wahrheit dem
Ex-Kanzler der Bosse mit SPD-Parteibuch. Als Helfer des
Pleiteunternehmens Holzmann ist Gerhard Schröder damals gescheitert,
weil der Markt siegte. Das wird Merkel schon deshalb erspart bleiben,
weil es am Himmel seit Jahren keinen funktionierenden Markt gibt. Man
könnte also argumentieren, die Deutschen wären schön blöd, würden sie
die Filetteile der Pleite-Airline kampflos der Konkurrenz überlassen.
Gewinner wären Linien, die ohne Skrupel im nationalen Auftrag
unterwegs sind und hinter denen Scheichs oder andere Regierungen
stehen. Verlierer wären die Belegschaften, denen nur die
Selbstausbeutung bliebe. Wenn sich also Merkel und Co. für Lufthansa
und gegen den Wettbewerb ins Zeug legen, dann sollten sie liefern.
Und das wird teuer. Sie müssten den Beschäftigten ein Einkommen über
den Mindestlöhnen von Linien wie Easyjet garantieren. Das aber können
sie nicht, weil Lufthansa selbst einen Großteil seines Gewinns durch
eigene Billigfluglinien erwirtschaftet. Vielleicht wäre es Zeit für
die Politik, ein mutiges Exempel zu statuieren.
Pressekontakt:
Neue Westfälische
News Desk
Telefon: 0521 555 271
nachrichten@neue-westfaelische.de
Original-Content von: Neue Westf?lische (Bielefeld), übermittelt durch news aktuell
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 23.08.2017 - 21:10 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1523092
Anzahl Zeichen: 2914
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Bielefeld
Kategorie:
Politik & Gesellschaft
Diese Pressemitteilung wurde bisher 378 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Neue Westfälische (Bielefeld): Verhandlungen über die Zukunft von Air Berlin
Wahlkämpfer spielen Unternehmer
Dieter Wonka, Berlin"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Neue Westfälische (Bielefeld) (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Hunderte Tankstellen in Nordrhein-Westfalen verstoßen gegen die gesetzliche Spritpreisregel - doch geahndet wird bislang kein einziger Fall. Seit Anfang April wurden in NRW insgesamt 2.634 unzulässige Preiserhöhungen durch 447 Tankstellen registriert, wie aus einer Analyse von Daten des Bundeskar
Verdi-Chef Werneke: AfD hätte bei uns keine Chance ...
Bielefeld. Verdi-Chef Frank Werneke sieht derzeit keinen wachsenden Einfluss der AfD auf die Gewerkschaften im Land. Auf die Frage im Interview mit der "Neuen Westfälischen" (Bielefeld), ob der Einfluss der AfD auch in Gewerkschaften zunehme, sagt Werneke: "In den Gewerkschaften nich
Verdi-Chef sieht Angriff auf alle Bereiche des Sozialstaats ...
Bielefeld. Der Chef der Vereinigten Dienstleistungsgesellschaft Verdi, Franke Werneke, warnt davor, Reformen auf dem Rücken der Beschäftigten durchzusetzen. "Es gibt gerade einen Angriff auf praktisch alle Bereiche des Sozialstaats - auf Arbeitnehmerrechte, Kündigungsschutz, Lohnfortzahlung
Weitere Mitteilungen von Neue Westfälische (Bielefeld)
Neue Westfälische (Bielefeld): Erneute Diskussion um die Erbschaftsteuer Die soziale Frage bleibt Matthias Bungeroth ...
Im Oktober vergangenen Jahres wurde die Erbschaftsteuer reformiert. Das zuvor entstandene steuerrechtliche Vakuum über fast zwei Jahre hat dazu geführt, dass erhebliche Unternehmensvermögen steuerfrei übertragen wurden. Laut einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung beka
Rheinische Post: Kommentar: Kampf gegen Fake News ...
Wer die Präsidentschaftswahlen in den USA oder in Frankreich erlebt hat, dürfte die Bedeutung manipulierter Nachrichten im Internet, Fake News, nicht unterschätzen. Acht der zehn meistgeteilten Geschichten über Angela Merkel im sozialen Netzwerk Facebook sind verfälscht oder erfunden. In ei
Rheinische Post: Kommentar: Vor dem Verbot ...
Es kommt, es kommt nicht, es kommt - nach dem 24. September, wenn die Autoindustrie nicht nachrüstet. Ein Fahrverbot für Millionen Dieselfahrzeuge. Vor der Wahl wird die Bundesregierung Millionen Dieselfahrer - und Wähler - nicht mehr erschrecken. Aber Bundesumweltministerin Barbara Hendricks
Rheinische Post: Kommentar: Das fragwürdige Taktieren bei Air Berlin ...
Es ist gut, dass der Gläubigerausschuss von Air Berlin sich noch etwas Zeit nehmen will, um über Teilverkäufe zu entscheiden. Das Unternehmen kann nicht einfach nach dem Willen von Lufthansa zerlegt werden. Dafür ist die Zukunft des deutschen Luftverkehrs zu wichtig. Dabei muss an zwei MerkwÃ




