Nach Kritik von foodwatch: Lebensmittel-Lobby verbreitet in der Debatte um Zuckerkonsum undÜbergewicht erneut Falschaussagen
ID: 1524891
Lebensmittelindustrie täuschen die Öffentlichkeit erneut mit falschen
Aussagen über Zucker und Übergewicht. Die Deutschen würden "heute
nicht mehr, sondern eher weniger Kalorien aufnehmen als früher",
erklärte die Wirtschaftliche Vereinigung Zucker (WVZ) in einer
schriftlichen Reaktion auf die sieben größten "Zucker-Mythen" der
Lebensmittelindustrie, die die Verbraucherorganisation foodwatch
heute veröffentlichte. Der Spitzen-Lobbyverband der
Lebensmittelwirtschaft (BLL) äußerte sich gleichermaßen. Beide
Lobbyverbände beziehen sich auf Zahlen der Universität Gießen und des
Max Rubner-Instituts. Diese Zahlen seien jedoch aus "methodischen
Gründen" gar nicht miteinander vergleichbar, erklärte das Max
Rubner-Institut gegenüber foodwatch. "Die Schlussfolgerung (...) kann
nicht aus den Ergebnissen gezogen werden", so das Institut. Die
Wirtschaftliche Vereinigung Zucker hatte ihre Falschaussage zuvor in
einem Rundschreiben an Abgeordnete des Deutschen Bundestags
verbreitet.
"Die Lebensmittelindustrie lügt wie gedruckt. Mit wiederholten
Falschaussagen verschleiert sie die Gefahren von Zucker und blockiert
wichtige gesundheitspolitische Initiativen. Die Lobbyverbände sollten
bei den Fakten bleiben und ihre Falschaussagen zurücknehmen",
forderte Oliver Huizinga, Leiter Recherche und Kampagnen von
foodwatch.
In ihrer Stellungnahme verbreitete die Wirtschaftliche Vereinigung
Zucker noch weitere Unwahrheiten, die foodwatch zuvor als Mythen
entlarvt hatte. So erklärt der Lobbyverband, Zucker sei "kein
Dickmacher und deswegen auch kein Risikofaktor für
Zivilisationskrankheiten". Das widerspricht unter anderem der
Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO), wonach "eine
höhere Aufnahme freier Zucker die Nährstoffqualität" bedrohe, "was zu
einer ungesunden Gewichtszunahme und einem erhöhten Risiko von
Adipositas" und anderen Krankheiten führe. Auch die Aussage der
Wirtschaftlichen Vereinigung Zucker, eine "Regulierung des
Zuckerkonsums" könne "nicht der richtige Ansatz sein, Karies
vorzubeugen", bezeichnete foodwatch als falsch und verwies auf die
Worte von Dietmar Oesterreich, Vizepräsident der
Bundeszahnärztekammer: "Zuckerreduktion bedeutet Kariesreduktion".
foodwatch kritisierte, dass in der Debatte um Übergewicht und
Zucker zahlreiche Falschaussagen verbreitet würden. Das treffe sowohl
auf führende Vertreter der Lebensmittelwirtschaft als auch auf
Spitzenpolitiker wie Bundesernährungsminister Christian Schmidt zu.
Dieser behauptete etwa in einer ARD-Talkshow, dass jeder Mensch
Zucker brauche. Tatsache ist: Es gibt keinen Bedarf, Zucker als
Lebensmittel aufzunehmen. Das menschliche Gehirn benötigt zwar eine
bestimmte Menge an Glukose am Tag. Der Körper ist jedoch in der Lage,
diese Glukose beispielsweise aus Stärke aufzuspalten, die etwa in
Brot und Nudeln enthalten ist.
Rund ein Viertel der Erwachsenen in Deutschland - 23 Prozent der
Männer und 24 Prozent der Frauen - ist laut Robert-Koch-Institut
fettleibig (BMI über 30). Adipositas bei Kindern sowie Erwachsenen
hat in den vergangenen Jahrzehnten stark zugenommen. Das verursacht
nicht nur individuelles Leiden der Betroffenen, sondern auch
erhebliche gesamtgesellschaftliche Kosten: Allein durch Adipositas
entstehen in Deutschland jährlich etwa 63 Milliarden Euro
Folgekosten. Die WHO und die OECD sprechen von einer "globalen
Adipositas-Epidemie". Ein Zusammenschluss von deutschen
Fachgesellschaften warnt vor einem "Tsunami chronischer Krankheiten",
denn Adipositas erhöhe nachweislich das Risiko für die Entstehung von
zahlreichen chronischen Krankheiten, darunter Herzkrankheiten,
Typ-2-Diabetes sowie diverse Krebsarten.
Link:
- E-Mail-Aktion Zucker-Mythen: http://zucker.foodwatch.de
Quellen und weiterführende Informationen:
- Die sieben größten Mythen über Zucker und Fehlernährung:
www.zucker-mythen.foodwatch.de
- Schriftliche Korrespondenz zwischen foodwatch und dem Max-Rubner
Institut: www.tinyurl.com/y75hc7al
- WHO zu Zucker als Risikofaktor:
www.who.int/elena/titles/free-sugars-adults-ncds/en/
- Bundeszahnärztekammer zu Zuckerreduktion:
http://ots.de/bVsCI
- Stellungnahme der Wirtschaftlichen Vereinigung Zucker:
www.tinyurl.com/yarrdorf
- Stellungnahme des Lobbyverbands der Lebensmittelindustrie (BLL):
http://ots.de/xpvwG
Pressekontakt:
foodwatch e.V.
Dario Sarmadi
E-Mail: presse@foodwatch.de
Tel.: +49 (0)30 / 24 04 76 - 2 90
Original-Content von: foodwatch e.V., übermittelt durch news aktuell
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 30.08.2017 - 15:47 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1524891
Anzahl Zeichen: 5173
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Berlin
Kategorie:
Gesundheitswesen - Medizin
Diese Pressemitteilung wurde bisher 280 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Nach Kritik von foodwatch: Lebensmittel-Lobby verbreitet in der Debatte um Zuckerkonsum undÜbergewicht erneut Falschaussagen"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
foodwatch e.V. (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Die Monopolkommission stellt in seinem heute veröffentlichten Sondergutachten eine wachsende Konzentration des Lebensmitteleinzelhandels fest, mit spürbaren Folgen für Verbraucher:innen und Erzeuger:innen. Dazu erklärt Dr. Chris Methmann, Geschäftsführer der Verbraucherorganisation foodwatch:
foodwatch gewinnt Rechtsstreit gegen dm: "Immun-Smoothie" für Kinder ist irreführend ...
Die Drogeriekette dm darf einen Obst-Quetschie nicht weiter als "Immun-Smoothie für Kinder" bezeichnen. Das entschied das Landgericht Karlsruhe und gab damit einer Klage der Verbraucherorganisation foodwatch recht. Laut dem Richter verstößt die Bezeichnung "Immun Smoothie" geg
foodwatch zum neuen Agrarminister Alois Rainer: "personifizierte Ambitionslosigkeit" ...
Zur Nominierung von Alois Rainer als neuen Agrar- und Ernährungsminister erklärt Dr. Chris Methmann, Geschäftsführer der Verbraucherorganisation foodwatch: "Alois Rainer ist die personifizierte Ambitionslosigkeit des Koalitionsvertrags. Zu gesunder Ernährung, nachhaltiger Landwirtschaft
Weitere Mitteilungen von foodwatch e.V.
Multiple Sklerose kein Hindernis bei Kinderwunsch (FOTO) ...
Für viele Menschen, die an Multiple Sklerose (MS) erkrankt sind, sind Kinderwunsch und Schwangerschaft wichtige Themen. Das liegt u. a. daran, dass etwa 70 % aller Betroffenen in Deutschland Frauen sind. (1) Die Mehrheit befindet sich im gebärfähigen Alter. (2) Aber ist ein Kinderwunsc
Chirurgische Zahnerhaltung mit der Wurzelspitzenresektion ...
Dillingen, 30.08.2017 Wurzelspitzenresektion Die Zähne sind als erster Schritt des Verdauungsprozesses ein wichtiger Faktor, der erheblich zur Magen-Darmgesundheit beiträgt. Darüber hinaus tragen gesunde, gepflegte Zähne zu einem attraktiven Lächeln bei. Darum ist es wichtig, die Zähne so
Urlaub an der Ostsee, Basenfasten mit Sommer - Sonne - Strand ...
Das BASENFASTEN ist ein wunderbarer sanfter Einstieg in eine bewußtere und gesündere Lebensführung. Das besonders schöne daran: Es ist im Prinzip für jedermann geeignet! Das Essen besteht aus rein basischer Kost - also Obst, rohes oder mit hochwertigen Ölen gedünstetes Gemüse sowie Keime, Sp
Demenz und Alzheimer sind vermeidbar: Aktuelles Sachbuch von Roman Degen deckt neue Erkenntnisse über Demenz auf ...
Heilbronn, 30.08.2017 - In seinem neu erschienenen Buch „Demenz: Alzheimer Nicht mit mir! Den Gehirnfraß erkennen, Demenz verhindern“ beschreibt Roman Degen, wie die Erkrankung des Gehirns tatsächlich verhindert werden kann, wenn ihre Ursachen frühzeitig erkannt und gemieden werden. Fast jed




