Neue Westfälische (Bielefeld): Frauenförderung im öffentlichen Dienst
Dringender Handlungsbedarf
Lothar Schmalen, Düsseldorf
ID: 1525812
Frauen im öffentlichen Dienst sind eindeutig. Während sie insgesamt
in der Mehrheit unter den Beschäftigten sind, werden sie vor allem
bei den Beförderungen benachteiligt. Wie anders wäre es zu erklären,
dass die deutliche Mehrheit in den Führungspositionen plötzlich zu
einer kleinen Minderheit wird. Die Zahlen belegen auch, dass Frauen
vor allem wegen der bei ihnen weit verbreiteten Teilzeitbeschäftigung
im Nachteil sind. Die Studie hat herausgearbeitet, dass
Teilzeitbeschäftigte schon bei den Beurteilungen benachteiligt
werden, so dass sie dann natürlich auch bei den Beförderungen das
Nachsehen haben. Der Versuch der alten Landesregierung, nicht schon
an den Beurteilungen, sondern erst bei den Beförderungen anzusetzen,
um der Benachteiligung von Frauen Herr zu werden, war untauglich und
rechtlich nicht haltbar. Wenn die neue Landesregierung die
Regelungen, von denen Kritiker sagen, dass sie auch Frauen mit
weniger guten Qualifikationen bevorzugen würden, jetzt wieder
abschaffen will, so geschieht dies, um Rechtssicherheit herzustellen.
Eine schlichte Rolle rückwärts aber wäre es, wenn sie es dabei
bewenden ließe. Die Benachteiligung von Frauen muss anders und
wirkungsvoller bekämpft werden. Der Hinweis der
Verwaltungswissenschaftler, dass die Ursachen bereits in den
Beurteilungen liegen, die Frauen und Teilzeitbeschäftigte (und damit
wieder meistenteils Frauen) benachteiligen, zeigt in die richtige
Richtung. Er sollte nicht ungehört verhallen.
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Datum: 03.09.2017 - 21:05 Uhr
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