Westfalen-Blatt: zur Türkei
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der Deutschen ist das nach einer aktuellen Umfrage unvorstellbar.
Warum dann also nicht gleich die EU-Beitrittsverhandlungen abbrechen,
wie es SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz im TV-Duell mit Angela
Merkel gefordert hat? Nun mal langsam. Merkels Einwand, dass dazu
eine Einstimmigkeit aller EU-Staaten notwendig wäre, hat sich als
stichhaltig erwiesen. Nicht nur Litauen und Finnland, auch große
Länder wie Frankreich und Großbritannien haben in den vergangenen
Tagen abgewunken. Zudem: Wäre es wirklich klug, diese Tür
zuzuschlagen? Wer sich anschweigt, löst keine Probleme. Ein Beleg für
den Nutzen der Diplomatie war der Besuch der deutschen Abgeordneten
am Freitag bei den Bundeswehrsoldaten auf dem Nato-Stützpunkt Konya.
Nach langem Ringen gab es beim umstrittenen Besuchsrecht eine Lösung,
die für beide Seiten gesichtswahrend war. Am Ende steht die
ernüchternde Erkenntnis: Die Türkei-Politik braucht einen langen
Atem. Populistische Paukenschlägen schaden nur.
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Datum: 08.09.2017 - 21:00 Uhr
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