DLRG und Bundeselternrat: Die Zahl der ertrunkenen Kinder ist vermeidbar / Schwimmunterricht an den Grundschulen ist als Lehrauftrag konsequent umzusetzen
ID: 1531291
2017 sind nach Statistik der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft
(DLRG) mindestens 297 Menschen in deutschen Gewässern ertrunken.
Wesentliche Ursache für das Ertrinken ist, dass die Schwimmfertigkeit
der Menschen in Deutschland stark abgenommen hat.
Offenbar haben sie es auch nicht lernen können. Besonders
schwierig gemacht wird es den Kleinsten unter uns, denn 25 Prozent
der Grundschulen haben keinen Zugang zu einem Bad, und den
Lehrkräften fehlt es häufig an der entsprechenden Fachausbildung.
Erstmals fordern die DLRG und der Bundeselternrat gemeinsam die
Kultusministerien auf, ihren klaren Auftrag, nämlich den
Schwimmunterricht durchzuführen, auch in die Tat umzusetzen. Dazu
Achim Haag, Vizepräsident der DLRG: "Die Schwimmfähigkeit der Kinder
im Grundschulalter ist weiterhin ungenügend. Im Durchschnitt besitzen
nur 40 Prozent der Sechs- bis Zehnjährigen ein
Jugendschwimmabzeichen."
Dies ist das Ergebnis einer repräsentativen forsa-Umfrage im
Auftrag der DLRG. Danach sind 59 Prozent der Grundschüler keine
sicheren Schwimmer.
Auch der Bundeselternrat zeigt sich durch derartige Ergebnisse
besorgt und fordert bereits seit Jahren eine konsequente Umsetzung
des Lehrauftrags. Der Vorsitzende des Bundeselternrates, Stephan
Wassmuth, schlägt vor dem Hintergrund, dass die Zahl der Grundschüler
nach einer aktuellen Studie der Bertelsmann Stiftung wachsen werde,
Alarm: "Die Zunahme der Zahl der Nichtschwimmer in Deutschland,
insbesondere unter unseren Kindern, muss gestoppt und die Lehrkräfte
müssen nach einheitlichen Standards in der Schwimmausbildung und
Rettungsfähigkeit ausgebildet und geprüft werden."
Hier setzt auch die Forderung der Bäderallianz Deutschland an, in
der die DLRG Mitglied ist. "Die Kultusminister der Länder müssen sich
hier auf einheitliche Standards einigen und festlegen", so der Leiter
Ausbildung der DLRG, Helmut Stöhr. Diese Meinung vertritt auch der
Bundeselternrat und fordert die Länder auf, alles dafür zu tun, dass
die Kinder nicht nur schwimmen lernen, sondern sich im Erlebnisraum
Wasser auch sicher fortbewegen können.
Bewusst stellen DLRG und Bundeselternrat diese Forderungen
unmittelbar vor der Bundestagswahl. Sie legen den Parteien das Wohl
der Kinder, des Nachwuchses, besonders ans Herz.
Über die DLRG
Die DLRG ist mit rund 1,5 Millionen Mitgliedern und Förderern die
größte Wasserrettungsorganisation der Welt. Seit ihrer Gründung im
Jahr 1913 hat sie es sich zur Aufgabe gemacht, Menschen vor dem
Ertrinken zu bewahren. Schirmherr ist Bundespräsident Frank-Walter
Steinmeier. Die DLRG ist die Nummer Eins in der Schwimm- und
Rettungsschwimmausbildung in Deutschland. Von 1950 bis 2016 hat sie
über 22 Millionen Schwimmprüfungen und über viereinhalb Millionen
Rettungsschwimmprüfungen abgenommen. In über 2.000 Gliederungen
leisten die ehrenamtlichen Helfer pro Jahr fast acht Millionen
Stunden freiwillige Arbeit für die Menschen in Deutschland. Die
Kernaufgaben der DLRG sind die Schwimm- und
Rettungsschwimmausbildung, die Aufklärung über Wassergefahren sowie
der Wasserrettungsdienst. Rund 36.000 Mitglieder wachen jährlich weit
mehr als drei Millionen Stunden über die Sicherheit von Badegästen
und Wassersportlern.
Pressekontakt:
- Achim Wiese, Pressesprecher der DLRG, Telefon 05723 955-440, Mobil
0170 909 61 07, E-Mail kommunikation@bgst.dlrg.de
- Stephan Wassmuth, Vorsitzender des Bundeselternrats, Telefon 0172
564 99 00, E-Mail stephan.wassmuth@bundeselternrat.de
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Datum: 19.09.2017 - 11:00 Uhr
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