Politik ignoriert die wahren Ursachen von Populismus
Globalisierung und Politikversagen als Treiber entscheidend
Ökonomische Ursachen und Konsequenzen von Populismus oft unterschätzt
USA und UK deutlich stärker gefährdet als Europa oder Deutschland
Bad Homburg, 18. September 2017
Weltweit betrachten Politik und Medien das Phänomen Populismus oft nur oberflächlich. Die zentralen Ursachen populistischer Strömungen werden häufig ignoriert. Ökonomische Probleme und Ungleichgewichte waren in der Vergangenheit und sind auch heute noch die entscheidenden Treiber hinter Populismus. Zu diesen Ergebnissen kommt das FERI Cognitive Finance Institute ( www.feri-cognitive-finance-institute.de) in seiner aktuellen Analyse "Rückkehr des Populismus - Hintergründe, Mechanismen und Konsequenzen".
Ökonomische Faktoren hinter Populismus
Kurz vor der Bundestagswahl hat das FERI Institut die zentralen Faktoren hinter der Entstehung populistischer Tendenzen, zugleich aber auch deren mögliche Auswirkungen auf Politik und Finanzmärkte analysiert. "Die zentrale Ursache für populistische Strömungen ist ökonomischer Druck auf die Mittelschicht einer Gesellschaft. Negative Effekte aus Globalisierung und Digitalisierung, soziale Schieflagen und Elitenversagen sind dabei wesentlich wichtiger als etwa das Thema Migration", so Heinz-Werner Rapp, Leiter des FERI Cognitive Finance Institute und maßgeblicher Autor der umfassenden politischen und sozio-ökonomischen Studie.
USA und Großbritannien besonders exponiert
Diese Probleme seien seit einigen Jahren in allen westlichen Industrieländern spürbar, besonders stark ausgeprägt jedoch in den USA und Großbritannien. "In beiden angelsächsischen Ländern wurde die vielzitierte Globalisierungsdividende extrem ungleich verteilt, und Politik und Eliten haben die seit 15 Jahren zunehmende soziale Schieflage ignoriert. Dies erklärt exakt die populistischen Phänomene von ,Brexit" bis ,Trump"", erläutert Rapp. Die Folgen asymmetrischer Wohlstandsverteilung zeigten sich dort in einer extremen Spaltung ganzer Gesellschaften, was von der Politik adressiert werden müsse. "Selbst wenn Trump als Person eher politisch rechts steht, tendiert seine Wirtschaftspolitik eher nach links", so Rapp. Das bedeute Isolationismus, expansive Staatsausgaben und höhere Inflationstoleranz. Auch für Großbritannien zeige die politische Tendenz eher nach links.
Deutsche weniger anfällig für Populismus
Im Gegensatz dazu habe Kontinentaleuropa, und vor allem Deutschland, aufgrund gut ausgebauter Sozialsysteme einen Teil des ökonomischen Drucks aus Globalisierung und Digitalisierung besser abgefangen. Aufgrund ihrer noch immer guten wirtschaftlichen Lage seien daher auch die Deutschen derzeit nicht wirklich anfällig für Populismus. "Der unmittelbare Durchmarsch des Populismus in Europa scheint vorerst gestoppt. Doch dies könnte lediglich eine Atempause sein", schätzt das FERI Cognitive Finance Institute die strategische Situation ein. Insbesondere Italien sei bei den 2018 anstehenden Neuwahlen sehr anfällig für Populismus.
Negative "Economics of Populism" und monetäre Verwässerung
Aus Sicht der Studie würden speziell die ökonomische und die geopolitische Dimension von Populismus oftmals stark unterschätzt. "Populismus verspricht schnelle Lösungen ohne Rücksicht auf Kosten oder langfristige Konsequenzen", warnt Rapp. Dies führe in betroffenen Ländern meist zu mehr Protektionismus, steigender Staatsverschuldung, Abwertung der eigenen Währung und höherer Inflation. In den USA seit Trump, aber auch in Großbritannien seien diese "Economics of Populism" bereits klar zu erkennen. Langfristig impliziere dies eine anhaltende Tendenz zur "monetären Verwässerung". Investoren sollten diese Zusammenhänge verstehen und sich der entsprechenden Risiken bewusst sein, so der Tenor der Analyse.
"Populismus ist keine Eintagsfliege, sondern entwickelt sich weltweit kraftvoll - mit potentiell negativen Folgen für Wirtschaft, Politik und Finanzmärkte", betont Rapp.
Die umfangreiche Analyse unter dem Titel "Rückkehr des Populismus - Hintergründe, Mechanismen und Konsequenzen" (Eine politische und sozio-ökonomische Analyse) steht ab sofort unter www.feri-institut.de als Download zur Verfügung.
Weitere Informationen:
www.feri-institut.de
Kontakt:
FERI Cognitive Finance Institute
+49 (0) 6172 916-3192
katja.liese@feri-institut.deWeitere Infos zu dieser Pressemeldung:
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Über das FERI Cognitive Finance Institute
Das FERI Cognitive Finance Institute ist strategisches Forschungszentrum und kreative Denkfabrik der FERI Gruppe, mit klarem Fokus auf innovative Analysen und Methodenentwicklung für langfristige Aspekte von Wirtschafts- und Kapitalmarktforschung. Das Institut nutzt dazu neueste Erkenntnisse aus Bereichen wie Verhaltensökonomie, Komplexitätstheorie und Kognitionswissenschaft.
Hinter dem FERI Cognitive Finance Institute steht ein erfahrenes Team mit interdisziplinärem akademischen Hintergrund, langjähriger Forschungspraxis und spezifischen Schwerpunktkenntnissen. Zudem besteht Zugang zu einem leistungsfähigen Netzwerk externer Experten.
Gegründet wurde das Institut 2016 von Dr. Heinz-Werner Rapp, Vorstand der FERI AG und CIO der FERI-Gruppe, für die er seit 1995 tätig ist. Rapp hat an der Universität Mannheim Wirtschaftswissenschaften studiert und über psychologisch geprägtes Anlegerverhalten ("Behavioral Finance") promoviert. Er beschäftigt sich seit Jahren mit alternativen Kapitalmarktmodellen und hat zuletzt maßgebliche Grundlagen der neuen "Cognitive Finance"-Theorie entwickelt.
FERI ist bereits seit 1987 als unabhängiges Investmenthaus tätig, mit den Schwerpunkten Investment Research, Investment Management und Investment Consulting. Der Name FERI steht für "Financial & Economic Research International".
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Datum: 19.09.2017 - 13:05 Uhr
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