Medizinische Versorgungssicherheit: Es müssen mehr Frauen für ärztliche Führungspositionen gewon

Medizinische Versorgungssicherheit: Es müssen mehr Frauen für ärztliche Führungspositionen gewonnen werden

ID: 1534586
(ots) - Der Bundesverband Deutscher Unternehmensberater sieht
die medizinische Versorgung in Deutschland mittelfristig gefährdet,
wenn nicht mit geeigneten Maßnahmen gegengesteuert wird. Denn:
Parallel zur mangelhaften Pflegesituation im deutschen
Gesundheitswesen droht sich auch die Personalsituation bei Ärzten im
stationären und ambulanten Einsatz zuzuspitzen. Bereits heute sind in
Deutschland mehr als 10.000 Arztstellen im stationären und ambulanten
Bereich unbesetzt. Vor diesem Hintergrund macht sich der
Consultingverband dafür stark, besonders das große Potenzial von
Frauen stärker und gezielter zu nutzen. Dieses Fazit ziehen die
Autoren des aktuellen Thinktank-Themendossiers "Mehr Frauen in
ärztlichen Führungspositionen dringend benötigt" des Bundesverbandes
Deutscher Unternehmensberater (BDU). Um den Anteil von Frauen in
Führungspositionen im Arztberuf zu erhöhen, ist nach Ansicht der
BDU-Experten aber ein deutliches Umdenken notwendig. Vor allem müssen
die beruflichen Rahmenbedingungen umgehend attraktiver und auf die
heutigen Bedürfnisse hin angepasst werden.

Denn die nachrückenden jungen Ärztinnen - aber auch Ärzte - haben
eine andere Einstellung zu ihrem Beruf. Sie legen zum Beispiel mehr
Wert auf Freizeit und berechenbare Arbeitszeiten. Sie stehen
traditionellen Hierarchien kritisch, Teamarztmodellen aber
aufgeschlossen gegenüber. Ein modernes, innovatives Klinikmanagement
muss dem mit flexibleren Organisations-, Arbeits- und
Weiterbildungsformen mit einer Reihe von Maßnahmen Rechnung tragen,
wie zum Beispiel:

- Vereinbarungen über klinische Facharztausbildungen, auch als
Weiterbildung zum Facharzt in Teilzeit

- Aufbau und Pflege von Kontakten zu Medizinstudierenden inkl.
finanzieller Unterstützung und Weiterbildungsmöglichkeiten

- Ausbau von Kooperationsformen ambulanter und stationärer


Medizin, die neue Möglichkeiten für flexiblere
Arbeitsbedingungen bieten. Hier arbeiten die Ärzte in der
Niederlassung und betreuen ihre Patienten auch im stationären
Umfeld.
- Angebot von integrierten Kindertagesstätten in größeren
Kliniken, Ferienbetreuung sowie Vermittlung von Tagesmüttern mit
täglicher Hotlinefunktion
- Einführung von Doppelspitzen-Modellen, fachärztlichen Aufgaben
mit Leitungsfunktionen, intelligenten Teilzeitmodellen sowie von
Kollegial-Systemen
- Gehaltsstrukturen und Dienstpläne gehören auf den Prüfstand mit
dem Ziel: Berechenbare Arbeitszeiten und adäquate Entlohnung,
auch in Form von außertariflichen Verträgen.
- Unterstützung beim Aufbau von weiblichen Netzwerken im Arztberuf
- Gezielte Angebote für Führungsaufgaben von Ärztinnen Generelles
Umdenken nötig

Aber ohne generelles Umdenken in den Führungsetagen der
Gesundheitsdienstleister werden verbesserte Karrieremöglichkeiten von
Frauen in medizinischen Führungspositionen alleine die prekäre
Situation im ambulanten und stationären Umfeld nicht verhindern
können. Nach Einschätzung der BDU-Thinktank-Experten müssen daher die
Rahmenbedingungen, wie das Personalmanagement, die Arbeitszeitmodelle
oder das Gesundheitsmanagement auf den Prüfstand. Weiterhin müssen
Wertekulturen etabliert werden, die unter anderem bisheriges
Führungsverhalten in Frage stellen und moderne Formen der
Mitarbeiterführung stärken. Parallel entwickelte kooperative Modelle
unterstützen dabei, altes, berufsständisches Denken durch
interdisziplinäre und teamorientierte Zusammenarbeit zu ersetzen.

Download Thinktank-Themendossier unter: http://bit.ly/2xrThYy

Experten des Thinktank-Themendossiers "Mehr Frauen in ärztlichen
Führungspositionen dringend benötigt":
Fritz Grupe, Intersearch Executive Consultants,
www.intersearch-executive.de
Dr. Gunhild Küpper, Küpper Sozialforschung & Consulting, www.kueso.de
Jürgen Rudnick, Institut für Qualität im Management,
www.iq-hannover.de
Dr. Julia Schäfer, Kienbaum Consultants International,
www.kienbaum.de

Hintergrund BDU-Thinktanks: In den Thinktanks des Bundesverbandes
Deutscher Unternehmensberater (BDU) arbeiten Unternehmens- und
Personalberatungen themen- und projektbezogen zusammen. Im
Mittelpunkt stehen aktuelle oder künftige Herausforderungen für
Unternehmen und Organisationen am Wirtschaftsstandort Deutschland.
Ziel ist es, Wirkungszusammenhänge und Lösungsansätze vorzudenken.
Die Ergebnisse sollen Diskussionen anregen und zielgerichtete
Aktivitäten anstoßen. Alle Thinktank-Experten verfügen über ein hohes
Spezialwissen im jeweils untersuchten Themenfeld.



Pressekontakt:
Bundesverband Deutscher Unternehmensberater BDU e.V.:
www.bdu.de
Klaus Reiners (Pressesprecher) ,T +49 (0) 228 9161-16 oder
0172 23 500 58, klaus.reiners@bdu.de

Original-Content von: BDU Bundesverband Deutscher Unternehmensberater, übermittelt durch news aktuell

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Datum: 27.09.2017 - 13:59 Uhr
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