Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar Konflikt um Katalonien Spaniens schwere Staatskrise Ralph

Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar
Konflikt um Katalonien
Spaniens schwere Staatskrise
Ralph Schulze, Madrid

ID: 1534753
(ots) - Das Urlaubsland Spanien treibt gerade in eine
seiner schwersten Staatskrisen seit Beginn der Demokratie. Denn die
rebellische Region Katalonien im Nordosten des Königreichs will am
Sonntag und gegen den erbitterten Widerstand der spanischen Regierung
ein einseitiges Unabhängigkeitsreferendum organisieren. Es sieht
nicht danach aus, als ob sich die katalanische Separatistenregierung
durch das Verbot des spanischen Verfassungsgerichts und angedrohte
Zwangsmaßnahmen davon abbringen lässt. Bricht Spanien also
auseinander? Es lässt sich kaum voraussagen, was am Sonntag und den
folgenden Tagen in Katalonien, Spaniens wichtigster
Tourismushochburg, tatsächlich geschehen wird. Spanien schickte
tausende Polizisten in die abtrünnige Region, die dafür sorgen
sollen, das dieses gerichtliche Abstimmungsverbot durchgesetzt wird.
Die Sicherheitskräfte sollen Wahllokale schließen und Wahlurnen
beschlagnahmen. Kein einfacher Auftrag angesichts von 6.300
Wahllokalen. Demonstranten werden sich den Polizisten in den Weg
stellen. Heftige Spannungen sind programmiert. Mögliche
Wahlergebnisse können somit kaum als repräsentativ gelten. Auch muss
man klar sagen: Ein einseitiges regionales Referendum, das gegen ein
Verbot des spanischen Verfassungsgerichts durchgepeitscht wird, kann
man nicht demokratisch nennen. Obgleich die katalanische
Sezessionsregierung so tut, als ob in Spanien immer noch eine
Diktatur herrsche, Katalonien unter einer spanischen Besatzungsmacht
leide und die Katalanen deswegen das Recht zum Ungehorsam haben. Dies
ist Propaganda. Noch eine weitere Erkenntnis macht sich in Europa
breit: Allein mit Verboten wird Spanien diesen wachsenden Konflikt
mit Katalonien kaum lösen können. Seit Jahren versucht Spaniens
konservativer Regierungschef Mariano Rajoy vor allem mit
Gerichtsurteilen die katalanischen Autonomiegelüste zu stoppen. Stets


mit Hinweis auf die spanische Verfassung, in der die Einheit der
Nation beschworen wird. Die Folge: Während früher die
Unabhängigkeitsbefürworter noch eine kleine Minderheit waren,
repräsentieren sie heute im katalanischen Regionalparlament die
Mehrheit. Vor allem, weil sich viele der 7,5 Millionen Katalanen von
Spaniens Regierung ignoriert und gedemütigt fühlen. Rajoy, der alle
katalanischen Vorstöße auf mehr Selbstverwaltung und Steuerhoheit mit
einem sturen "No" beantwortete, wird sich also um Dialog bemühen
müssen, wenn er die Katalonienkrise lösen will. Denn es liegt auf der
Hand, dass er diesen brodelnden Streit nur zusammen mit Katalonien
und nicht gegen das katalanische Volk lösen kann.



Pressekontakt:
Neue Westfälische
News Desk
Telefon: 0521 555 271
nachrichten@neue-westfaelische.de

Original-Content von: Neue Westfälische (Bielefeld), übermittelt durch news aktuell

Themen in dieser Pressemitteilung:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF  Rheinische Post: Kommentar: Zur Sache, Frau Kanzlerin Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar
CSU-interner Streit
Vergebliche Ordnungsrufe
Ralf Müller, München
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 27.09.2017 - 20:30 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1534753
Anzahl Zeichen: 3094

Kontakt-Informationen:
Stadt:

Bielefeld



Kategorie:

Politik & Gesellschaft



Diese Pressemitteilung wurde bisher 394 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar
Konflikt um Katalonien
Spaniens schwere Staatskrise
Ralph Schulze, Madrid
"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Neue Westfälische (Bielefeld) (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

Verdi-Chef Werneke: AfD hätte bei uns keine Chance ...
Bielefeld. Verdi-Chef Frank Werneke sieht derzeit keinen wachsenden Einfluss der AfD auf die Gewerkschaften im Land. Auf die Frage im Interview mit der "Neuen Westfälischen" (Bielefeld), ob der Einfluss der AfD auch in Gewerkschaften zunehme, sagt Werneke: "In den Gewerkschaften nich

Verdi-Chef sieht Angriff auf alle Bereiche des Sozialstaats ...
Bielefeld. Der Chef der Vereinigten Dienstleistungsgesellschaft Verdi, Franke Werneke, warnt davor, Reformen auf dem Rücken der Beschäftigten durchzusetzen. "Es gibt gerade einen Angriff auf praktisch alle Bereiche des Sozialstaats - auf Arbeitnehmerrechte, Kündigungsschutz, Lohnfortzahlung

Feiertags-Diskussion: Verdi-Chef Werneke sieht "gezielte Provokation" ...
Bielefeld. In der Debatte um die Abschaffung von Feiertagen in Deutschland hat der Chef der Vereinigten Dienstleistungsgesellschaft Verdi, Franke Werneke, "maximalen Widerstand" angekündigt. Im Interview mit der Tageszeitung "Neue Westfälische" (Bielefeld) sagt Werneke: "I


Weitere Mitteilungen von Neue Westfälische (Bielefeld)


Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar CSU-interner Streit Vergebliche Ordnungsrufe Ralf Müller, München ...
Es ist nicht das erste Mal, dass in der Politik Beschlüsse gefasst werden, von denen jeder weiß, dass sie nicht realisierbar sind. Beispiel CSU: Die 101-köpfige Fraktion im bayerischen Landtag kam nach viereinhalbstündiger Aussprache mit Ministerpräsident Horst Seehofer ohne förmliche Abst

Rheinische Post: Kommentar: Fahrerlaubnis als Alibi ...
Man müsste lachen, wenn es nicht so traurig wäre. Und man könnte Witze reißen über die unfassbar sinnfreien Argumente, mit denen Frauen in Saudi Arabien bisher auch das Autofahren untersagt wurde. Abgründe einer Welt herrschender Männer, die ihre Religion dazu missbrauchen, im 21. Jahrhun

Rheinische Post: Kommentar: Schäuble als Dompteur ...
Mit der ersten wichtigen Personalie der neuen Wahlperiode löst die Union gleich zwei Probleme auf einen Streich: Für Bundestagspräsident Norbert Lammert, der mit einer Mischung aus Intellektualität, Humor und Strenge sein Amt ausübte, ist mit Wolfgang Schäuble ein würdiger Nachfolger gefu

Rheinische Post: Kommentar: Zur Sache, Frau Kanzlerin ...
Sie wolle Probleme lösen in ganz konkreten Fragen, hat die Bundeskanzlerin und CDU-Vorsitzende nach der Bundestagswahl versprochen. Dann sollte die CDU-Chefin mal damit beginnen, ein Konzept für die neue Regierung des Landes zu entwickeln, statt taktische Spielchen vor der Niedersachsen-Wahl z


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z