Westfalenpost: Duell der Hitzköpfe / Kommentar von Michael Backfisch zum Referendum in Katalonien
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Europa, das auf Demokratie und Rechtsstaatlichkeit so stolz ist. Das
Unabhängigkeits-Referendum in Katalonien wurde zu einem unwürdigen
Schauspiel politischer Eskalation - von beiden Seiten. Ein
einseitiges Votum ist zwar nach der spanischen Verfassung nicht
erlaubt. Doch dies rechtfertigt nicht einen derart massiven Einsatz
der Sicherheitskräfte. Hier schießt der konservative
Ministerpräsident Mariano Rajoy weit über das Ziel hinaus. Der
katalanische Regierungschef Carles Puigdemont wiederum will die
Loslösung von Spanien durchdrücken - koste es, was es wolle. Es ist
ein Duell der Hitzköpfe, in das sich Puigdemont und Rajoy verbissen
haben. Nach der Zuspitzung vom Sonntag sollten beide Akteure einen
Moment innehalten und Abstriche von ihren Maximal-Positionen machen.
Ein unabhängiges Katalonien passt nicht in die Landschaft einer
global vernetzten Welt. Europa braucht nicht noch mehr
Kleinstaaterei. Dennoch ist der Unmut der Katalanen zu verstehen. Sie
verfügen über eine eigene Sprache und Kultur. Zudem fühlt sich die
wirtschaftsstarke Region finanziell von Madrid untergebuttert. Der
Wunsch nach mehr Autonomie und Selbstverwaltung ist nachvollziehbar.
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Datum: 01.10.2017 - 20:55 Uhr
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