Rheinische Post: Kommentar: Narretei werbefrei
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Köln. In Fragen der Tradition kann die Landeshauptstadt von ihrer
großen Schwester am Rhein indes lernen. "Von Werbung frei die
Narretei" heißt dort der entscheidende Spruch. Und den sollten sich
die Düsseldorfer zu Herzen nehmen, statt wie bei sportlichen
Großveranstaltungen endlose Werbebanner vor die Bagagewagen zu
spannen. Natürlich ist der Karneval ein großes Geschäft - für
Gastronomen, Kostümhändler oder Getränkehersteller. Aber der "Spaß an
der Freud" sollte sich die Illusion erhalten, dass hier Menschen
zusammenkommen, um einfach nur ausgelassen zu feiern. Darum beneidet
die Welt das Rheinland. Und das sollte sie weiter tun, ohne
Rosenmontagszüge als große Werbeveranstaltungen zu erleben. Es
stimmt, dass dadurch mehr Geld ins System kommt. Aber sind die
Spenden, Beiträge und unzähligen unbezahlten Arbeitsstunden nicht
viel mehr wert als die Beträge der Werbeindustrie. Wer zahlt,
bestimmt die Musik. Da könnte manche scharfe Satire durch den Rost
fallen. Man will doch niemand vergraulen.
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Datum: 11.10.2017 - 20:20 Uhr
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