Rheinische Post: KOMMENTAR Donald Trumps Taschenspielertrick

Rheinische Post: KOMMENTAR Donald Trumps Taschenspielertrick

ID: 1540511
(ots) - Von Matthias Beermann

Der Atom-Vertrag mit dem Iran, den Donald Trump schon an seinem
ersten Tag im Oval Office kippen wollte, wird vorerst nun doch nicht
angetastet. Stattdessen soll der US-Kongress die Daumenschrauben
anziehen, mit dem Ziel, das Abkommen nachzubessern. Es ist ein
politischer Taschenspielertrick, den Trump da hingelegt hat. Er hat
sich durchgemogelt zwischen den großspurigen Versprechen, die er
seinen Anhängern gemacht hat, und der Realpolitik. Aber egal, es
hätte viel schlimmer kommen können. Trump hatte den Atom-Deal als den
schlechtesten Vertrag bezeichnet, den die USA je unterzeichnet
hätten. Seinen Anhängern galt er als Beweis für den Verrat, den
Trumps verhasster Vorgänger Barack Obama an den Interessen der USA
begangen habe. Trump davon abzuhalten, diesen Vertrag aufzukündigen,
muss seine Berater unglaubliche Energie gekostet haben. Nun bleibt zu
hoffen, dass der Kongress im Umgang mit dem Iran Augenmaß beweist. Es
stimmt, dass Teherans Raketenrüstung höchst besorgniserregend ist,
dass das Regime überall in der Region militärisch zündelt. Aber das
sollte man trennen von dem Atom-Vertrag, an dessen Einhaltung durch
den Iran bisher kein ernsthafter Zweifel besteht.



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Datum: 14.10.2017 - 00:02 Uhr
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