Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum muslimischen Feiertag
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immer. »Ein Teil dieser Antworten würde die Bevölkerung
verunsichern«, hatte der Bundesinnenminister nach der
Länderspiel-Absage wegen einer Terrorwarnung 2015 gesagt - und damit
keine Beruhigung erzielt. Was der CDU-Politiker will, ist wieder
unklar: Acht Tage nach seinem lauten Nachdenken über einen
muslimischen Feiertag in Deutschland versucht er, seinen
Wahlkampf-Ballon einzufangen. »Einen Vorschlag von mir zur Einführung
eines muslimischen Feiertages gibt es nicht.« Er werde auch keinen
solchen Vorschlag machen, heißt es nun. Da haben CSU-Vertreter aber
schon aufgeschrien und hat »Bild« 2000 Menschen befragen lassen, was
sie denn nun davon halten. Das Ergebnis ist eindeutig: Gut 70 Prozent
sind gegen einen Feiertag für Muslime, nur knapp acht Prozent sind
dafür. Statt in Ruhe zu erklären, wohin genau er wollte, als er
wörtlich sagte: »Ich bin bereit, darüber zu reden, ob wir auch mal
einen muslimischen Feiertag einführen«, räumt de Maizière seine
Position. Die hatte die an sich selbst leidende und mit
Jamaika-Planspielen beschäftigte Union aber schon durchgeschüttelt.
CDU/CSU hätten die Debatte also nicht gebraucht, aber wer sonst? Ein
arbeitsfreier Tag aus Glaubensgründen ist möglich. Protestanten,
denen der Reformationstag auch ohne Jubiläum wichtig ist, können den
31. Oktober für den Kirchgang nutzen. Anderen Konfessionen steht das
Gleiche zu; Schulregelungen für Ramadan- und Opferfest existieren.
Es bleibt also nur Symbolik. Die ist aber nicht zu unterschätzen,
denn sie löst Unruhe bei denen aus, die glauben, dass Zuwanderung und
gesellschaftliche Liberalisierung Deutschland schon jetzt bis zur
Unkenntlichkeit verändern. Sie bringen einen muslimischen Feiertag
schnell in eine Reihe mit Schweinefleisch-Verzicht in Kantinen und
St.-Martins-Umzügen, die Lichterfest heißen sollen. Hier für
Gelassenheit zu werben, ist durch de Maizières Unklarheit nicht
leichter geworden. ZdK-Präsident Thomas Sternberg hat zwar Recht,
wenn er sagt, dass ein solcher Feiertag die christliche Tradition
nicht verraten würde. Selbstbewusstsein ist angebracht. Den Feiertag
braucht es trotzdem nicht.
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Datum: 17.10.2017 - 21:35 Uhr
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