E-Privacy-Votum des Europäischen Parlaments gefährdet freien Journalismus im Netz / Ohne Gegensteuern der Bundesregierung ist die Finanzierung freier Presse in Gefahr
ID: 1542648
und der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) zeigen sich
äußerst besorgt über das Ergebnis der Abstimmung des federführenden
Ausschusses im Europaparlament am heutigen Tag zur sogenannten
E-Privacy-Verordnung. Die Berichterstatterin Marju Lauristin (S&D)
aus Estland hatte ihren Bericht trotz massiver Bedenken insbesondere
aus der EVP-Fraktion zur Abstimmung gestellt und nur eine knappe
Mehrheit erlangt. Sollten nun die Mitgliedsstaaten im EU-Ministerrat
nicht entschieden gegensteuern, drohten dramatische Auswirkungen auf
die Finanzierung von professionellem Journalismus in der digitalen
Welt, so die Verlegerverbände.
"Angesichts dieses einseitigen Votums kommt der Bundesregierung im
EU-Rat eine noch wichtigere Rolle zu", erklärte ein Sprecher von BDZV
und VDZ, "Deutschland muss nun seine zögerliche Haltung aufgeben und
mit Nachdruck für eine Regelung eintreten, die Datenschutz und
legitime Geschäftsmodelle offener Webangebote berücksichtigt.
Anderenfalls drohen irreversible Schäden für die Zukunft der freien
Presse."
Der Bericht gefährde die Datenverarbeitung unter Verwendung von
Cookies und ähnlichen Technologien für viele legitime Zwecke wie
Messung der Nutzungen und Nutzungsabläufe zwecks Anpassung des
Angebots, Reichweitenmessung, Datenerhebung für Bezahlangebote,
Kundenkommunikation und Werbung, Datenspeicherung für den Zweck der
Betrugsprävention und der Sicherung der Integrität der Dienste.
Zusätzlich bestehe durch das so genannte Kopplungsverbot die Gefahr,
dass Pressehäuser zukünftig gezwungen werden, den Nutzern ihre
Dienste zur Verfügung zu stellen, auch wenn diese nicht in die zur
Erstellung und Finanzierung der Angebote notwendige Datenverarbeitung
einwilligten.
Die Beschränkung der Datenverarbeitung sei, anders als teilweise
behauptet, kein Wettbewerbsvorteil. Sie sei im Gegenteil gefährlich
für die digitale Zukunft Deutschlands und Europas. Mit ihr werde das
bestehende wettbewerbliche Ungleichgewicht zugunsten marktdominanter
Internet-Großunternehmer noch verschärft. Diese erhielten durch ihre
Log-In-Modelle die notwendigen Einwilligungen ihrer unzähligen Nutzer
zur Datenverarbeitung praktisch automatisch und könnten infolge
dessen Daten wesentlich umfangreicher auswerten und nutzen als
kleinere und mittlere Unternehmen. Dies verstärke ihre Marktmacht
zulasten der vielfältigen nationalen Internetwirtschaft.
Pressekontakt:
Hans-Joachim Fuhrmann
Telefon: 030/ 726298-210
E-Mail: fuhrmann@bdzv.de
Anja Pasquay
Telefon: 030/ 726298-214
E-Mail: pasquay@bdzv.de
Original-Content von: BDZV - Bundesverb. Dt. Zeitungsverleger, übermittelt durch news aktuell
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 19.10.2017 - 16:07 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1542648
Anzahl Zeichen: 3055
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Berlin
Kategorie:
Bundesregierung
Diese Pressemitteilung wurde bisher 330 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"E-Privacy-Votum des Europäischen Parlaments gefährdet freien Journalismus im Netz / Ohne Gegensteuern der Bundesregierung ist die Finanzierung freier Presse in Gefahr"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
BDZV - Bundesverb. Dt. Zeitungsverleger (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Heute wurde bekannt, dass sich 40 Tech-Unternehmen und Verbände aus dem Bereich der Internetreisevermittlung in einem Schreiben an die EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager über den Suchmaschinenanbieter Google wegen unfairer Praktiken bei der Darstellung seines eigenen Dienstes Google
Nova Innovation Award der deutschen Zeitungen / Zum vierten Mal sucht die Branche ihre Best Cases ...
Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) schreibt 2020 zum vierten Mal den Nova Innovation Award der deutschen Zeitungen aus: Der Preis wird je einmal in den Kategorien Produktinnovation, Vermarktungsinnovation und Neue Geschäftsfelder vergeben. Eingereicht werden können innovative Pro
"Karikaturenpreis der deutschen Zeitungen" für Rolf Henn (LUFF) / Fotopreis der Landesvertretung Rheinland-Pfalz für Marcel Kusch ...
Der gesellschaftliche Umgang miteinander verrohe zusehends, beklagt der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) anlässlich der Verleihung des Karikaturenpreises der deutschen Zeitungen in der Vertretung des Landes Rheinland-Pfalz in Berlin. Insbesondere in den sozialen Netzwerken sähen
Weitere Mitteilungen von BDZV - Bundesverb. Dt. Zeitungsverleger
Neue UN-Zahlen zu Kindersterblichkeit: Fortschritt nicht schnell genug ...
Laut der heute erschienenen Zahlen der Vereinten Nationen (UN) sterben weiterhin 15.000 Kinder täglich. Immer deutlicher wird das Problem der Versorgung rund um die Geburt, denn insgesamt 2,6 Millionen Neugeborene überlebten im Jahr 2016 die ersten 28 Tage ihres Lebens nicht. Damit setzt sich
Energiewende nur mit E-Fuels möglich / Prognos-Studie (FOTO) ...
Die Klimaschutzziele sind nur mit CO2-neutralen flüssigen Kraft- und Brennstoffen ("E-Fuels") zu erreichen. Diese können künftig zu bezahlbaren Kosten produziert werden. Das geht aus einer neuen Prognos-Studie zur Zukunft der Energiewende hervor. E-Fuels können in herkömmlichen
Das Erste, Donnerstag, 19. Oktober 2017, 5.30 - 9.00 Uhr Gäste im ARD-Morgenmagazin ...
7.10 Uhr, Peter Altmaier, CDU, Kanzleramtsminister, Thema: Sondierungsgespräche 7.40 Uhr, Bodo Ramelow, Die Linke, Ministerpräsident Thüringen, Thema: Ministerpräsidentenkonferenz 8.10 Uhr, Nicola Beer, FDP-Generalsekretärin, Thema: Sondierungsgespräche Pressekontakt: Konta
Das Erste, Mittwoch, 18. Oktober 2017, 5.30 - 9.00 Uhr Gäste im ARD-Morgenmagazin ...
7.05 Uhr, Christian Schmidt, CSU, Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, Thema: Sondierungsgespräche 7.35 Uhr, Katja Kipping, Parteivorsitzende Die Linke, Thema: Fraktionsklausur der Linken 8.05 Uhr, Katrin Göring-Eckardt, Spitzenkandidatin Bündnis 90/Die Grünen,




