NABU-Statement zur Glyphosat-Abstimmung in Brüssel
ID: 1544663
Mitgliedsstaaten dem Vorschlag der EU-Kommission, die Zulassung des
Breitbandherbizids Glyphosat um zehn Jahre zu verlängern, heute eine
klare Abfuhr erteilt haben. Damit steht fest: Glyphosat hat in der EU
keine Zukunft. Der NABU fordert daher die Kommission auf, einen neuen
Vorschlag vorzulegen, der sich an den Forderungen der gestern im
EU-Parlament mit großer Mehrheit verabschiedeten Resolution
orientiert. Diese hatten u.a. eine letztmalige maximale Verlängerung
bis 2022 und ein sofortiges Komplettverbot im Haus- und
Kleingartenbereich sowie im öffentlichen Grün gefordert.
Dazu erklärt NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller: "Die
EU-Kommission hat jetzt Gelegenheit unter Beweis zu stellen, dass sie
das Vorsorgeprinzip und die Sorgen Millionen EU-Bürgerinnen und
Bürger ernst nimmt. Bei einer erneuten Abstimmung sollte auch die
neue Bundesregierung zeigen, dass sie die Meinung der deutschen
Bevölkerung würdig vertritt: Bei einer repräsentativen Umfrage des
NABU konnte festgestellt werden, dass 74 Prozent für ein sofortiges
Verbot von Glyphosat sind. Der Einsatz von hochtoxischen Ackergiften
wie Glyphosat ist unvereinbar mit einer naturverträglichen
Landwirtschaft. Bis zum endgültigen Verbot von Glyphosat Ende 2022
muss sichergestellt werden, dass die Prinzipien des integrierten
Pflanzenschutzes vorrangig Anwendung finden und ab sofort kein
Privatgärtner und keine Kommune mehr an dieses Umweltgift gelangt.
Gerade die Debatte um die jüngst veröffentlichte Insektenstudie
sollte den politischen Entscheidungsträgern eine Mahnung sein, alles
daran zu setzen, um den Insektenrückgang und den Verlust unzähliger
weiterer Tier- und Pflanzenarten in Agrarlandschaften aufzuhalten."
Zum Hintergrund:
Laut aktuellem Pflanzenschutzmittelbericht werden in Deutschland
jährlich gut 3.780 Tonnen Glyphosat abgesetzt. Ein großer Teil davon
landet auf den Äckern und zerstört wertvolle Ackerwildkräuter,
vernichtet die Nahrungsgrundlagen für Insekten und andere
Artengruppen, vermindert die Bodenfruchtbarkeit und landet in unseren
Gewässern. Trotz der offensichtlichen Bedrohung für die biologische
Vielfalt hat sich die eingesetzte Menge in den vergangenen Jahren nur
unwesentlich vermindert, zugleich hat sie die intensive
Landwirtschaft in große Abhängigkeit gestürzt. Hinsichtlich der
kontrovers diskutierten Krebsgefahr durch Glyphosat war unlängst
bekannt geworden, dass das für die Bewertung in der EU zuständige
Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)offenbar entscheidende Teile
seines Gutachtens vom Glyphosat-Hersteller Monsanto übernommen hatte.
Aktion zur Auslistung von Glyphosat und Ergebnisse der
YouGov-Umfrage: www.nabu.de/news/2017/10/23286.html und
http://ots.de/cUN2H
Mehr zu den NABU-Forderungen für die künftige Agrarpolitik:
www.NABU.de/agrarreform2021
Für Rückfragen:
Till-David Schade NABU-Referent für Biologische Vielfalt,
Tel. +49 (0)30.284984-1577, Mobil +49 (0)172.5254436
E-Mail: Till-David.Schade@NABU.de
NABU-Pressestelle
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Datum: 25.10.2017 - 14:09 Uhr
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