Kinderarmut muss zentrales Thema werden / DKSB und Bündnis KINDERGRUNDSICHERUNG fordern Verhandlungsführer der Sondierungsgespräche in Offenem Brief zum Handeln auf
ID: 1545413
fordert der Deutsche Kinderschutzbund (DKSB) gemeinsam mit dem
Bündnis KINDERGRUNDSICHERUNG CDU/CSU, FDP und Bündnis 90/Die Grünen
auf, die Bekämpfung von Kinderarmut zu einem zentralen Thema der
nächsten Bundesregierung zu machen. Genügend Übereinstimmungen für
eine gemeinsame Politik fänden sich in den Wahlprogrammen der
Parteien, heißt es in einem Offenen Brief des Bündnisses an die
Verhandlungsführerinnen und Verhandlungsführer.
In diesen Wochen werden die Weichen für die Kinder- und
Familienpolitik der kommenden vier Jahre gestellt. Das Bündnis
KINDERGRUNDSICHERUNG sieht darin eine große Chance und appelliert an
die Parteien, den Mut zu größeren Veränderungen zu haben, um Kindern
in Deutschland eine gute Zukunft zu ermöglichen.
Laut dem aktuellen Armuts- und Reichtumsbericht sind derzeit 2,7
Millionen Kinder in Deutschland von Armut betroffen. "Vor allem für
die Kinder von Alleinerziehenden und Familien mit mehreren Kindern
wird viel zu wenig getan", sagt Heinz Hilgers, Präsident des
Deutschen Kinderschutzbundes. "Wer als Kind Armut erfährt, hat kaum
Chancen auf echte gesellschaftliche Teilhabe. Und Kinderarmut wird
oft von Generation zu Generation weitervererbt."
In ihren Wahlprogrammen sind sich CDU/CSU, FDP und BÜNDNIS 90/DIE
GRÜNEN im Wesentlichen einig: Kinderarmut darf es in einem Land wie
Deutschland nicht geben. Auch finden sich konkrete Übereinstimmungen
für ein gemeinsames politisches Handeln. Geplant ist etwa, Leistungen
zusammenzuführen und so das komplizierte System der Kinder- und
Familienförderung zu vereinfachen. Sowohl FDP als auch Grüne wollen
das kindliche Existenzminimum mit einer Kombination aus einem
Grundbetrag für alle Kinder und einem einkommensabhängigen
Zusatzbetrag sichern.
Der Präsident des Deutschen Kinderschutzbundes, Heinz Hilgers,
sieht darin einen Schritt in die richtige Richtung: "Viele Kinder
würden so einfacher und unbürokratischer vor Armut geschützt. Aber
das reicht uns noch nicht. Sozial gerecht wäre nur eine
Grundsicherung für Kinder, die das aktuelle System vom Kopf auf die
Füße stellt und allen Kindern das garantiert, was sie tatsächlich für
ein gutes Aufwachsen benötigen."
In ihrem Offenen Brief appellieren der DKSB und das Bündnis
KINDERGRUNDSICHERUNG an die Verantwortlichen, eine Gesamtstrategie
gegen Kinderarmut zu entwickeln, die eine ausreichende finanzielle
Förderung sowie eine qualitativ hochwertige Infrastruktur umfasst.
Informationen zum Bündnis KINDERGRUNDSICHERUNG finden Sie auf
www.kinderarmut-hat-folgen.de
Pressekontakt:
Deutscher Kinderschutzbund Bundesverband e.V.
Franziska Fischer
Schöneberger Str. 15
10963 Berlin
Telefon: 030/214 809-20
E-Mail: fischer@dks.de
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Datum: 27.10.2017 - 08:21 Uhr
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