Conterganstiftung wird 45 Jahre alt / Betroffenenvertreter fühlen sich immer noch rechtlos
ID: 1546325
Conterganstiftung zum 45. Mal.
Anlässlich dieses Jubiläums beanstanden die zwei gewählten
Betroffenenvertreter, dass sie in dieser Stiftung nach wie vor nicht
auf Augenhöhe behandelt werden. Einer der beiden
Betroffenenvertreter, Christian Stürmer, der zugleich
Bundesvorsitzender des Contergannetzwerkes Deutschland e.V. ist,
führt hierzu aus: "Während der Bundestag sich im Jahre 2013 seiner
Verantwortung bekannte, den Geschädigten Leistungen zuerkannte, womit
diese ein selbstbestimmtes Leben zu führen in der Lage sind und
Abgeordnete sich sogar entschuldigten, wird dies vom
Bundesfamilienministerium bis heute nicht nachvollzogen. Im
Stiftungsrat sitzen zwei Betroffenenvertreter drei
Ministerialvertretern gegenüber. Wir haben keine Chance, berechtigte
Anliegen durchzusetzen. Bis zum Jahre 2009 waren neben den
Betroffenenvertretern noch zig andere Sozialorganisationen im
Stiftungsrat. Mit dem 2. Conterganstiftungänderungsgesetz im Jahre
2009 wurde der Stiftungsrat einfach auf 5 Personen reduziert und den
Ministerialvertretern die Mehrheit gegeben." Weder entspricht dies
den bereits normalen Ansprüchen auf Mitsprache, noch wird dies den
Vereinbarungen mit unseren Eltern gerecht."
Die Stiftung wurde im Jahre 1972 extra gegründet, weil man die
Auszahlungen von Leistungen an Conterganopfer damals nicht durch
unmittelbare staatliche Stellen, wie Versorgungsämter, durchführen
lassen wollte, da der Staat selbst tief im Conterganskandal
verstrickt war:
Der Staat hat sich vor und nach dem Conterganskandal schützend vor
die Pharmaindustrie gestellt und es unterlassen, rechtzeitig adäquate
Arzneimittelschutzgesetze einzuführen. Er musste erst als letztes
Land im gesamten EWR-Raum durch die Römischen Verträge zur Einführung
von Schutzvorschriften gezwungen werden.
"Die mit schwersten Missbildungen zur Welt gekommenen
Conterganopfer wurden dann mit § 23 Abs. 1 des Errichtungsgesetzes
der Stiftung enteignet, nämlich sämtliche Ansprüche der Geschädigten
gegen die Firma Grünenthal, ihre Eigentümer und Angestellten zum
Erlöschen gebracht und mit "einem Butterbrot" zu den Sozialkassen
geschickt", sagt Stürmer weiter und schließt: "Wir werden nicht ruhen
bis wir auf Augenhöhe behandelt werden - eine Frage der Würde."
Näheres
http://www.contergannetzwerk.de/index.php/presseerklaerungen/143-cont
erganstiftung-wird-45-jahre-alt-betroffenenvertreter-fuehlen-sich-rec
htlos.html
ContergannetzwerkDeutschland-e.V.
Christian Stürmer, 73760 Ostfildern, Kirchheimerstr.52,
Telefon: 01727935325; Email:law@stuermerweb.de,
HP:www.contergannetzwerk.de
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Datum: 31.10.2017 - 08:00 Uhr
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