Westfalenpost: Monika Willerüber die Kampagne gegen Kinderfotos im Internet
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postete im Sommer das Foto eines siegesgewiss grinsenden Flüchtlings
auf einem Jetski bei der illegalen Einreise nach Europa. In Wahrheit
zeigt das Bild den Fußballer Lukas Podolski. Fake News nennt man so
etwas. Das Beispiel belegt, dass kein Foto im Internet sicher vor
missbräuchlicher Verwendung ist. Podolski kann sich gegen solche
Instrumentalisierung gerichtlich wehren. Marie und Finn können das
vorerst nicht, sie sind noch zu klein und darauf angewiesen, dass
die Eltern ihre Privatsphäre schützen. Natürlich ist es süß, den
Schnappschuss des kleinen Hemdenmatzes zu teilen, wie er mit
hochrotem Köpfchen auf dem Töpfchen sitzt und drückt. Aber was wird
das Kind später dazu sagen, wenn die Klassenkameraden es damit
aufziehen oder wenn die Chefs es vor einem Bewerbungsgespräch
googeln? Eltern sind gut beraten, ihre Begeisterung über die putzigen
Abenteuer ihrer Kleinen mit Augenmaß digital zu verbreiten. Was die
Eltern lustig finden, mag den Kindern als lächerlich oder gar
diskreditierend um die Ohren fliegen. Die Konsequenzen sind im
besten Fall peinlich, im schlimmsten Fall schädlich. Kinderfotos
gehören nicht in die sozialen Netzwerke. Denn das Internet vergisst
nichts und verliert nichts.
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Datum: 09.11.2017 - 21:26 Uhr
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