Rheinische Post: Kommentar: Nicht nur Vergangenheit
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Weltkriegs zurück, aber bis heute sind seine indirekten Folgen in
Europa und der Welt zu spüren. Schlimmer noch: Wir erleben gerade
eine Renaissance jenes nationalistischen Denkens, das die Katastrophe
damals mit ausgelöst hat. Deswegen ist es eine wichtige politische
Geste, wenn sich das französische und das deutsche Staatsoberhaupt
treffen, um gemeinsam feierlich ein Weltkriegsmuseum zu eröffnen. Ein
Akt, der jüngeren Generationen verstaubt vorkommen mag, der aber auch
daran erinnert, wie viel Kraft Europa und ganz besonders die
ehemaligen Erzfeinde Deutschland und Frankreich aus der konsequenten,
manchmal auch schmerzhaften Verarbeitung der Vergangenheit gezogen
haben. Der Blick zurück ist wichtig, er ist vielleicht sogar typisch
europäisch. Aber er darf auch nicht zur ewigen historischen
Nabelschau geraten. In Asien und Amerika schaut man lieber konsequent
nach vorne, redet lieber über die Zukunft als über die Vergangenheit.
Wir müssen in Europa aufpassen, dass wir über das Gestern nicht das
Morgen verpassen.
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Datum: 10.11.2017 - 19:18 Uhr
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