Neue Westfälische (Bielefeld): Rückkehr zu G9 soll Ruhe an den Gymnasien schaffen
Frommer Wunsch
Lothar Schmalen, Düsseldorf
ID: 1551395
Diese ironische Frage möchte man der neuen NRW-Landesregierung bei
der Rückkehr zur neunjährigen Gymnasialzeit stellen. Denn die
schwarz-gelbe Koalition und ihre Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP)
hätten es wie die Nachbarn in Niedersachsen ganz einfach machen
können. Alle Gymnasien kehren zum G9-Abitur zurück. Fertig. Die
Begründung wäre ebenso eindeutig wie klar: Das Turbo-Abitur hat keine
Akzeptanz an den Schulen und bei den Eltern gefunden, und außerdem
ist es pädagogischer Unsinn. Aber nein: In Nordrhein-Westfalen muss
alles offenbar ganz kompliziert sein. Obwohl auch hier inzwischen
klar ist, dass das Turbo-Abi schlicht in den Papierkorb der
Schulgeschichte gehört, wird mit viel Hirnschmalz eine Regelung
erfunden, für die derjenige, der sie durchblicken soll, wenigstens
das Abitur (und wenn es geht: kein Turbo-Abitur) braucht. Schuld
daran ist, dass das neue Gesetz vor allem Ausnahmen regeln soll - die
Ausnahme, gegebenenfalls doch beim eigentlich für pädagogisch nicht
sinnvoll erklärten Turbo-Abi bleiben zu können, die Ausnahme, dass
gegen eine Entscheidung der Schulkonferenz, bei G8 bleiben zu wollen,
am Ende doch der Schulträger ein Veto einlegen kann, die Ausnahme,
dass an Schulen, die sich eigentlich dazu entschlossen haben, bei G8
zu bleiben, später doch noch irgendwie G9 eingeführt werden kann.
Ministerin Gebauer erhofft sich von der Rückkehr zu G9 endlich Ruhe
an den Gymnasien in NRW. Ihre Hoffnung dürfte ein frommer Wunsch
bleiben. Denn jetzt wird es an den Gymnasien erst einmal
Diskussionen, vielleicht auch richtig Streit in den Schulgemeinden
geben. Und da auch der spätere Wechsel von G8 zu G9 und umgekehrt
nicht ausgeschlossen ist, wird die Debatte vielleicht noch Jahre
dauern. Warum so kompliziert, wenn es auch einfach geht? Auf die
Frage hatte die Schulministerin nur eine Antwort: Weil es so im
Koalitionsvertrag zwischen CDU und FDP vereinbart worden ist. Dass
auch Lehrerorganisationen und kommunale Spitzenverbände die
konsequente Abschaffung des Turbo-Abiturs und die verbindliche
Wiedereinführung von G9 für alle Gymnasien lieber gesehen hätten,
unterstreicht, dass die einfachere Lösung auch für
Nordrhein-Westfalen die bessere gewesen wäre. Vielleicht wäre dann
auch deutlicher geworden, dass das Konzept der Schulministerin auch
eine Menge vernünftiger Verbesserungen für die Gymnasien bereit hält.
Pressekontakt:
Neue Westfälische
News Desk
Telefon: 0521 555 271
nachrichten@neue-westfaelische.de
Original-Content von: Neue Westfälische (Bielefeld), übermittelt durch news aktuell
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 14.11.2017 - 21:05 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1551395
Anzahl Zeichen: 2913
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Bielefeld
Kategorie:
Politik & Gesellschaft
Diese Pressemitteilung wurde bisher 469 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Neue Westfälische (Bielefeld): Rückkehr zu G9 soll Ruhe an den Gymnasien schaffen
Frommer Wunsch
Lothar Schmalen, Düsseldorf"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Neue Westfälische (Bielefeld) (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Hunderte Tankstellen in Nordrhein-Westfalen verstoßen gegen die gesetzliche Spritpreisregel - doch geahndet wird bislang kein einziger Fall. Seit Anfang April wurden in NRW insgesamt 2.634 unzulässige Preiserhöhungen durch 447 Tankstellen registriert, wie aus einer Analyse von Daten des Bundeskar
Verdi-Chef Werneke: AfD hätte bei uns keine Chance ...
Bielefeld. Verdi-Chef Frank Werneke sieht derzeit keinen wachsenden Einfluss der AfD auf die Gewerkschaften im Land. Auf die Frage im Interview mit der "Neuen Westfälischen" (Bielefeld), ob der Einfluss der AfD auch in Gewerkschaften zunehme, sagt Werneke: "In den Gewerkschaften nich
Verdi-Chef sieht Angriff auf alle Bereiche des Sozialstaats ...
Bielefeld. Der Chef der Vereinigten Dienstleistungsgesellschaft Verdi, Franke Werneke, warnt davor, Reformen auf dem Rücken der Beschäftigten durchzusetzen. "Es gibt gerade einen Angriff auf praktisch alle Bereiche des Sozialstaats - auf Arbeitnehmerrechte, Kündigungsschutz, Lohnfortzahlung
Weitere Mitteilungen von Neue Westfälische (Bielefeld)
Neue Westfälische (Bielefeld): Finanzieller Druck auf NRW-Studierende wächst Bildungsgerechtigkeit kostet Geld Matthias Bungeroth ...
Die Sozialerhebung der Studierendenwerke in NRW enthält viele Daten, die ermutigen. Ein Beispiel: Im bevölkerungsreichsten Bundesland stammen 52 Prozent der Studierenden aus einem nicht-akademischen Elternhaus, viel mehr als auf Bundesebene. Dort liegt die Quote der sogenannten Bildungsaufstei
Stuttgarter Nachrichten: Kommentar zur Rentenpolitik: ...
Erfahrene Politiker wissen, dass die Gefahren dann am größten sind, wenn es sehr gut läuft. Noch nie war es für die Jamaika-Parteien so leicht, auf Kosten der nächsten Generation die Rentenkasse zu plündern. Doch bei der der Rente erleben wir nur ein Zwischenhoch. Noch ist die Mehrzahl d
Mitteldeutsche Zeitung: Riesenbärenklau Tiefflieger lokalisiert Fundstellen ...
Die Zahl der Fundmeldungen von Riesenbärenklau in Sachsen-Anhalt ist im Vergleich zu 2016 um nahezu 30 Prozent gestiegen. Das berichtet die in Halle erscheinende Mitteldeutsche Zeitung (Mittwoch-Ausgabe). Seit 2010, dem Jahr der ersten Datenerhebung in Sachsen-Anhalt, wurde das gefährliche D
Mitteldeutsche Zeitung: Sachsen-Anhalt/Politik Flug-Affäre: Konservativer CDU-Flügel attackiert Finanzminister ...
In der Flug-Affäre gerät Landesfinanzminister André Schröder (CDU) in seiner Partei unter Beschuss. Die Werte-Union, ein Zusammenschluss von Konservativen innerhalb der CDU, legt Schröder indirekt den Rücktritt nahe. Das berichtet die in Halle erscheinende Mitteldeutsche Zeitung (Mittwocha




