Rheinische Post: KOMMENTAR Keine Integration ohne Fordern und Fördern
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Ist es ein gutes oder ein schlechtes Zeichen, dass sich die
Parteien CDU, CSU, Grüne und FDP am intensivsten über den
Familiennachzug streiten? Es gibt größere Herausforderungen. Sicher:
Niemand weiß, wie viele wirklich nachkommen würden. Von 60.000 bis
300.000 lauten die Schätzungen. Aber: Eine CDU-Kanzlerin, deren
Partei die christliche Soziallehre als Gründungsidee verinnerlicht
hat, sollte nicht die harte Linie bei Bürgerkriegsflüchtlingen mit
eingeschränktem Schutzstatus auspacken. Wenn man der Meinung ist,
dass so viele Flüchtlinge nicht nach Deutschland hätten kommen
sollen, hätte man früher Maßnahmen ergreifen müssen. Jetzt sind die
Menschen da. Und sie müssen integriert werden. Dazu gehört das
Fordern, das Erlernen der deutschen Sprache, die Anerkennung von
Recht und Staat, das Engagement für einen Arbeitsplatz. Aber eben
auch das Fördern. Die Möglichkeit, die engsten Familienangehörigen
bei sich zu haben. Nur so gelingt das Ankommen. Man kann nicht die
Familie in den Mittelpunkt der Politik stellen, aber Nicht-Deutschen,
die hierbleiben dürfen, ihre Familie verweigern. Gerade
Christdemokraten sollten das wissen.
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Datum: 19.11.2017 - 22:36 Uhr
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