Internationaler Tag zur Abschaffung der Sklaverei am 2.12. / Studie zeigt, die jüngsten Fischer in Ghana sind vier Jahre alt
ID: 1556864
Sklaverei der Vereinten Nationen erinnert daran, dass Sklaverei kein
Problem der Vergangenheit ist. Über 40 Millionen Menschen werden
aktuell in Sklaverei festgehalten, schätzt die Internationale
Arbeitsorganisation (ILO). Jedes vierte Opfer ist minderjährig. Eine
Studie der Menschenrechtsorganisation International Justice Mission
(IJM) ergibt, dass allein in Ghana Zehntausende Kinder als Sklaven in
der Fischerei arbeiten, die jüngsten Fischer sind vier Jahre alt.
Kinder müssen 18 Stunden am Tag arbeiten
Aus der 2017 veröffentlichten Studie "Child Trafficking into
Forced Labor on Lake Volta, Ghana" von IJM geht hervor, dass mehr als
die Hälfte aller arbeitenden Kinder im Süden des Voltastausees Opfer
von Menschenhandel wurden. 62 Prozent der gehandelten Kinder,
hauptsächlich Jungen, waren unter zehn Jahre alt, rund ein Fünftel
von ihnen gar sechs Jahre und jünger. Für häufig weniger als 10 Euro
werden sie als billige Ware verkauft. "Die Menschenhändler auf dem
Voltastausee zwingen sie erbarmungslos zu langer und harter
körperlicher Arbeit auf den Fischereibooten, häufig bis zu 18 Stunden
am Tag. Die Sklaverei raubt den Jungen jegliche Kindheit", sagt
Dietmar Roller, Vorstandsvorsitzender des deutschen Zweiges von IJM
in Berlin.
Die schwere körperliche Arbeit und die Gefahren des Sees schädigen
die Kinder langfristig: Aufgrund der erlebten Gewalt tragen die
Jungen Traumata davon, ihre Knochen und Körper werden von der
schweren Arbeit stark verschleißt. In Ghana arbeitet IJM mit den
lokalen Behörden daran, betroffene Kinder aus Sklaverei zu befreien
und durch die Betreuung in Nachsorgeeinrichtungen in der Genesung und
Aufarbeitung des Erlebten zu begleiten. Um Sklaverei in Ghana
nachhaltig zu bekämpfen, werden Polizeibeamte geschult und die
Strafverfolgung der Täter angegangen.
Verstärkte Anstrengungen zur Beendigung von Sklaverei dringend
notwendig
Die Situation in Ghana ist ein Beispiel für Sklaverei heute.
Sklaverei zeigt sich in unterschiedlichen Formen in jedem Land der
Welt, obwohl sie per Gesetz prinzipiell überall verboten ist. Im
Rahmen der Nachhaltigen Entwicklungsagenda (SDGs) der Vereinten
Nationen hat sich die internationale Gemeinschaft verpflichtet,
Sklaverei bis 2030 und Kinderarbeit bis 2025 zu beenden.
Dietmar Roller appelliert: "Den heutigen Internationalen Tag zur
Abschaffung der Sklaverei verstehe ich als dringenden Appell, den
Kampf gegen Sklaverei mit höchster Priorität in der Menschenrechts-
und Entwicklungszusammenarbeit, aber auch der wirtschaftlichen
Zusammenarbeit anzugehen. Dazu braucht es nachhaltige Veränderungen
in Rechtssystemen in den am stärksten betroffenen Ländern,
Initiativen von Unternehmen, sklavenfreie Lieferketten
sicherzustellen, und vor allem deutlich mehr Gelder für effektive
Programme - insbesondere auch von deutscher Seite -, um Sklaverei
wirksam zu beenden!"
IJM-Studie zu Ghana: http://ots.de/jdPRv
Pressekontakt:
IJM Deutschland e. V., Judith Stein | Tel: 030 246369013 | Email:
jstein@ijm-deutschland.de
www.ijm-deutschland.de
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Datum: 29.11.2017 - 11:50 Uhr
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