Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Nordkorea
ID: 1557121
bessere. Nordkoreas neue Rakete vom Typ Hwasong-15 hat eine
Reichweite von 13.000 Kilometern. Wenn Kim Jong Un, den Donald Trump
»kleinen Raketenmann« nennt, wollte, könnte er das Ferienanwesen des
US-Präsidenten in Florida treffen.
Natürlich scheint dieses Szenario unwahrscheinlich, weil es
erstens Abwehrtechnik gibt und zweitens Selbstmord wäre. Aber allein
das Wissen um die Möglichkeit eines Angriffs aus Nordkorea auf
amerikanisches Festland löst in den USA ein Gefühl der Verwundbarkeit
aus - bei Menschen und Politikern.
Die jüngste Provokation aus Pjöngjang hat eine andere Kategorie
als die Raketentests zuvor. Nordkorea schickt sich an, militärisch
auf eine Stufe mit China, Russland und den USA zu steigen - hat
allerdings noch nicht nachgewiesen, dass seine interkontinentalen
Trägerraketen schwere Atomsprengköpfe zielsicher transportieren
können.
Donald Trump hat gestern zurückhaltend reagiert. Der Mann, der in
dem Ruf steht, sich leicht provozieren zu lassen, hat seine bei den
Vereinten Nationen ausgesprochene Drohung der »totalen Zerstörung«
des stalinistischen Regimes noch nicht wiederholt.
Der US-Präsident dürfte klug genug sein, um eines zu wissen: Für
diesen Konflikt kann es keine militärische Lösung geben. Andererseits
hat er mehrfach vollmundig erklärt, dass er genau das nicht zulassen
werde, das gerade geschehen ist: die direkte Bedrohung der USA durch
Kim Jong Un.
Das ist Trumps Dilemma: Wenn er seinen Worten Taten folgen lässt,
um als Person glaubwürdig zu bleiben, entfacht er mit ziemlicher
Sicherheit einen Krieg von unabsehbarer Tragweite - technologisch wie
geografisch.
Nun sollen wieder einmal die Sanktionen verschärft werden. Das ist
nicht mehr als ein Reflex, der die ganze Ratlosigkeit im Umgang mit
den Steinzeit-Kommunisten zeigt. Aber mehr ist im Moment nicht drin,
auch weil Russland und China eigene Interessen verfolgen. Beide
Staaten haben eine Landgrenze mit Nordkorea. Das bedeutet nicht
zwangsläufig, dass sie die Militärtechnologie für das Raketenprogramm
geliefert haben. Raketenexperten wie der Raumfahrttechnik-Professor
Robert Schmucker von der Technischen Universität (TU) München
verdächtigen Russland nicht als Staat, sondern Kriminelle aus der
Armee.
Wie dem auch sei: Um den Konflikt zu beruhigen, braucht es ein
internationales Abkommen, ähnlich dem mit Iran. Das ist alles andere
als optimal, aber eben besser als nichts.
Nordkorea muss aufhören, seine Nachbarn zu bedrohen, und soll
seinerseits sicher sein, nicht angegriffen zu werden. Klingt einfach,
ist es aber nicht. Weil niemand weiß, ob Kim Jong Un auf seine
Drohgebärden zu verzichten bereit ist.
Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Chef vom Dienst Nachrichten
Andreas Kolesch
Telefon: 0521 - 585261
Original-Content von: Westfalen-Blatt, übermittelt durch news aktuell
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 29.11.2017 - 21:00 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1557121
Anzahl Zeichen: 3298
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Bielefeld
Kategorie:
Politik & Gesellschaft
Diese Pressemitteilung wurde bisher 239 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Nordkorea"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Westfalen-Blatt (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Der international renommierte Jazz-Trompeter Till Brönner befürchtet, dass Politik und Gesellschaft nichts aus der Zeit der Corona-Pandemie gelernt haben. "Das Erste, was wir tun, wenn es eng wird, ist ausgerechnet unsere DNA, nämlich die Kultur- und die Veranstaltungsbranche und die, die un
34 Polizeischüsse: Autofahrer gelähmt, Ermittlungen eingestellt ...
Die 34 Schüsse, die Polizisten vor zwei Jahren in Bad Salzuflen auf einen Audi und seinen Fahrer (19) abgegeben hatten, bleiben ohne strafrechtliche Folgen - es wird keinen Prozess geben. Die Staatsanwaltschaft Detmold hat nach WESTFALEN-BLATT-Informationen das Verfahren gegen die beiden Herforder
NRW: Polizei überwacht afghanischen Sexualtäter ...
Im Kreis Herford (NRW) wird ein afghanischer Sexualstraftäter in Absprache mit dem Landeskriminalamt "engmaschig" von der Polizei überwacht. Der 24-Jährige, der als rückfallgefährdet gilt, hatte nach einer Sexualtat eine Haftstrafe von drei Jahren und acht Monaten verbüßt und war in
Weitere Mitteilungen von Westfalen-Blatt
Mittelbayerische Zeitung: Seehofers Trümpfe / Kommentar zum CSU-Machtkampf ...
Horst Seehofer steht mit dem Rücken zur Wand. Aber er hält zwei starke Asse in der Hand: Die CSU, die ihn so gerne stürzen würde, kann ihn de facto nicht zum Abdanken als Ministerpräsident zwingen. Die Landtagsfraktion kann zudem im Machtkampf nur große, nicht größtmögliche Brutalität
Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar UN-Kriegsverbrecher-Tribunal Wider die Barbarei Dirk Müller ...
Das Haager Kriegsverbrecher-Tribunal beschließt seine Existenz mit einer dramatischen Schlussszene. Der Gerichtssaal wird zum Tatort, der Suizid des bosnisch-kroatischen Militärführers Slobodan Praljak (72) macht den Prozess selbst zum Gegenstand von Ermittlungen. Zu klären etwa ist die Frag
Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar Merkel, Seehofer und Schulz beim Bundespräsidenten Drei von der Zankstelle Dieter Wonka, Berlin ...
Als der blasse Diplomat Frank-Walter Steinmeier Bundespräsident wurde, waren nicht alle begeistert. Er sei kein starker Parteipolitiker, kein herausragender Redner, er werde kein Großer in seinem Amt sein. Jetzt, kurz vor dem ultimativen Koalitions-Findungstermin bei Steinmeier, sieht die Sach
Mittelbayerische Zeitung: Eine klare Strategie tut not / Nordkorea testet erfolgreich eine Interkontinental-Rakete, die Zieleüberall in den USA erreichen kann. Der Atomstreit droht, gefährlich zu es ...
Der Zeitpunkt rückt näher, an dem Donald Trump Farbe bekennen muss. Der "kleine Raketenmann" in Nordkorea ignoriert seine kraftmeiernden Drohungen so sehr, wie die umsichtige Diplomatie seines Vorgängers. Zumal Trump in einem CBS-Interview vom April eine "rote Linie" gezoge




