Aachener Zeitung: Kommentar zur Grundschulstudie
Weniger Kleinklein
Föderalismus in der Schulpolitik nutzt Kindern nicht
von Claudia Schweda
ID: 1559261
diesem Fall die 16 Bundesländer, der Brei die Schulpolitik in der
Bundesrepublik Deutschland. Ein Durcheinander von Ideen, Versuchen,
Modellen, Schulformen, Ansprüchen, Möglichkeiten. Und alle paar Jahre
werden nach den Landtagswahlen in den Bundesländern die Zutaten des
Breis neu gemischt - oder es kommt eine neue Zutat hinzu. Je nach
Gusto. Auslöffeln dürfen das Ergebnis die Schulen und die Kinder. Die
im Vergleich zu anderen Nationen schwache Lesekompetenz von
Viertklässlern ist nur ein Beispiel dafür, dass dieser Flickenteppich
in der Bildungspolitik beendet werden muss. Die Standards müssen
vereinheitlicht, national und international bewährte Konzepte
bundesweit umgesetzt werden. Das Schreibenlernen nach Gehör ist ein
weiteres Beispiel. Davon gibt es durchaus unterschiedliche Modelle.
Manche funktionieren. Die weiterführenden Schulen können fast
vorhersagen, welche der neuen Fünftklässler wenig Probleme mit der
Rechtschreibung haben werden. Sie kennen die Grundschulen in ihrem
Umfeld genau, die das Konzept anwenden, das eine hohe Erfolgsquote
aufweist. Sie nehmen auch die, die es mit dem ungeeigneten Konzept
gelernt haben, und schicken sie in den Förderunterricht. Ein
Hilfskonstrukt. Unfassbar ist, dass niemand die Erfahrungen mit den
verschiedenen Konzepten sammelt, auswertet und nutzt. Bundesweit.
Stattdessen entscheiden in NRW die Grundschulen selbst, welches
Konzept sie wählen. Ein Irrsinn. Der Bildungs-Brei schmeckt bitter.
Jeder weiß, dass ein Einser-Abi in Bayern deutlich schwerer zu
kriegen ist als in NRW. Doch bei der Bewerbung für einen begehrten
Studiengang interessiert das niemanden. Statt die Anforderungen zu
vereinheitlichen, werden die bestraft, die härteren Bedingungen
unterworfen wurden. Ändern wird sich das so schnell nicht. Denn die
Bildung ist eines der wenigen Felder, auf denen sich die
Landespolitiker austoben dürfen. Freiwillig verlassen werden sie es
nicht. Dafür müssen die Ergebnisse im internationalen Vergleich wohl
noch bitterer werden.
Pressekontakt:
Aachener Zeitung
Redaktion Aachener Zeitung
Telefon: 0241 5101-389
az-blattmacher@zeitungsverlag-aachen.de
Original-Content von: Aachener Zeitung, übermittelt durch news aktuell
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 05.12.2017 - 18:40 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1559261
Anzahl Zeichen: 2536
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Aachen
Kategorie:
Innenpolitik
Diese Pressemitteilung wurde bisher 274 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Aachener Zeitung: Kommentar zur Grundschulstudie
Weniger Kleinklein
Föderalismus in der Schulpolitik nutzt Kindern nicht
von Claudia Schweda"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Aachener Zeitung (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Reiner Calmund hat sich für Ex-Fußball-Profi Christoph Metzelder als neuen DFB-Präsidenten ausgesprochen. "Wir brauchen einen jungen Präsidenten. Selbst wenn ich mir die größte Mühe gebe, finde ich keinen besseren Kandidaten als Christoph", sagte der Ex-Manager von Bayer Leverkus
Aachener Zeitung: Kommentar zur Brandkatastrophe von Paris: Zerstörtes Erbe Von Christian Rein ...
In nur wenigen Tagen, in der Nacht von Samstag auf Sonntag, wollten Tausende Pariser wie in jedem Jahr das höchste Fest im Kirchenjahr in Notre-Dame begehen. In der Osternacht, in der die Christen die Auferstehung Jesu feiern, ist es ähnlich wie an Weihnachten immer ihre Kathedrale gewesen - d
Aachener Zeitung: Kommentar zum Aachen-Vertrag:Élysée. Aachen. Europa! Von Thomas Thelen ...
Immer mehr Ehepaare, das scheint ein Trend zu sein, verspüren den Wunsch, ihr Eheversprechen zu erneuern. Noch einmal Ja sagen, gerne im Rahmen einer feierlichen Zeremonie. Was besiegelt war, soll noch einmal untermauert werden. Wenn der 1963 zwischen Frankreich und Deutschland geschlossene
Weitere Mitteilungen von Aachener Zeitung
Mittelbayerische Zeitung: Leitartikel von Werner Kolhoff zur Situation von SPD-Chef Martin Schulz ...
Geschlossenheit ist ein sehr hohes Gut in der Politik. Und in der Tat: Wenn eine Partei gespalten ist, oder dauerhaft zerstritten, dann macht man doch besser gleich zwei daraus. Die Frage ist nur, wie viel Geschlossenheit sinnvoll ist. Als Martin Schulz im März bei seiner Wahl zum SPD-Chef 100 P
phoenix Erstausstrahlung: Macht und Ohnmacht - Das Dilemma des Martin Schulz - Donnerstag, 07. Dezember 2017, 10:00 Uhr ...
"Wir werden die Wahlen in diesem Jahr richtig spannend machen", versprach der neu gewählte SPD-Vorsitzende Martin Schulz Anfang des Jahres. Als die SPD bei der Bundestagswahl auf 20,5% abstürzt, kündigt Schulz an, dass die Zusammenarbeit mit der CDU/CSU "mit dem heutigen Abend&
G20-Krawalle: Polizei geht von gezielter Planung aus ...
Nach den schweren Krawallen am Rande des G20-Gipfels im Juli in Hamburg hat die Polizei nach eigenen Angaben konkrete Anhaltspunkte, dass Teile der Ausschreitungen von Linksautonomen gezielt geplant und organisiert wurden. Um weitere Beweise zu sichern, führt die Sonderkommission seit dem f
Westfalenpost: Ein Vorschlag zur Unzeit / Kommentar von Matthias Korfmann zu Abschiebungen nach Syrien ...
Kriminelle Syrer sollen schon bald in ihre Heimat abgeschoben werden. Auf diese Haltung einigen sich gerade zahlreiche CDU-Innenminister. Auch Herbert Reul aus NRW lässt durchblicken, dass er sich damit angefreundet hat. Ein populistischer Vorstoß ist das, der an der Bürgerkriegswirklichkeit i




