NOZ: NOZ: Diakonie-Präsident fordert von neuer Regierung ein "Sofortprogramm Pflege"
ID: 1560771
ein "Sofortprogramm Pflege"
Lilie für bessere Bezahlung in der Altenpflege - "Müssen den Beruf
attraktiver machen"
Osnabrück. Diakonie-Präsident Ulrich Lilie sieht für die
zukünftige neue Bundesregierung beim Thema Pflege großen
Handlungsbedarf. Im Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung"
(Samstag) sagte Lilie, es sei "für Deutschland und Europa wichtig,
dass wir bald eine wirklich regierungsfähige Mehrheit haben". Diese
müsse mit einem "klaren Programm auftreten, das den großen sozialen
politischen Herausforderungen, in denen wir in der Tat leben,
tragfähige Antworten gegenüberstellt", betonte Lilie. Dringlichkeit
bestehe vor allem bei der Bekämpfung des Personalmangels in der
Pflege: "Ich höre, dass in einzelnen deutschen Großstädten die ersten
Pflegeeinrichtungen und Stationen schließen, weil sie keine
Fachkräfte bekommen. Es müsste ein Sofortprogramm Pflege geben",
forderte der Diakonie-Präsident.
"Wir müssen Pflege besser bezahlen, wir müssen den Beruf
attraktiver machen, wir müssen die Vereinbarkeit von Familie und
Beruf verbessern", betonte Lilie. Auch müsse man überlegen, "wie wir
aus den Teilzeitkräften verstärkt Vollzeitmitarbeitende machen
können". Dies betreffe in der Pflege besonders oft Frauen.
Den Dauerstreit zwischen den Parteien um eine Obergrenze für
Flüchtlinge nannte Lilie im Interview "eine gespenstische
Symboldebatte". In der gesamten Geschichte der Bundesrepublik habe es
"überhaupt nur vier oder fünf Jahre gegeben, in denen mehr als
200.000 Flüchtlinge in dieses Land kamen", so Lilie weiter. "Das war
einmal der Jugoslawien-Konflikt. Und jetzt eben der Syrien-Konflikt.
Das sind humanitäre Katastrophen vor unserer Haustür, da wird man mit
einer Zahl keine Antwort finden", erklärte er. "Wir müssen aufpassen,
dass wir hier keine populistischen Gespensterdebatten führen, die in
der Realität keine Fragen lösen helfen." Es gelte, die Verwaltung gut
aufzustellen. "Dann schaffen wir es auch besser, diese besonderen
Herausforderungen zu regeln. Niemand möchte jedes Jahr 800.000
Flüchtlinge aufnehmen", sagte Lilie.
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Datum: 09.12.2017 - 07:00 Uhr
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