Rechtsextremismus und Naturschutz / Fachstelle der Naturfreundebewegung nimmt Arbeit auf
ID: 1561401
Deutschlands haben gemeinsam die Fachstelle
Radikalisierungsprävention und Engagement im Naturschutz (FARN)
gegründet. FARN untersucht die historischen und aktuellen
Verknüpfungen des deutschen Natur- und Umweltschutzes mit extrem
rechten und völkischen Strömungen und bietet ab sofort bundesweit
Bildungs- und Informationsveranstaltungen zu diesem Themenkomplex an.
Rechtsextreme Gruppierungen und Einzelpersonen engagieren sich im
Natur- und Umweltschutz. Sie wehren sich gegen Gentechnik und
Atomenergie. Sie plädieren für eine ökologische Landwirtschaft und
für eine artgerechte Tierhaltung. Sie sind für die heimische Biene
und gegen eingeschleppte Neophyten.
Die Grenzen zwischen den politischen Lagern scheinen zu
verschwimmen, wenn es um sogenannte grüne Themen geht. Viele
Forderungen der grünen Braunen decken sich mit denen von (Jugend-)
Umweltverbänden und Naturschutzorganisationen. Erst bei genauerem
Hinsehen wird deutlich, dass der rechte Natur- und Umweltschutz stets
verknüpft ist mit rassistischen, biologistischen und völkischen Ideen
- etwa mit den Neu-Rechten-Konzepten vom "Ethnopluralismus" oder der
"Umvolkung".
"Gerade für junge Menschen ist auf den ersten Blick oft gar nicht
klar, mit wem sie es zu tun haben. Naturschutz und Rechtsextremismus
geht für viele nicht zusammen. Die meisten denken eher an liberale
oder sogar links-politische Strömungen", so Yannick Passeick,
Bildungsreferent bei FARN.
Dabei ist dieses Phänomen ist nicht neu. Der deutsche Natur- und
Umweltschutz hat eine lange Geschichte. Diese ist nicht so eng mit
der sozialdemokratischen oder liberalen Strömungen verknüpft wie
gemeinhin angenommen wird. Vielmehr waren es zumeist konservative bis
faschistische Ideen, die sowohl der ökologischen Wissenschaft als
auch der ökologischen Bewegung ihren Stempel aufgedrückt haben.
"In vielen gesellschaftlichen Bereichen wird relativ unkritisch
damit umgegangen, dass der deutsche Naturschutz stark geprägt wurde
durch biologistische und rassistische Konzepte des NS-Regimes. Eine
systematische Aufarbeitung hat nach 1945 in diesem Bereich nicht
stattgefunden. Vielmehr wurden durch personelle Kontinuitäten diese
Konzepte, wenn auch in modifizierter Form, in Naturschutzverbänden
und Naturschutzbehörden weitergetragen" so Lukas Nicolaisen, der die
Fachstelle leitet.
FARN will diese Kontinuitäten sichtbar machen. Zudem sollen
Schnittmengen und Anknüpfungspunkte von rechten Positionen im Natur-
und Umweltschutz identifiziert und Vermeidungsstrategien erarbeitet
werden. Präventionskonzepte für Jugendliche und junge Erwachsene
werden konzipiert.
FARN wird gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren,
Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms "Demokratie leben!".
Pressekontakt:
Rückfragen bitte an
Marion Andert
Fachstelle Radikalisierungsprävention
und Engagement im Naturschutz (FARN)
c/o NaturFreunde Deutschlands
(030) 29 77 32 -67
andert@naturfreunde.de
www.naturfreunde.de/farn
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Datum: 12.12.2017 - 09:20 Uhr
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Am 1. & 2. Juni 2018 findet in Bielefeld die Fachtagung der Fachstelle Radikalisierungsprävention und Engagement im Naturschutz (FARN) statt, die über historische und aktuelle Verknüpfungen zwischen Rechtsextremismus und Natur- und Umweltschutz informiert. Seit Jahren engagieren sich
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