Westfalenpost: Pflegekrise - Eine schöne Aufgabe für die Koalitionsverhandlungen
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dramatischer: In der Kranken- und in der Altenpflege können immer
mehr Stellen nicht besetzt werden. Ohne gravierende Veränderungen
wird sich der jetzt schon spürbare Notstand zu einer flächendeckenden
Krise entwickeln. Denn was die wichtigen helfenden Berufe so
unattraktiv macht, ist nicht nur die zu geringe Bezahlung. Mindestens
genauso leiden die Alten- und Krankenpfleger darunter, dass sie wegen
der schlechten Besetzung die ihnen anvertrauten Menschen nicht
angemessen versorgen können. Deshalb steigen noch mehr aus, und die
Verbliebenen bekommen noch mehr Stress, haben noch weniger Zeit für
Zuwendung über das absolut Notwendige hinaus. Eine akademische
Pflegeausbildung wird zu höherem Ansehen beitragen und eine bessere
Bezahlung nach sich ziehen. Aber das kann nicht für alle die Lösung
sein. Nötig sind auch gesetzlich vorgeschriebene, feste
Betreuungsschlüssel. Das ist mangels Bewerbern nicht von heute auf
morgen umzusetzen und wird sehr viel Geld kosten. Dies in den
kommenden Jahrzehnten im Haushalt bereitzustellen, wäre eine schöne
Aufgabenstellung für die in Kürze beginnenden
Koalitionsverhandlungen. In denen könnte auch darüber nachgedacht
werden, wie sinnvoll es ist, dass internationale Konzerne gute
Profite mit deutschen Altenheimen machen, und ob nach der Phase des
Privatisierungswahns der Staat nicht wieder mehr Verantwortung für
die Schwächsten der Gesellschaft übernehmen muss. Unser Interesse
daran müssen wohl auch wir Bürger künftig noch deutlicher machen.
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Datum: 27.12.2017 - 21:30 Uhr
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