Schwäbische Zeitung: Alte Versprechen jetzt einlösen - Leitartikel zu Deutsche Bahn

Schwäbische Zeitung: Alte Versprechen jetzt einlösen - Leitartikel zu Deutsche Bahn

ID: 1567814
(ots) - Die Bahn ist immer für Überraschungen gut. Dass
der Tiefbahnhof Stuttgart 21 teurer und viel zu spät fertig wird:
bekannt. Dass die Schnellfahrstrecke von Ulm in die Landeshauptstadt
rechtzeitig fertig wird, dafür aber jahrelang vor Stuttgart im Nichts
enden könnte: ein alter Hut. Jetzt aber wird's neu und bunt: Der
Konzern baut ein Verkehrsdrehkreuz am Flughafen auf den Fildern und
bindet es nur widerwillig an die wirtschaftsstarke Region
Ulm/Oberschwaben an. Drei IC am Tag in jede Richtung plus ein paar
Regionalzüge sollen ausreichen, meinen die Fahrplanmacher heute, die
im Stresstest 2011 versprochen hatten, einen IC-Zweistundentakt auf
die Schiene bringen zu können.

Dabei vergessen die Bahnbosse, dass gerade in Oberschwaben die
Zustimmung bei der Volksabstimmung für das Bahnprojekt Stuttgart 21
so groß war, weil laut Versprechen komfortable Züge schneller und
öfter fahren sollen. Zwischen Ulm und dem Bodensee wurde massiv mit
den Vorteilen geworben, den Flughafen besser erreichen zu können.
Jahrzehntelang von der Verkehrspolitik abgehängt, sollte das
Gesamtprojekt die Wende zum Besseren für Oberschwaben und das Allgäu
bringen.

Das Geschwätz des Jahres 2011 aber interessiert im Berliner
Bahn-tower niemanden mehr, dort plant man ausschließlich im eigenen
Interesse. Und man fragt sich: Warum soll der Konzern kleinere
Flughäfen ansteuern? Warum soll die Bahn die Konkurrenz bedienen und
sich selbst schwächen? Der eigene Fernverkehrszug bedient doch die
gleiche renditestarke Strecke, auf der das Flugzeug des Mitbewerbers
fliegt! Die Passagiere sollen, so die Bahn, besser den Zug nutzen als
den Jet.

Bis der Filderbahnhof angefahren werden kann, werden noch Jahre
vergehen. Zeit genug, um Fahrpläne abzustimmen und Versprechen
einzufordern. Das Vertrauen in die Politik schwindet noch mehr, wenn


alle Vorteile, die Stuttgart 21 bringen soll, zerbröseln. Die
Landespolitiker sind gut beraten, einem Konzern, der dem Bund gehört
und der Allgemeinheit verpflichtet ist, wenigstens die
Fahrplan-Trickserei auszutreiben.



Pressekontakt:
Schwäbische Zeitung
Redaktion
Telefon: 0751/2955 1500
redaktion@schwaebische-zeitung.de

Original-Content von: Schwäbische Zeitung, übermittelt durch news aktuell

Themen in dieser Pressemitteilung:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF  Schwäbische Zeitung: Nicht vorschnell urteilen - Kommentar zu Schüssen auf Deniz Naki Rheinische Post: Neuer Rekordwert bei minderjährigen Bundeswehrsoldaten
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 08.01.2018 - 22:20 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1567814
Anzahl Zeichen: 2550

Kontakt-Informationen:
Stadt:

Ravensburg



Kategorie:

Politik & Gesellschaft



Diese Pressemitteilung wurde bisher 412 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Schwäbische Zeitung: Alte Versprechen jetzt einlösen - Leitartikel zu Deutsche Bahn"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Schwäbische Zeitung (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).


Weitere Mitteilungen von Schwäbische Zeitung


Schwäbische Zeitung: Nicht vorschnell urteilen - Kommentar zu Schüssen auf Deniz Naki ...
Wer auf Deniz Naki geschossen hat, ist bislang unbekannt. Er selbst ist sich aber sicher: türkische Nationalisten waren es, wenn nicht der Geheimdienst. Menschlich ist es verständlich, dass der 28-Jährige, noch unter dem Eindruck des Erlebten, diesen Schluss zieht. Dass er sich als Gegner

Schwäbische Zeitung: Der alte Proporz bei den Grünen - Kommentar zu den Grünen ...
Sind die Flügel bei den Grünen überholt? Zumindest erschweren sie die Personalauswahl enorm. Was hätte Cem Özdemir an der Fraktionsspitze für Reden halten können, wie hätte er als Chef der kleinsten Fraktion im Bundestag den Grünen Gewicht verleihen können, wenn er denn ein Linker oder

Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Netzwerkdurchsetzungsgesetz ...
Netzwerkdurchsetzungsgesetz - ein Wortungetüm. Und ein weiterer Beleg dafür, dass die Bundesregierung sich schwertut, Gesetze zu verabschieden, die sich in der digitalen Realität behaupten können. Der Versuch, die notwendige Bekämpfung von Hasskommentaren im Netz auf international tätige Fi

Rheinische Post: Kommentar: Die Welt wartet nicht ...
Welche politischen Folgen die lahmende Regierungsbildung in Berlin hat, zeigt dieser Tage am besten ein Blick ins Ausland. Zum Beispiel nach Peking. Dort trat der französische Präsident Emmanuel Macron jetzt als Europas starker Mann auf. Während Bundeskanzlerin Merkel und ihre Unionisten mit d


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z