neues deutschland: Ex-LAGeSo-Chef Muschter: "Viele Behörden verstehen sich als Abarbeitungsmaschine"
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Registrierung von Geflüchteten in Berlin war fehlende vorausschauende
Planung. Das sagte Sebastian Muschter der in Berlin erscheinenden
Tageszeitung "neues deutschland" (Samstagausgabe). Muschter hatte das
Landesamt für Gesundheit (LAGeSo), das damals noch für Geflüchtete
zuständig war, ab Januar 2016 ein Jahr lang geleitet. Im Buch
"Gestalten statt verwalten" beschreibt er seine Erfahrungen,
berichtet, was aus seiner Sicht in der Behörde falsch gelaufen ist
und welche Bedingungen es braucht, damit Verwaltungen besser mit
Krisen umgehen können. "Viele Behörden verstehen sich als
Abarbeitungsmaschine für das Geschäft, das heute definiert ist. Sie
ist nicht gleichzeitig eine Organisation, die über ihre eigene
Zukunft nachdenkt. Das ist für mich das Kernproblem."
Ideen, die er für das im August 2016 gegründete Landesamt für
Flüchtlingsangelegenheit (LAF) entwickelt habe, seien nur zum Teil
umgesetzt worden. "Wir hatten im Flüchtlingsbereich 60, 70 Projekte
angeschoben." Mitarbeiter habe er dafür vom Tagesgeschäft entbunden.
"Nach der Abspaltung des LAF ist das Tagesgeschäft wieder stärker in
den Fokus gerückt. Es gab wieder andere Prioritäten, teilweise wurde
auch wieder stärker zentralisiert und kontrolliert." Eine "kulturelle
Veränderung" der Arbeit in der Behörde sei ihm nicht gelungen.
Das Landesamt für Gesundheit und Soziales machte 2015 und 2016
wegen chaotischer und teils menschenunwürdiger Zustände etwa bei der
Terminvergabe für Flüchtlinge bundesweit Negativschlagzeilen.
Behördenchef Franz Allert bot im Dezember 2015 seinen Rücktritt an.
An seine Stelle rückte ab Januar als kommissarischer Leiter Sebastian
Muschter, der zuvor bei McKinsey gearbeitet hatte. Muschter arbeitet
heute für die Bertelsmann-Stiftung.
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Datum: 13.01.2018 - 07:00 Uhr
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