Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur SPD
ID: 1576849
wird. Zumindest geplante Wahlen stehen erst im Herbst an, wenn in
Bayern und in Hessen die Menschen an die Urnen gebeten werden. Welch
ein Glück für die SPD, könnte man denken - wenn da in Kürze nicht
eine noch viel wichtigere Wahl wäre, die sogar in einer Katastrophe
enden könnte. Im »ARD-Deutschlandtrend« ist die SPD auf 18 Prozent
gefallen. Das ist der schlechteste Wert der Partei, der in dieser
Umfrage jemals gemessen wurde. Im drittgrößten Bundesland
Baden-Württemberg ist die SPD nach einer Umfrage des Instituts
»Infratest dimap« sogar auf zwölf Prozent abgestürzt. Sie liegt
damit im Südwesten gleichauf mit der AfD. SPD-Chef Martin Schulz
erhält in der ZDF-»Politbarometer«-Liste der zehn wichtigsten
Politiker die bisher schlechteste Bewertung und kommt damit auf den
vorletzten Platz. Es ist kein Trost, dass nur CSU-Chef Horst
Seehofer noch schlechtere Umfragewerte erzielt hat. Am Sonntag,
spätestens Anfang nächster Woche, werden sich Union und SPD auf
einen Koalitionsvertrag einigen. Daran gibt es keinen Zweifel. Grund
zur Gelassenheit also für die SPD? Ganz im Gegenteil: Erst danach
beginnt das große Zittern für Martin Schulz und die gesamte
Parteiführung. Wenn die Mitglieder über den Eintritt der SPD in eine
neue Große Koalition entscheiden, ist keineswegs sicher, dass sie
mehrheitlich mit Ja stimmen werden. Sollte es so kommen, hätte
Deutschland zu Ostern eine neue Bundesregierung. Stimmen die meisten
der Delegierten aber mit Nein, wäre das das Ende einer Volkspartei
in ihrer bisherigen Form. Möglicherweise auch der Anfang einer ganz
neuen SPD mit neuen Gesichtern, darunter dem Juso-Vorsitzenden
Kevin Kühnert an der Spitze. Aber so weit ist es noch nicht. Fehlende
Schnelligkeit kann man den GroKo-Verhandlern nicht vorwerfen. Im
Eiltempo haben Union und SPD die angeblich wichtigsten Themen wie den
Familiennachzug, die Pflege, Rente und zuletzt die Bildung
durchgepeitscht und offenbar auch Einigung erzielt. Auch wenn Martin
Schulz das Gegenteil behauptet, dürften für viele SPD-Mitglieder in
den Sondierungsergebnissen bislang nur ganz wenige Argumente zu
finden sein, warum sie für statt gegen den Eintritt in die Große
Koalition stimmen sollten. Der GroKo-Plan muss für die Delegierten
stattdessen eher wie ein »Weiter so« wirken, in dem die Probleme
mit Milliardensummen zugeschüttet werden und die ohnehin geschwächte
SPD einzig und allein als Angela Merkels Steigbügelhalter gebraucht
wird. Ganz gleich wie die Basis entscheidet: Die Zerrissenheit dieser
Partei wird auch nach dem Mitgliedervotum nicht beseitigt sein. Und
Martin Schulz' Wortbrüche, sein Zick-Zack-Kurs und seine fehlende
Glaubwürdigkeit schon gar nicht.
Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Chef vom Dienst Nachrichten
Andreas Kolesch
Telefon: 0521 - 585261
Original-Content von: Westfalen-Blatt, übermittelt durch news aktuell
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 02.02.2018 - 20:30 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1576849
Anzahl Zeichen: 3263
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Bielefeld
Kategorie:
Politik & Gesellschaft
Diese Pressemitteilung wurde bisher 621 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur SPD"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Westfalen-Blatt (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Der international renommierte Jazz-Trompeter Till Brönner befürchtet, dass Politik und Gesellschaft nichts aus der Zeit der Corona-Pandemie gelernt haben. "Das Erste, was wir tun, wenn es eng wird, ist ausgerechnet unsere DNA, nämlich die Kultur- und die Veranstaltungsbranche und die, die un
34 Polizeischüsse: Autofahrer gelähmt, Ermittlungen eingestellt ...
Die 34 Schüsse, die Polizisten vor zwei Jahren in Bad Salzuflen auf einen Audi und seinen Fahrer (19) abgegeben hatten, bleiben ohne strafrechtliche Folgen - es wird keinen Prozess geben. Die Staatsanwaltschaft Detmold hat nach WESTFALEN-BLATT-Informationen das Verfahren gegen die beiden Herforder
NRW: Polizei überwacht afghanischen Sexualtäter ...
Im Kreis Herford (NRW) wird ein afghanischer Sexualstraftäter in Absprache mit dem Landeskriminalamt "engmaschig" von der Polizei überwacht. Der 24-Jährige, der als rückfallgefährdet gilt, hatte nach einer Sexualtat eine Haftstrafe von drei Jahren und acht Monaten verbüßt und war in
Weitere Mitteilungen von Westfalen-Blatt
Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar Jobverluste durch Roboter Digital-Horror Hannes Koch, Berlin ...
Entspannen Sie sich. Sie werden Ihren Arbeitsplatz mit großer Wahrscheinlichkeit auch in fünf Jahren noch haben. Kein Roboter oder Computerprogramm wird Sie überflüssig machen. Ja, es wird Veränderungen geben, Sie werden umlernen, dazulernen. Aber es passiert nicht die Katastrophe, die
Rheinische Post: Kommentar: Die NPD soll verhungern ...
Mal angenommen, die NPD wäre ein Ungeheuer und der Bundesrat der Ritter, der es bekämpft. Dann würde die gestrige Entscheidung bedeuten, dass er nicht mehr versucht, dem Ungeheuer den Kopf abzuschlagen, sondern ihm das Futter wegzunehmen. Das Ziel: Tod durch Verhungern. Nachdem ein Verbot gesc
Rheinische Post: Kommentar: Die Länder müssen Hausaufgaben machen ...
Nur um Missverständnisse zu vermeiden: Investitionen in Bildung kann man nur begrüßen - insbesondere in einem rohstoffarmen Land, dessen wichtigste Ressource seine Menschen sind. In vielen Bereichen in der Bildung herrscht Investitionsstau. Das trifft auf den Zustand vieler Schulgebäude und
Rheinische Post: Kommentar: Der Papst als Politiker ...
Jeder Papst bekleidet ein doppeltes Amt: Er ist Kirchenoberhaupt und Staatschef, Seelsorger und Politiker zugleich. Zwei Rollen, die schnell in Konflikt geraten können. Das erfährt gerade auch Papst Franziskus. Offenbar ist der Vatikan drauf und dran, sein Verhältnis zu China zu normalisieren.




