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"Mehr Geld für Ganztagsschulen ist gut, wir brauchen aber verbindliche Qualitätsstandards" / Robert Bosch Stiftung begrüßt Investitionsoffensive für Schulen in Koalitionsvertrag

ID: 1578403
(ots) -

- Robert Bosch Stiftung begrüßt Investitionsoffensive für Schulen
in Koalitionsvertrag
- Grundlage für Bildungsgerechtigkeit muss schon in Kitas gelegt
werden
- Digitale Ausstattung von Schulen muss einhergehen mit passenden
Unterrichtskonzepte

Die Robert Bosch Stiftung GmbH begrüßt die im Koalitionsvertrag
vereinbarte Investitionsoffensive für Schulen in Deutschland. Aus
Sicht der Stiftung können die angestrebten Vorhaben im Bereich
Bildung, beispielsweise der geplante Rechtsanspruch auf
Ganztagsbetreuung im Grundschulalter, dazu beitragen, die
Bildungschancen in Deutschland zu verbessern.

"Mehr Geld für Ganztagsschulen ist gut, wir brauchen aber
verbindliche Qualitätsstandards. Kinder müssen im Ganztag von einem
pädagogisch sinnvollen Bildungsangebot profitieren und dürfen nicht
ausschließlich betreut werden", sagt Uta-Micaela Dürig,
stellvertretende Vorsitzende der Geschäftsführung der Robert Bosch
Stiftung. Zum Thema Ganztag hatte die Robert Bosch Stiftung gemeinsam
mit drei weiteren Stiftungen in 2017 Empfehlungen vorgelegt. Zu den
wichtigsten Vorschlägen gehören längere Öffnungszeiten, bessere
pädagogische Konzepte, mehr Gestaltungsspielräume für die
Schulleitungen und eine höhere finanzielle Ausstattung.

Grundlage für Bildungsgerechtigkeit muss schon in Kitas gelegt
werden

"Die Grundlage für mehr Bildungsgerechtigkeit wird bereits in
Kinderbetreuungseinrichtungen und den Angeboten der Kindertagespflege
gelegt. Dort können ungleiche Startbedingungen frühzeitig
ausgeglichen werden, aber nur bei entsprechender Qualität", sagt
Dürig. Die Stiftung fordert daher, dass auch in diesem Bereich
bundesweit einheitliche Qualitätsstandards geschaffen werden, um
gegen die bestehenden Qualitätsunterschiede anzugehen. Dazu brauche


es eine starke finanzielle Beteiligung des Bundes sowie eine
verbindliche Umsetzung in den Ländern.

Digitale Ausstattung von Schulen muss einhergehen mit passenden
Unterrichtskonzepten

Ein weiteres wichtiges Zukunftsthema in der Bildung:
Digitalisierung. Die Vorschläge von Union und SPD im
Koalitionsvertrag gehen nach Einschätzung der Robert Bosch Stiftung
in die richtige Richtung. "Die digitale Ausstattung von Schulen ist
wichtig, muss aber einhergehen mit passenden pädagogischen
Unterrichtskonzepten und der entsprechenden Qualifizierung der
Lehrpersonen", so Dürig. Daher ist es begrüßenswert, dass die Länder
die Qualifikation der Lehrkräfte sicherstellen wollen und der Bund
weitere Schwerpunkte in der Bildungsforschung plant, etwa zur
Qualitätsverbesserung von Unterricht und Digitalisierung. Wie im
Ausland digitale Medien zum personalisierten Lernen erfolgreich
genutzt werden, untersucht derzeit eine Studie im Auftrag der
Stiftung, deren Ergebnisse im Juni 2018 vorgestellt werden. Bereits
seit Mitte 2015 arbeitet die Robert Bosch Stiftung gemeinsam mit
sechs weiteren Stiftungen im "Forum Bildung Digitalisierung" daran,
die öffentliche Diskussion über die Digitalisierung in der Bildung
zusammenzuführen und zusammen mit Experten pädagogische Konzepte für
den Unterricht zu entwickeln, um zu einer Strategie für das deutsche
Bildungssystem beizutragen. In Zusammenarbeit mit der
Kultusministerkonferenz und einzelnen Ländern ermöglicht das Forum
beispielsweise Studienreisen, die einen Einblick in den digitalen
Schulalltag im europäischen Ausland ermöglichen.

Mehr Engagement für Schulen in sozialen Brennpunkten

Außerdem fordert die Stiftung mehr Engagement für Schulen in
benachteiligten sozialen Lagen, die ihrer Verantwortung teilweise
nicht mehr gerecht werden können. "Jährlich verlassen nach wie vor
fast 50.000 Schüler Schulen in Deutschland ohne einen Abschluss: Dies
ist für unser Land inakzeptabel. Insbesondere Schulen in sozialen
Brennpunkten benötigen daher bedarfsgerechte Ausstattung und gezielte
Unterstützung, etwa durch passgenaue Beratung, zusätzliche
Qualifizierungsmaßnahmen und eine bessere Zusammenarbeit zwischen
Schulleitungen, Schulaufsicht und Schulträgern", sagt Uta-Micaela
Dürig. Wie dies gelingen kann, zeigt u.a. das Projekt "School
Turnaround", in dem die Robert Bosch Stiftung gemeinsam mit der
Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie zehn
Schulen über vier Jahre lang unterstützt hat. An den teilnehmenden
Sekundarschulen hat sich die Quote der Schulabgänger ohne Abschluss
während des Projekts bereits um 11 Prozent verbessert. Initiativen
wie "23+ Starke Schulen" in Hamburg oder "Potenziale entwickeln,
Schulen stärken" in Nordrhein-Westfalen sind weitere Beispiele dafür,
wie Schulentwicklung unter schwierigen Bedingungen gelingen kann.
Daran kann das geplante Bund-Länder-Programm für Schulen in sozial
benachteiligten Lagen anknüpfen.

Darüber hinaus freut sich die Robert Bosch Stiftung, dass ihre
Idee eines Nationalen Bildungsrats im Koalitionsvertrag aufgegriffen
wurde. Bereits 2012 hatten Experten im Auftrag der Stiftung ein
detailliertes Konzept für ein solches Gremium vorgestellt. Zuletzt
hatten die Bertelsmann Stiftung, die Deutsche Telekom Stiftung und
die Robert Bosch Stiftung 2014 die Bildung eines Nationalen
Bildungsrats nach Vorbild des renommierten Wissenschaftsrats
vorgeschlagen.

In den vergangenen 30 Jahren hat sich die Robert Bosch Stiftung
durch ihr Engagement als Bildungsstiftung in Deutschland etabliert.
Im vergangenen Jahr hat sie insgesamt 8,5 Millionen Euro für Projekte
im Bereich Bildung bereitgestellt und viele Aktivitäten auf den
Schwerpunkt "Gesellschaftlicher Zusammenhalt in Deutschland und
Europa" fokussiert. Mit dem Deutschen Schulpreis vergibt die Stiftung
den bekanntesten und anspruchsvollsten Preis für Schulen, der
nachhaltige Impulse für die deutsche Bildungslandschaft gesetzt und
zur Entstehung einer ganzen Bewegung guter Schulen geführt hat. Um
gute Schulpraxis noch stärker in die Breite zu tragen, hat die
Stiftung Anfang 2015 die Deutsche Schulakademie gegründet. Die
bundesweit aktive und unabhängige Institution für Schulentwicklung
und Lehrerfortbildung macht die Erfahrungen der über 60
Preisträgerschulen des Deutschen Schulpreises für andere Schulen und
Schulträger verfügbar.

www.bosch-stiftung.de

Über die Robert Bosch Stiftung:

Die Robert Bosch Stiftung GmbH gehört zu den großen,
unternehmensverbundenen Stiftungen in Europa. In ihrer gemeinnützigen
Arbeit greift sie gesellschaftliche Themen frühzeitig auf und
erarbeitet exemplarische Lösungen. Dazu entwickelt sie eigene
Projekte und führt sie durch. Außerdem fördert sie Initiativen
Dritter, die zu ihren Zielen passen.

Die Robert Bosch Stiftung ist auf den Gebieten Gesundheit,
Wissenschaft, Gesellschaft, Bildung und Völkerverständigung tätig. In
den kommenden Jahren wird sie darüber hinaus ihre Aktivitäten
verstärkt auf drei Schwerpunkte ausrichten:

- Migration, Integration und Teilhabe
- Gesellschaftlicher Zusammenhalt in Deutschland und Europa
- Zukunftsfähige Lebensräume

Die Robert Bosch Stiftung bekennt sich zu den Werten und dem
Vorbild ihres Stifters, Robert Bosch, und setzt dessen
philanthropisches Wirken fort. Mit mehr als 50 Jahren Erfahrung
verfügt sie in ihren Fördergebieten über ein breites Wissen, die
Qualifikation zur Entwicklung von Lösungen und ein umfangreiches
Netzwerk von Partnern, Experten und Praktikern.

Die Robert Bosch Stiftung ist alleinige Trägerin des Robert Bosch
Krankenhauses und der zugehörigen Forschungsinstitute in Stuttgart,
Institut für Geschichte der Medizin (IGM) und Dr. Margarethe
Fischer-Bosch-Institut für Klinische Pharmakologie (IKP), sowie des
International Alumni Center (iac) in Berlin. Sie ist Gesellschafterin
des UWC Robert Bosch Colleges in Freiburg und der Deutschen
Schulakademie in Berlin. Die Robert Bosch Stiftung hält rund 92
Prozent der Geschäftsanteile an der Robert Bosch GmbH und finanziert
sich aus den Dividenden, die sie aus dieser Beteiligung erhält. Seit
ihrer Gründung 1964 hat die Robert Bosch Stiftung mehr als 1,4
Milliarden Euro für ihre gemeinnützige Arbeit ausgegeben.
www.bosch-stiftung.de



Pressekontakt:
Michael Herm
Pressereferent
Strategische Kommunikation
Robert Bosch Stiftung GmbH
Telefon: 0711/46084-290
Fax: 0711/46084-10290
michael.herm@bosch-stiftung.de

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Datum: 07.02.2018 - 15:15 Uhr
Sprache: Deutsch
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