Neuer Selbsttest Parodontitis für Patienten
Risiken erkennen, Parodontitis behandeln
Die DG PARO Selbsttest-App Parodontitis (Bildquelle: DG PARO)(firmenpresse) - In der Universitätsmedizin Greifswald wurde ein neuer Risiko-Score zum Screening von Parodontitis entwickelt und evaluiert. Die Deutsche Gesellschaft für Parodontologie (DG PARO) hat daraus einen Selbsttest entwickelt, mit dem Patienten ihre Risikofaktoren für Parodontitis selbst abschätzen können. Der Test ist als App für das Smartphone und als Fragebogen für die Hausarzt- oder diabetologische Praxis verfügbar. Langfristig könnte er helfen, die Verbreitung der Krankheit zu senken, unter deren schwerer Form aktuell rund 11,5 Millionen Erwachsene in Deutschland leiden.
Parodontitis ist eine entzündliche Erkrankung des Zahnhalteapparates. Unbehandelt kann sie zu Zahnverlust führen sowie Auswirkungen auf die Allgemeingesundheit und das allgemeine Wohlbefinden haben. Denn Bakterien aus der Mundhöhle können über die Blutbahn in weit entfernte Regionen des Körpers gelangen und Stoffwechselerkrankungen begünstigen oder das Risiko für Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems wie Herzinfarkt erhöhen. Gut erforscht und wissenschaftlich belegt ist die gegenseitige Beeinflussung von Parodontitis und Diabetes mellitus. Parodontitis gilt heute als eine weitere wichtige Diabetesfolgeerkrankung. So haben Diabetes-Patienten im Vergleich zu Nicht-Diabetikern ein dreifach erhöhtes Risiko, an Parodontitis zu erkranken. Die Erkrankung verläuft schwerer und Diabetiker verlieren mehr Zähne als Nicht-Diabetiker.
Volkskrankheit Parodontitis
Parodontitis ist in Deutschland weit verbreitet. Laut der aktuellen Deutschen Mundgesundheitsstudie (DMS V) sind 51,6 Prozent der 35-44-Jährigen und 64,6 Prozent der 65-74-Jährigen von einer moderaten oder schweren Parodontitis betroffen. Dabei ist Parodontitis gut beherrschbar, vor allem wenn die Krankheit frühzeitig erkannt wird. Das Problem: Insgesamt ist die bevölkerungsweite Aufklärung ungenügend und auch die Selbstwahrnehmung bei den Patienten schlecht ausgebildet. Erschwerend kommt hinzu, dass die Parodontitis - wie auch der Diabetes - "stille Erkrankungen" sind, die von den Betroffenen oft erst sehr spät bemerkt werden. Es ist also wichtig, Warnsignale und Risiken für eine mögliche Parodontitis zu kennen und bei ersten Anzeichen den Zahnarzt aufzusuchen. Zu diesen Anzeichen gehören Zahnfleischbluten, gerötetes und geschwollenes Zahnfleisch, Mundgeruch, eine Lockerung und Stellungsänderungen der Zähne.
Unkomplizierter, wissenschaftlich fundierter Selbsttest
Mit dem Selbsttest Parodontitis gibt die DG PARO Patienten ein neues Instrument an die Hand, mit dem unkompliziert und verlässlich das eigene Risiko einer Parodontitis bewertet werden kann. Anhand von sechs Faktoren wie etwa Alter, Geschlecht oder Zahnfleischbluten werden Kategorien - zum Beispiel "weiblich/männlich" oder "ja/nein" - angegeben und mit Punkten bewertet. Je höher der Wert, desto höher das Parodontitis-Risiko.
Der Selbsttest kann von jedem Erwachsenen ohne großen Aufwand durchgeführt werden - ob per App für das Smartphone (zum Download im iTunes-Store oder bei Google Play) oder anhand eines Fragebogens in vielen Arztpraxen. Der im Wartezimmer ausgefüllte Fragebogen ist eine gute Basis für das Patientengespräch mit dem Hausarzt oder Diabetologen, der bei entsprechendem Ergebnis die Empfehlung aussprechen kann, den Zahnarzt zu konsultieren. Mithilfe der leicht zu bedienenden DG PARO-App kann jeder Patient außerdem selbst zu Hause sein Risiko testen und bei entsprechendem Ergebnis seinen Zahnarzt aufsuchen. Dieser erhebt in seiner Untersuchung den Parodontalen Screening Index (PSI) und überprüft somit den Gesundheitszustand des Zahnhalteapparates. Die Untersuchung dauert nur wenige Minuten und ist kaum spürbar. Mithilfe des PSI ist es möglich, bereits frühe Formen der Erkrankung zu erkennen. Die Kosten für die Erhebung des PSI werden alle zwei Jahre von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen. Ergibt diese Untersuchung einen Verdacht auf eine Parodontitis, so kann durch eine umfassende Untersuchung die endgültige Diagnose abgeklärt werden. Früh erkannt, kann Parodontitis effektiv behandelt werden.
Zum Download stehen Ihnen zur Verfügung:
Der Selbsttest-Fragebogen - druckfähige Vorlage:
https://www.dgparo.de/media/download-5a1fbed30aef0
Die DG PARO Selbsttest-App finden Sie in den App-Stores:
iTunes: https://itunes.apple.com/de/app/id504498921?mt=8
Google Play: https://play.google.com/store/apps/details?id=club.app.dgparoWeitere Infos zu dieser Pressemeldung:
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Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Die Deutsche Gesellschaft für Parodontologie e.V. (DG PARO) nimmt wissenschaftliche und fachliche Aufgaben auf dem Gebiet der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, insbesondere der Parodontologie wahr. Für ihre fast 5.000 Mitglieder sowie zahnärztliche Organisationen ist sie seit über 90 Jahren beratend und unterstützend in parodontologischen Fragen tätig. Zu den Aufgaben der DG PARO gehört u.a. die Förderung der Forschung auf dem Gebiet der Parodontologie sowie die Auswertung, Verbreitung und Vertretung der wissenschaftlichen Erkenntnisse. Wesentliche Tätigkeitsschwerpunkte neben der Durchführung von wissenschaftlichen Tagungen, sind die Fort- und Weiterbildung auf dem Gebiet der Parodontologie sowie die Ausrichtung entsprechender Veranstaltungen. Zudem vergibt die Gesellschaft jährlich Wissenschaftspreise wie den Eugen-Fröhlich-Preis. Die DG PARO arbeitet, auch interdisziplinär, intensiv mit wissenschaftlichen Gesellschaften, Arbeitsgemeinschaften und Institutionen des In- und Auslandes zusammen. Sie verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke.
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Datum: 21.02.2018 - 13:15 Uhr
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