Westfalenpost: Lorenz Redicker zum Strommarkt
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Deutschland noch einmal umwälzen wird. RWE und Eon tauschen
untereinander Geschäftsfelder aus und stellen sich neu auf.
Konkurrenten werden sie künftig kaum mehr sein, im Gegenteil, eher
Schwestern. Sofern das Kartellamt denn mitspielt. Früher hätten die
Bonner Monopolwächter wohl hohe Hürden vor so einem Ringtausch
aufgestellt. Aber diese Zeiten sind vorbei. Der Strommarkt hat sich
gewandelt, ist kleinteiliger geworden. Wo er es nicht ist, bei den
Netzen, wird er staatlich reguliert. Bei der Produktion wird RWE der
größte Hersteller von Strom und von Ökostrom in Deutschland. Aber der
Wettbewerb ist hier rege, ein Nein des Kartellamtes deshalb nicht zu
erwarten, Auflagen indes sind wahrscheinlich. Verlierer dieses
Geschäfts dürfte eindeutig Innogy sein. Die bisherige RWE-Tochter
wird zerschlagen. Auf dem ersten Blick schneidet Eon am besten ab,
erhält es doch den zukunftsträchtigen Vertrieb und das risikolose
Netzgeschäft. RWE hingegen konzentriert sich auf die
wettbewerbsintensive Stromproduktion. Die Energiewende und ihre
Folgen haben diesen Stromdeal zweifelsfrei befeuert. RWE als einziger
verbleibender großer Produzent wird sich - wie gehabt - in die
Politik einmischen und versuchen, das Aus für den Kohlestrom noch
etwas hinaus zu zögern. Bei der aktuellen Regierung dürfte RWE mit
diesem Ziel allerdings auch offene Türen einrennen.
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Datum: 11.03.2018 - 21:08 Uhr
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