Westfalenpost: Die Konfrontation vermieden / Kommentar von Michael Backfisch zum Handelsstreit mit den USA
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In letzter Minute hat sich US-Präsident Trump einen Ruck gegeben:
keine Strafzölle für Stahl- und Aluminium-Produkte aus der EU -
vorerst zumindest. In den Unternehmen und in der Belegschaft sorgt
das für Hochstimmung. Das Ausbleiben der Zölle sichert Aufträge und
Arbeitsplätze. Über die Gründe, warum Trump erst wochenlang die
Zollkeule schwingt und dann beidreht, kann man nur spekulieren. Ist
der Chef des Weißen Hauses plötzlich zur Vernunft gekommen? Oder
wurde der Druck aus dem US-Kongress zu stark, der vor den
verheerenden Folgen eines Handelskriegs gewarnt hat? Trump ist Trump.
Das einzig Berechenbare an ihm ist die Unberechenbarkeit. Die EU hat
sich in diesem schwierigen transatlantischen Handelskonflikt richtig
verhalten. Sie hat früh signalisiert, dass sie das einseitige
Aufbauen von Zollschranken nicht tolerieren würde. Wenn Amerika satte
Abgaben auf Stahl und Aluminium erhebt, dann muss es mit
Gegenmaßnahmen beim Export von Motorrädern, Orangensaft oder Whiskey
rechnen. Aus Brüssel kam jedoch immer die Botschaft: Verhandlungen
gehen vor. Es war nicht Konfrontation pur. Klartext ja, aber
verbindlich im Auftritt: Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hat
diese Doppel-Strategie par excellence gefahren. Er jettete in einer
Feuerwehr-Mission über den Atlantik, suchte das Gespräch mit Trumps
Handelsminister und Handelsbeauftragten. Immer in enger Abstimmung
mit EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström. Altmaier zog nicht den
rhetorischen Knüppel, sondern warb um Verständnis und sang das Lied
der globalisierten Wirtschaft: In einer vernetzten Welt, in der die
Lieferketten der Firmen transnational sind, hinterlässt ein
Handelskrieg nur Verlierer. Der Saarländer hat mit seiner
geschmeidigen Art das Eis gebrochen. Ein toller Einstand als
Wirtschaftsminister.
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Datum: 22.03.2018 - 20:58 Uhr
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