Rheinische Post: Kommentar /
In dubio pro latino
= Von Wolfram Goertz
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(natürlich um des Reimes Willen) der Spruch: "Die spinnen, die
Finnen". Die sind in Wahrheit so listig wie der kleine Gallier und
revanchieren sich, indem sie Caesars Sprache hartnäckig pflegen. Seit
1989 gibt es im finnischen Rundfunk YLE die "Nuntii Latini",
Nachrichten auf Latein. Dieser Tage hieß es etwa: "Legati Russi
expellentur". Stimmt genau: Russische Diplomaten werden ausgewiesen.
Leider passiert das auch mit dem Lateinischen: Aus vielen Pennen
scheint es verbannt, zu wenige wollen es lernen, es gilt als
staubtrockenes Fach. Viel zu spät wurde Latein als virales Element
unserer Allgemeinbildung angesehen und unterrichtet; zahllose
Sprachen bauen auf Latein auf. Bei der Wahl der Fremdsprache dürfen
Eltern und Schüler im Zweifel ruhig für Latein votieren - sozusagen
in dubio pro latino -, denn moderner Lateinunterricht schult die
Intelligenz, macht Spaß und stiftet Erleuchtung. Ja, es werde Licht
im Kopf. Auf Latein: Fiat lux. Damit ist also weder ein italienischer
Kleinwagen noch die Helligkeit seines Abblendlichts gemeint.
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Datum: 06.04.2018 - 21:36 Uhr
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