Wie neutral müssen Lehrer sein?

Wie neutral müssen Lehrer sein?

ID: 1600174

ARAG Expertenüber politische und religiöseÜberzeugungen bei Pädagogen




(firmenpresse) - Für Lehrer gilt im Klassenzimmer politische Neutralität. Parteienwerbung im Wahlkampf ist tabu. Um religiöse Bekundungen in Form von Kopftuch, Kippa oder Kettchen mit Kreuz-Anhänger wird stetig gerungen. Dabei haben auch Lehrer eine eigene Meinung - und das dürfen sie natürlich auch. Welche Meinungsäußerungen allerdings im Unterricht noch erlaubt sind und welche nicht einmal in der Freizeit, ist oft eine Gratwanderung. ARAG Experten geben Auskunft.



Was ist im Unterricht erlaubt?

Auch Lehrer haben natürlich eine politische Meinung. Diese müssen sie den Schülern auch gar nicht verschweigen. Sie sind allerdings zu einer ausgewogenen Darstellung verpflichtet, müssen also auch die Gegenargumente deutlich machen.



Was ist verboten?

Werbung für Parteien ist streng verboten! Wenn ein Lehrer beispielsweise im Unterricht Wahlflyer für seine Partei verteilt, wäre das ein Kündigungsgrund. Dabei ist es völlig unerheblich, für wen der der Pädagoge wirbt. Sind die Lehrer verbeamtet, sind sie darüber hinaus auch in ihrer Freizeit bei politischer Betätigung zur Mäßigung verpflichtet. Das klappt nicht immer problemlos. Das beste und populärste Beispiel: Björn Höcke. Der AfD-Politiker ist im Bundesland Hessen als Lehrer verbeamtet. Solange er im thüringischen Landtag sitzt, ist er beurlaubt. Da er aber in der Vergangenheit durch zahlreiche rechtslastige, rassistische und hetzerische Äußerungen auffiel, versucht die hessische Landesregierung zu verhindern, dass Höcke in Zukunft wieder an einer Schule unterrichtet.



Schwieriger ist es, Lehrer loszuwerden, die keine Beamten sind. Doch auch Angestellte im öffentlichen Dienst müssen sich durch ihr gesamtes Verhalten zur freiheitlich demokratischen Grundordnung bekennen. So steht es im Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst. Lehrern steht es also nicht völlig frei, in ihrer Freizeit zu tun und zu äußern, was sie wollen, so ARAG Experten. Eine pauschale Aussage, wann die Grenze überschritten wird, ist jedoch nicht möglich. Es kommt immer - wie so oft - auf den Einzelfall an. Wer allerdings, wie die sogenannten "Reichsbürger", das Grundgesetz nicht als unsere Verfassung anerkennt oder die systematische Tötung von Juden im Dritten Reich leugnet, disqualifiziert sich eindeutig als Vorbild und Lehrer für unsere Jugend.





Das Kreuz mit dem Kreuz

Theoretisch gelten die Regeln sowohl für politische als auch religiöse Meinungsäußerungen. Allerdings geht jedes deutsche Bundesland anders mit der Frage um, welche religiös begründeten Kleidungsstücke als Werbung für eine bestimmte Weltanschauung gewertet werden. In Berlin gibt es beispielsweise das Gesetz zu Artikel 29 der Verfassung von Berlin vom 27. Januar 2005, meist als Neutralitätsgesetz bezeichnet. Die Regelung verbietet religiöse Symbole wie Kopftücher, Kreuze oder Kippas an öffentlichen Schulen. Dabei entspricht ein pauschales Kopftuch-Verbot laut Bundesverfassungsgericht (BVerfG) nicht dem Grundgesetz. Anders als der Berliner Senat hat der NRW-Landtag daraus Konsequenzen gezogen und ein vorher bestehendes Verbot wieder gekippt.



Was Eltern tun können, wenn Vorwürfe laut werden

Vorwürfe gegen Lehrer bleiben oft lange unter Verschluss, weil Schulleiter zur Verschwiegenheit verpflichtet sind. Sie dürfen sich also nicht einfach an die Öffentlichkeit oder die Politik wenden, wenn sich Eltern oder Schüler über einen Lehrer beschweren. Nachfolgend ein paar Tipps, wie Eltern vorgehen sollten, wenn der Verdacht besteht, dass ein Lehrer seiner Verpflichtung zur Neutralität nicht nachkommt.



1. Zuerst mit dem Lehrer sprechen! Dabei sollte man auf jeden Fall zu zweit sein, damit es einen weiteren Zeugen gibt. ARAG Experten raten, sich dazu an den Vertrauenslehrer zu wenden.

2. Erst wenn sich der Verdacht erhärtet oder der Lehrer sich uneinsichtig zeigt, sollten Eltern Kontakt mit der Schulleitung, dem Elternbeirat und der Kultusbehörde aufnehmen.

3. Wichtig: Alles ganz genau dokumentieren! E-Mails oder Kopien eines Briefwechsels aufbewahren und nach Telefonaten ein Protokoll anfertigen.



Download unter:

https://www.arag.de/service/infos-und-news/rechtstipps-und-gerichtsurteile/sonstige/Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:

Themen in dieser Pressemitteilung:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:

Die ARAG ist das größte Familienunternehmen in der deutschen Assekuranz und versteht sich als vielseitiger Qualitätsversicherer. Neben ihrem Schwerpunkt im Rechtsschutzgeschäft bietet sie ihren Kunden in Deutschland auch attraktive, bedarfsorientierte Produkte und Services aus einer Hand in den Bereichen Komposit, Gesundheit und Vorsorge. Aktiv in insgesamt 17 Ländern - inklusive den USA und Kanada - nimmt die ARAG zudem über ihre internationalen Niederlassungen, Gesellschaften und Beteiligungen in vielen internationalen Märkten mit ihren Rechtsschutzversicherungen und Rechtsdienstleistungen eine führende Position ein. Mit über 3.900 Mitarbeitern erwirtschaftet der Konzern ein Umsatz- und Beitragsvolumen von rund 1,6 Milliarden EUR.



PresseKontakt / Agentur:

redaktion neunundzwanzig
Brigitta Mehring
ARAG Platz 1
40472 Düsseldorf
brigitta.mehring(at)arag.de
0211 963-2560
http://www.ARAG.de



drucken  als PDF  Unterwegs: Dresdner Philharmonie geht auf Tournee Der Winspiration Award 2018 - Die zweite Nominierung
Bereitgestellt von Benutzer: Adenion
Datum: 13.04.2018 - 13:00 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1600174
Anzahl Zeichen: 4594

Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner: Brigitta Mehring
Stadt:

Düsseldorf


Telefon: 0211-963 2560

Kategorie:

Politik & Gesellschaft



Diese Pressemitteilung wurde bisher 904 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Wie neutral müssen Lehrer sein?"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

ARAG SE (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

Überkreuz-Nierenspende: Neue Chancen für Betroffene ...
Laut Deutscher Gesellschaft für Nephrologie sterben jährlich weltweit 2,4 Millionen Menschen an den Folgen einer Nierenerkrankung. Für viele Menschen mit schweren Nierenerkrankungen ist eine Transplantation die einzige Chance auf ein weitgehend normales Leben. Doch passende Spenderorgane sind rar

ARAG Recht schnell… ...
+++ Diebe fangen Debitkarte auf Postweg ab: Wer haftet? +++Nach Auskunft der ARAG Experten entschied das Oberlandesgericht Frankfurt am Main, dass eine Bank für unbefugte Abhebungen mit einer gestohlenen Debitkarte haftet, wenn der Kontoinhaber die Karte nie erhalten hat. Im konkreten Fall hatten T

Pauschalreisen: Mehr Rechte für Verbraucher ...
Wer eine Pauschalreise bucht, soll sich künftig noch stärker auf klare Regeln und faire Bedingungen verlassen können. Das Europäische Parlament hat dafür neue Vorgaben beschlossen. Sie betreffen unter anderem die Frage, wann eine Reise überhaupt als Pauschalreise gilt, wie mit Gutscheinen umzu


Weitere Mitteilungen von ARAG SE


Rechtsbrüche und Manipulationen - das politische Sachbuch erörtert Deutschlands Zuwanderungsproblematik ...
Fehlentwicklungen, manchmal auf katastrophalem Niveau, sind in der Weltgeschichte nichts Neues. Es gibt zahlreiche Beispiele von Politikern und Regierenden, die wider besseren Wissens und ausreichenden Hintergrundinformationen im Verlauf der Zeit Entscheidungen getroffen haben, die alles andere als

Unterwegs: Dresdner Philharmonie geht auf Tournee ...
Beginnend in der Berliner Philharmonie, tourt die Dresdner Philharmonie 10 Tage mit ihrem Chefdirigenten Michael Sanderling und den beiden Solisten Martin Grubinger und Alice Sara Ott durch Deutschland und unternimmt einen Abstecher in die Niederlande. Mit dem Konzert für Schlagzeug und Orchester

Neue Westfälische (Bielefeld): Grüne kritisieren NRW-Regierung für geplantes Kopftuchverbot ...
"Staatssekretärin Güler stellt ihr Ego über rechtsstaatliche Grundsätze" Bielefeld. Angesichts des geplanten Kopftuchverbots für Mädchen unter 14 Jahren in Nordrhein-Westfalen haben die Grünen die schwarz-gelbe Landesregierung scharf kritisiert. In einem Gespräch mit der in

OLG München: Anspruch des Handelsvertreters auf Erteilung eines Buchauszugs ...
Die Verjährung des Anspruchs eines Handelsvertreters auf Erteilung eines Buchauszugs beginnt regelmäßig mit dem Schluss des Jahres, in dem er eine abschließende Provisionsabrechnung erhalten hat. Ein Handelsvertreter kann bei der Abrechnung einen Buchauszug über alle Geschäfte verlangen, fÃ


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z