NRZ: Nur ein Küsschen, kein Erfolg bei Zöllen und Iran - von MANFRED LACHNIET
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Donald Trump traf, da war sie kurz zuvor von einer US-Zeitschrift als
"Führerin der freien Welt" gekürt worden. Dies muss den Egomanen aus
dem Weißen Haus ziemlich geärgert haben. Er hat große Vorbehalte
gegen Merkel. Umgekehrt gilt dies natürlich auch. Und das scheint so
zu bleiben.
Dass das Treffen der beiden gestern Abend keine nennenswerten
Fortschritte brachte, ist keine Überraschung. Die Strafzölle auf
Stahl und Alu, die auch die Industrie an Rhein und Ruhr belasten
werden, stehen weiterhin im Raum. Merkel kehrt mit leeren Händen
heim, die Vorgespräche ihres Vize Olaf Scholz und von Peter Altmaier
blieben fruchtlos.
Auch beim Thema Iran und Atomabkommen lässt Trump weiter die
Muskeln spielen. Dass die Kriegsgefahr in Nahost dadurch weiter
wächst, scheint ihn nicht zu rühren. Nur seine Anhänger glauben noch,
dass er einen guten Plan dabei verfolgt. Alle anderen halten ihn für
unberechenbar. Waren die Reisen von Macron und Merkel also
überflüssig?
Nicht ganz. Dass Macron inzwischen den führenden Europäer gibt,
ist für Deutschland keine Schande und sogar folgerichtig: Denn Merkel
hat zuletzt wenig erreicht in Europa: Flüchtlinge, Finanzen - meist
waren die Staaten anderer Meinung als sie. Man darf gespannt sein, ob
Macron mehr gelingt.
Dennoch darf Merkels Besuch in Washington als Zeichen einer
vorsichtigen Annäherung verstanden werden. Sie müssen ja keine
Freunde werden, aber reden sollten sie schon. Dazu ist die Lage der
Welt zu ernst.
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Datum: 28.04.2018 - 09:20 Uhr
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