Im Gespräch: Werner J. Ullmann (ERA RESOURCES)

Im Gespräch: Werner J. Ullmann (ERA RESOURCES)

ID: 160834


Gold gilt als traditionsreicher und zukunftsträchtiger Anlagetrend. Darauf setzt auch der
Rohstoffexperte Werner J. Ullmann, Gründer und Fondsmanager der ERA Resources GmbH.
Seit 2005 sind die Spezialisten für die Beratung von Gold- und Rohstoffinvestments auf dem
Markt aktiv. Mit der Finanzkrise musste jedoch auch das Augsburger Investmenthaus Verluste
einfahren. Werner J. Ullmann bezieht Stellung zu der Entwicklung der letzten zwei Jahre und
gibt einen Ausblick in das Jahr 2010: „Wir haben unsere Strategie geprüft und korrigiert sowie
das Portfolios in der Konsequenz bereinigt. Somit sind unsere Fonds für kommende
Marktphasen gut aufgestellt. Der Effekt: in den Year-to-Date-Tabellen rangieren die Stabilitas
Fonds wieder ganz oben.“



(firmenpresse) -

Herr Ullmann, in 2008 zeigten die Stabilitas Fonds im Zuge des allgemeinen
Marktkontextes einen deutlichen Kursrückgang. Wie kam es zu dieser Entwicklung?

Im Kern liegt das in der Fokussierung der Portfolios auf Minennebenwerte begründet. Seit
unserer Gründung in 2005 sehen wir unsere Kernkompetenz in eben diesem
Investitionsumfeld und haben mit dieser Strategie die Stabilitas Fonds auf den Weg
gebracht. Mit einer durchaus überzeugend positiven Entwicklung bis 2008. Natürlich hat
dieser Markt ohnehin eine hohe Volatilität. Aber erst durch die Marktentwicklung wurde die
Luft für Minennebenwerte dünn. Etliche IPOs konnten den geplanten Börsengang nicht
durchführen, auch hierdurch wurde ein Großteil unserer Positionen im Rahmen der
Finanzkrise illiquide. So war es uns auch nur eingeschränkt möglich, kurzfristig
gegenzusteuern. Kursrückgang und deutliche Verluste folgten für die Stabilitas Fonds.

Was steht hinter dieser Wandlung liquider Minenwerte zu illiquiden Verlustpositionen?
Im Zuge der Wirtschaftskrise kam es zu einem Ausverkauf an Minennebenwerten,
vorangetrieben insbesondere durch die Rückgaben bei Hedgefonds. Hier wurde
schlichtweg alles abverkauft, was im Gewinn war – deshalb waren Minennebenwerte im
besonderen Maße betroffen. Dazu kam die Angst vieler Investoren, dass sich diese
Unternehmen nicht mehr ausreichend finanzieren können. Obwohl sich die Angst als
unbegründet erwiesen hat, brach nicht zuletzt dadurch die Nachfrage bzw. die Käuferseite
stark ein. Somit traf eine große Menge an Verkäufen auf eine geringe Menge an Käufen –
mit der sich weiter verstärkenden Konsequenz des Ausverkaufs im Minensektor. Diese
Entwicklung setzte sich noch bis ins erste Quartal 2009 fort.

Bei großen Minenwerten war bereits zu diesem Zeitpunkt eine Markterholung zu
beobachten. Kleinere Minenwerte zogen im zweiten Quartal nach. Konnten Sie von dieser


Entwicklung profitieren?
Nur bedingt. Denn zu diesem Zeitpunkt etwa gab es eine neue Vorgabe der CSSF:
illiquide Aktien mussten ab sofort auf ein Maximum von bis zu 10% reduziert werden. Für
uns bedeutete das einen langen und schmerzhaften Prozess, da der Großteil unserer
Fonds wie oben gesagt in illiquiden Minenaktien investiert war. Wir waren damit
gezwungen, die Unternehmen mit äußerst geringen Umsätzen zu verkaufen, was den
Kursanstieg, der durch die Erholung einsetzte, verhinderte. Eine weitere Belastung stellten
unsere vorbörslichen Beteiligungen dar, mit der ERA hauptsächlich in Juno Special
Situations und Royal Nickel investiert war. Im Zuge der Krise fand hier eine Abwertung der
KAG um 73% statt. Unseren Goldfonds hat das etwa 10% Einmalbelastung gekostet, so
dass wir auch hier nicht von der positiven Entwicklung profitieren konnten – im Verlauf der
Finanzkrise war die Beteiligung von anfangs ca. 2% auf rund 15% angewachsen.

Ihre Fonds sind dennoch wieder auf einem guten Kurs. Was haben Sie dafür getan?
Wir setzen ganz konsequent auf den Umbau der Stabilitas Fonds. Schlussendlich fand
eine umfassende Bereinigung unserer Portfolios von illiquiden Aktientiteln und
vorbörslichen Beteiligungen statt. In punkto Minennebenwerte setzen wir nun
ausschließlich auf Titel zweiter Reihe mit hoher Liquidität. Zuvor haben wir auch Titel dritter
Reihe in unsere Portfolios aufgenommen. Nach wie vor bilden demnach Nebenwerte
unseren Investitionsschwerpunkt – jedoch mit dem Unterschied, dass sie
überdurchschnittlich liquide sind und darüber hinaus über ein hohes unternehmerisches
Wachstumspotenzial verfügen. Damit sind die Stabilitas Fond gegenüber
Marktentwicklungen, wie wir sie in 2008 und 2009 beobachten konnten, entsprechend
abgesichert.

Wie beurteilen Sie vor diesem Hintergrund die Markaussichten für 2010?
Nach der Bereinigung und Neustrukturierung unserer Portfolios ist das Potenzial unserer
Fonds wieder deutlich sichtbar. Das zeigt sich nicht zuletzt in den Year-to-Date-Tabellen, in
denen die Stabilitas Fonds wieder ganz oben rangieren. Damit können unsere Anleger
langfristig an dem interessanten und zukunftsträchtigen Goldmarkt partizipieren. Hier spielt
natürlich die steigende Nachfrage gegenüber des gleich bleibenden bzw. sogar sinkenden
Angebots eine wesentliche Rolle. Gewinnbringend aus Investorensicht war und bleibt an
dieser Stelle besonders der Minensektor – bedenken Sie beispielsweise, dass
Minengesellschaften zu einem Goldpreis von z.B. 350 USD pro Unze gewinnbringend
produziert haben. Nun steht Gold bei 1.100 EUR. Dies nur als ein Beispiel für die
zukünftigen Chancen der Branche.

Herr Ullmann, vielen Dank für das Gespräch.
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Datum: 09.02.2010 - 17:35 Uhr
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Freigabedatum: 09.02.2010

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