DSGVO-Studie: Verbraucher vertrauen Banken und Sparkassen beim Thema Datenschutz am stärksten

DSGVO-Studie: Verbraucher vertrauen Banken und Sparkassen beim Thema Datenschutz am stärksten

ID: 1613741
(ots) - Geldinstitute belegen beim Vertrauen in
Datenschutz ersten Platz vor Krankenkassen und staatlichen
Institutionen

- Verbraucher sehr skeptisch gegenüber Datenschutz in der "digital
economy"
- Dieser Vertrauensvorsprung ist eine Chance bei der Gestaltung
neuer, digitaler Geschäftsmodelle
- Vertrauen muss durch Transparenz und klare Gegenwerte erarbeitet
werden

Zum Geltungsbeginn der EU-Datenschutzgrundverordnung am 25. Mai
überwiegt das Vertrauen der Verbraucher in Finanzdienstleister,
Krankenkassen und Behörden, wenn es um den Datenschutz geht.
Geldinstitute belegen hier den Spitzenplatz: 72 Prozent der Befragten
vertrauen ihnen, davon rund 42 Prozent "stark" bzw. "sehr stark". Bei
den jungen Bankkunden unter 30 Jahren sind dies sogar rund 47
Prozent. Auf den Plätzen folgen Krankenkassen mit rund 40 Prozent
sowie Staat und Behörden mit 34 Prozent "starkem" bzw. "sehr starkem"
Vertrauen.

Dem gegenüber steht eine große Skepsis bei Anbietern aus der
digital economy, also Technologie- und Internetkonzernen. Nicht
einmal die Hälfte der Verbraucher vertraut Online-Händlern oder
deutschen Technologiekonzernen beim Datenschutz. Bei ausländischen
Technologie-Konzernen ist es nicht einmal jeder Dritte. Und nur gut
20 Prozent der Verbraucher trauen hier sozialen Netzwerken. Dies sind
unter anderem die Ergebnisse der aktuellen "Datenschutz-Studie 2018"
der Unternehmensberatung Berg Lund & Company.

Vertrauensvorsprung gerade bei sensiblen Finanzdaten

Der im Quervergleich Spitzenplatz für Banken und Sparkassen ist
dabei auch zwingend geboten, hüten diese Institute doch die aus
Kundensicht sensibelsten Daten: Finanzdaten - beispielsweise
Kontostände oder Transaktionen - werden von den befragten
Verbrauchern als mit Abstand am schutzwürdigsten eingestuft. Fast


drei Viertel der Befragten geben an, dass der Schutz dieser Daten für
sie "zwingend erforderlich" sei. Weit vor Personalien (46 Prozent)
oder gar Hobbies (25 Prozent). "Banken genießen trotz der
Finanzkrisen der Vergangenheit ein hohes Vertrauen der Kunden. Gerade
bei den sensiblen Finanzdaten ist das einerseits Verpflichtung,
andererseits aber auch ein klarer Wettbewerbsvorteil", so Dr. Thomas
Nitschke, Senior Partner bei Berg Lund & Company.

Denn spätestens durch die Umsetzung der EU
Zahlungsdiensterichtlinie PSD2 Anfang dieses Jahres ist ein Kampf um
den Zugang zum Kunden entbrannt. Neue Wettbewerber, wendige
Fintech-Startups etwa oder Internetriesen, bieten den Kunden
innovative und bequeme Finanzlösungen. "Die neuen digitalen
Wettbewerber werden die bestehende Vertrauenslücke schließen müssen,
zum Beispiel durch Kooperationen mit etablierten Finanzhäusern", so
Thomas Nitschke. "Umgekehrt können Banken und Sparkassen den
Vertrauensvorschuss und ihre große Kundenbasis nutzen, um neue
Geschäftsmodelle mutig anzugehen." Dabei müssen die Häuser sensibel
und dem Kunden gegenüber transparent vorgehen. Noch sind diejenigen,
die dem Datenschutz bei Finanzdienstleistern wenig bis gar nicht
trauen, mit rund 10 Prozent eine kleine Minderheit. Und das sollte
auch so bleiben.

Sparkassen-Kunden mit höherem Vertrauensvorschuss

Beim allgemeinen Vertrauen in die Finanzinstitute zeigen sich
unter den Kunden der einzelnen Anbieter nur leichte Unterschiede.
Überdurchschnittlich ausgeprägt ist es bei Kunden, die bei einer
Sparkasse ihr wichtigstes Konto führen. Hier bekunden 44 Prozent ein
"starkes" oder "sehr starkes" Datenschutz-Vertrauen, bei allen
übrigen sind dieses im Schnitt 39 Prozent. Die besondere Bedeutung
ihrer Finanzdaten gilt für die Kunden unabhängig von der Form des
eigenen Bankinstituts und liegt insgesamt auf sehr hohem Niveau.
Lediglich Kunden von Direktbanken - also Häusern ohne eigenes
Filialnetz - sind etwas weniger streng, wenn es um den Schutz ihrer
Daten geht (nur 68 Prozent sehen Finanzdaten als "zwingend" zu
schützen an gegenüber 72 Prozent bei den Kunden anderer Institute).

Und das, obwohl Direktbankkunden die Regelungen der
Datenschutzgrundversorgung überdurchschnittlich gut kennen: Immerhin
rund 43 Prozent haben sich mit der DSGVO beschäftigt. Bei den anderen
Banken hat dies bislang nur einer von drei Kunden getan.

Vertrauen rechtfertigen und Mehrwerte schaffen

"Vertrauen muss man immer wieder aufs Neue erarbeiten, gerade wenn
es im digitalen Zeitalter um das Thema Datenschutz geht", sagt Thomas
Nitschke: "Banken und Sparkassen werden von ihren Kunden gerne eine
Einwilligung auch für innovative Konzepte erhalten, solange deren
Vorteil klar erkennbar ist." So können zum Beispiel besonders
datengeschützte Angebote das Leistungs- und Vertrauensversprechen der
Geldinstitute begleiten. Digitale Vertragsmanager zur Verwaltung und
Optimierung von Verträgen etwa oder sichere Cloud-Speicher passen zum
Image der Banken - und immerhin jeder Dritte, der solche Angebote
derzeit kostenlos nutzt, würde dafür eine monatliche Gebühr bezahlen.



Pressekontakt:
Faktenkontor GmbH
Juliana Hartwig
Tel.: +49 40 253 185-122
E-Mail: juliana.hartwig@faktenkontor.de

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