E-Fuels sichern das Erreichen der Klimaziele / Prognos-Studie zu neuen flüssigen Energieträgern (FOTO)
ID: 1618382

(ots) -
Flüssige erneuerbare Kraft- und Brennstoffe sind für eine
weitgehend treibhausgasneutrale Energieversorgung unverzichtbar.
Perspektivisch könnten sie zu wettbewerbsfähigen Preisen angeboten
und so zu einer zusätzlichen Option für mehr Klimaschutz werden. Zu
diesem Ergebnis kommt eine neue Prognos-Studie.
"Verbraucher und wichtige Wirtschaftsbereiche werden auch künftig
flüssige Energieträger benötigen", erklärt Jens Hobohm, Leiter
Energiewirtschaft und Studienleiter bei der Prognos AG. Solche Kraft-
und Brennstoffe stellen derzeit in Deutschland rund 98 Prozent der
Antriebsenergie im Verkehrssektor und etwa 22 Prozent der Heizenergie
bereit. Zudem deckt die chemische Industrie hierzulande drei Viertel
ihres organischen Rohstoffbedarfs mit Mineralöl. Will Deutschland das
klimapolitische Ziel einer 80- bis 95-prozentigen Reduktion der
Treibhausgase erreichen, sei es daher entscheidend, flüssige
Energieträger wie Kerosin, Benzin oder Diesel zunehmend
treibhausgasreduziert herzustellen, so Hobohm.
Dies ist möglich, indem erneuerbarer Strom mit Hilfe von
Elektrolyse-Wasserstoff und Kohlenstoff in einen flüssigen
Energieträger (Power-to-Liquid, PtL) umgewandelt wird. Der
Kohlenstoff kann zum Beispiel aus der Luft oder aus Biomasse gewonnen
werden (Power-and-Biomass-to-Liquid, PBtL). Das ist das Ergebnis der
Studie "Status und Perspektiven flüssiger Energieträger in der
Energiewende", in der zwei Szenarien mit 80 beziehungsweise 95
Prozent Treibhausgasreduktion in Deutschland gegenüber 1990
analysiert werden.
Bedarf in Deutschland von bis zu 2.500 Petajoule im Jahr 2050
Die Studie zeigt für die einzelnen Verbrauchsbereiche auf, wie mit
Hilfe von E-Fuels - also fast treibhausgasneutralen, synthetischen
Kraft- und Brennstoffen - die Klimaziele erreicht werden können. Das
Resultat: "Im Jahr 2050 benötigt allein der internationale Luft- und
Schiffsverkehr Deutschlands ca. 550 Petajoule Energie. Wird PtL als
Lösungsstrategie in allen Sektoren eingesetzt, werden bis zu 2000
Petajoule gebraucht. Weitere rund 500 Petajoule könnten Rohstoff für
die Chemie sein. Zusammen entspricht das rund 60 Millionen Tonnen
klassischer Raffinerieprodukte", erläutert Hobohm.
Aus heutiger Sicht kann PtL im Jahr 2050 zu Kosten zwischen 70
Cent je Liter bei optimalen Standortbedingungen und rund 1,30 Euro je
Liter erzeugt werden. Damit wäre PtL für Verbraucher je nach
Anwendung gegenüber rein strombasierten Lösungen auch preislich
wettbewerbsfähig. "Voraussetzung hierfür ist ein groß-industrieller
Einstieg in die PtL-Technologie, damit die in der Studie angenommenen
Lerneffekte erzielt und Kosten gesenkt werden können. Natürlich
sollte PtL zudem so effizient wie möglich eingesetzt werden."
Die Vorteile von E-Fuels liegen auf der Hand: Sie sind technisch
in allen Verbrauchssektoren einsetzbar. Pipelines, Tanklager,
Heizöltanks, Tankstellen sowie die bestehende Fahrzeugflotte können
weiter genutzt werden. Denn E-Fuels können genauso verarbeitet,
gespeichert, transportiert und verwendet werden wie heutige flüssige
Energieträger. Das wäre insbesondere für Verbraucher vorteilhaft.
Darüber hinaus ist eine sehr weitgehende Treibhausgasreduktion (95
Prozent) nur mit E-Fuels möglich. Auch im internationalen Rahmen
ergeben sich laut Studie günstige Effekte für Klimaschutz und Handel.
"Die Produktion von PtL würde vor allem in besonders sonnen- und
windreichen Ländern erfolgen und dort positive volkswirtschaftliche
Perspektiven eröffnen", so Hobohm. Die Importe wirken zudem
ausgleichend auf die deutsche Handelsbilanz.
Roadmap für die Markteinführung
Damit Verbraucher ihre Autos oder Heizöltanks mit E-Fuels befüllen
können, empfehlen die Studienautoren unter anderem eine Roadmap zu
entwickeln, Forschungs- und Entwicklungskapazitäten auszubauen und
einen allmählichen, aber stetigen Markthochlauf anzustreben. Hierfür
seien - je nach Phase - verschiedene regulatorische und ökonomische
Maßnahmen und Instrumente geeignet und notwendig. "Der Einstieg in
die Entwicklung weitgehend treibhausgasneutraler flüssiger
Energieträger ist unverzichtbar und somit eine No-regret-Maßnahme",
erklärt Hobohm.
Die Auftraggeber der Studie "Status und Perspektiven flüssiger
Energieträger in der Energiewende" sind: Institut für Wärme und
Oeltechnik (IWO), MEW Mittelständische Energiewirtschaft Deutschland,
Mineralölwirtschaftsverband (MWV) sowie UNITI Bundesverband
mittelständischer Mineralölunternehmen.
Pressekontakt:
Institut für Wärme und Oeltechnik e. V. (IWO)
Rainer Diederichs (Presse- und Öffentlichkeitsarbeit)
Süderstraße 73 a, 20097 Hamburg
Tel +49 40 235113-42; Fax +49 40 235113-29
presse@iwo.de; www.zukunftsheizen.de/presse
Original-Content von: IWO Institut für Wärme und Oeltechnik, übermittelt durch news aktuell
Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 07.06.2018 - 11:10 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1618382
Anzahl Zeichen: 5417
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Berlin
Kategorie:
Industrie
Diese Pressemitteilung wurde bisher 286 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"E-Fuels sichern das Erreichen der Klimaziele / Prognos-Studie zu neuen flüssigen Energieträgern (FOTO)"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
IWO Institut für Wärme und Oeltechnik pressegrafik-e-fuels.jpg (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Weitere Mitteilungen von IWO Institut für Wärme und Oeltechnik pressegrafik-e-fuels.jpg
Marler PVC-Hersteller VESTOLIT senkt Ressourcen- und Energieverbrauch durch innovative Sprühtrocknung ...
Der Hersteller von PVC-Spezialitäten VESTOLIT im Chemiepark Marl senkt mit einem neuen Herstellungsverfahren seinen Einsatz von Energie und Material. Der positive Effekt auf die Umwelt ist dabei erheblich. Die Effizienz-Agentur NRW unterstützte die Umsetzung mit ihrer Finanzierungsberatung. Bei de
Hennecke erhält den Zuschlag für eine kombinierte Produktionsanlage für Nasspressund HP-RTM-Anwendungen vom chinesischen Kunden PGTEX ...
Die diesjährige JEC-Messe in Paris, welche als wichtigste Fachmesse für Faserverbundwerkstoffe gilt, verlief für die Hennecke GmbH mehr als zufriedenstellend. Im Fokus der Messepräsenz standen Produktinnovationen rund um das Thema Nasspressen. Unter anderem konnten die Composite-Spezialisten ein
Sauberes Drucken und vernetzter Service für Kunden sind unsere Marschroute ...
Am 23. Und 24. Mai 2018 fand die Epson Business Partner Conference 2018 mit rund 500 Epson Handelspartnern aus der Region Europa, Mittlerer Osten, Afrika und Russland (EMEAR) statt. Bevor es richtig losging, wurde zunächst der Fachhandelsbeirat für den deutschen Markt gewählt. Wir von der BVC Com
Verschleissfest und vielseitig - die neuen Fräser VPX 200&300 mit tangentialen Wendeschneidplatten ...
Die umfangreiche Palette an leistungsstarken Fräsern mit Wendeschneidplatten von Mitsubishi Materials wurde erweitert und um ein brandneues Modell ergänzt: den VPX. Verschleißfest Die moderne Zerspanungsindustrie erfordert Vielseitigkeit und überragende Verschleißfestigkeit bei neuen Fräsern m




