NOZ: NOZ: "Polizeiruf 110"-Schauspielerin Sarnau: Zur gleichen Gage war es ein langer Weg
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langer Weg
Hauptdarstellerin im "Polizeiruf 110" aus Rostock wurde jahrelang
schlechter bezahlt als Kollege Charly Hübner - Erst Drohung mit
Ausstieg wirkte
Osnabrück. Schauspielerin Anneke Kim Sarnau (43), seit 2010
zusammen mit Charly Hübner Hauptdarstellerin im NDR-"Polizeiruf 110"
aus Rostock, ist nach eigenen Worten jahrelang schlechter bezahlt
worden als ihr Kollege. "Das war ein langer und auch kein einfacher
Weg", sagte Sarnau der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Samstag). "Ich
wäre ausgestiegen, wenn man mir nicht die gleiche Gage gezahlt hätte,
und das habe ich auch ganz klar gesagt", berichtete die
Schauspielerin von ihrem Kampf um gerechte Bezahlung. "Unser
Unterhaltungschef und unsere Produzentin haben sich dann für mich
eingesetzt, und am Ende hat es auch geklappt. Dennoch: Dieses Denken,
dieses Verhalten, das es für Frauen so kompliziert und ungerecht
macht, ist auch heute noch weit verbreitet." In diesem Zusammenhang
formulierte die 43-Jährige einen Wunsch: "Ich fände es super, wenn
frau das alles einmal umdrehen würde: Die Männer bekämen alle erst
einmal weniger Gage, Lohn oder Gehalt als die Frauen; sie müssten den
vorgesetzten Frauen gegenüber dann begründen, warum sie meinen, dass
sie gleich viel für die gleiche Arbeit erhalten sollten. Dies lässt
sich auf allen Ebenen unseres Zusammenlebens anwenden: einfach einmal
die Rollen tauschen, um die Absurdität in allem zu erkennen, um zu
merken: Time's up on many, many levels!" Gemeinsam mit ihrem Kollegen
Charly Hübner setzt sich Sarnau dafür ein, in den Krimis aus Rostock
noch mehr von der Stadt zu zeigen: "Eigentlich kommt Rostock in
unseren Fällen meistens viel zu kurz. Charly und ich fordern deshalb
immer wieder, dass die Drehbuchautoren und Regisseure die Stadt mehr
einbeziehen. Die hat ja einen ganz eigenen Charakter und völlig
unterschiedliche Ecken." Der Stadt, der sie im Film seit acht Jahren
eines ihrer bekanntesten Gesichter gibt, machte die Schauspielerin
eine Liebeserklärung: "Ich liebe Rostock. In Rostock zu leben wäre
für mich auch eine Option. Da arbeite ich nicht nur, sondern habe im
Laufe der Jahre nette Leute kennengelernt." Sie habe die Stadt und
ihre linke Szene schon kurz nach der Wende gemocht, sagte Sarnau.
"Aber ich mag auch, wie Rostock sich seit der Wende aufpäppelt, ohne
sich zu verdrehen oder zu verkitschen. Die Rostocker sind wie die
Hamburger - die lassen sich nicht so leicht verbiegen und sind im
Charakter wettergegerbt. Bei solchen Menschen fühle ich mich wohl,
vor allem, wenn sie dann auch noch am Meer leben."
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Datum: 09.06.2018 - 07:00 Uhr
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