NABU und REWE gründen Insektenschutzfonds
ID: 1622303
Die Zahlen sind alarmierend: In den vergangenen Jahrzehnten ist
die Masse der Fluginsekten in Schutzgebieten um bis zu 75 Prozent
zurückgegangen. Jede dritte Insektenart ist nach der bundesweiten
Roten Liste gefährdet bis ausgestorben. Aus diesem Grund haben sich
der NABU und sein langjähriger strategischer Partner REWE zur
Gründung eines Insektenschutzfonds entschlossen. Mit einer Startsumme
von 300.000 Euro legt REWE das Fundament, um bundesweit umfassende
Maßnahmen zum Schutz von Insekten umzusetzen. Durch den Fonds soll
ein Beitrag gegen den dramatischen Insektenrückgang geleistet werden.
Der Mangel an vielfältigen Strukturen und der massive Einsatz von
Pestiziden in unseren Agrarlandschaften sind die Hauptursachen für
den Insektenrückgang. Intensiv bewirtschaftete Monokulturen bieten
widrige Lebensbedingungen, in denen notwendige Nahrungs- und
Nistmöglichkeiten großflächig fehlen. Deshalb werden mit Hilfe des
Insektenschutzfonds noch in diesem Jahr rund 6,5 Hektar Ackerflächen
und Wiesen durch die NABU-Stiftung Nationales Naturerbe angekauft und
somit gesichert. Zusätzlich sollen auf insgesamt 16 Hektar
artenreiche Blühflächen auf Ackerrandstreifen, bunt blühende Wiesen
und Weiden angelegt sowie Hecken gepflanzt werden. Zeitgleich wird
ein Insektenmonitoring gestartet, um herauszufinden, wie sich die
Insektenbestände auf den neuen Flächen entwickeln. Ein weiteres Ziel
des Insektenschutzfonds ist es, die breite Öffentlichkeit über die
wichtige Funktion von Insekten zu informieren.
NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller: "Insekten sind
unersetzbar. Sie bestäuben Wild- und Kulturpflanzen und sind so für
eine intakte Natur und die Erzeugung vieler Lebensmittel
unerlässlich. Sie sind Nahrungsgrundlage unzähliger Tierarten und
dienen dem biologischen Pflanzenschutz in der Landwirtschaft. Diese
faszinierenden Tiere zu schützen, sollte uns allen ein großes
Anliegen sein - sowohl politischen Entscheidungsträgern und
Landwirten wie auch Unternehmen und Zivilgesellschaft. Mit REWE haben
wir einen wichtigen Partner an unserer Seite, um dem Ziel zur
Schaffung flächendeckender insektenfreundlicher Lebensräume ein Stück
näher zu kommen."
"Leider ist in der Öffentlichkeit zu wenig bekannt, welche große
Bedeutung die biologische Vielfalt für die Menschen hat und wie stark
wir in der Landwirtschaft sowie der Produktion von Nahrungsmitteln
von den Insekten abhängig sind. Seit Jahren setzen wir uns deshalb
vorrangig in der Landwirtschaft für einen besseren Schutz der
biologischen Vielfalt ein. Der Insektenschutzfonds bietet die
Gelegenheit, uns noch stärker für den Erhalt der Insekten zu
engagieren und unserer Verantwortung weiter gerecht zu werden. Dabei
stellt die langjährige Partnerschaft mit dem NABU sicher, dass die
Aktivitäten auf einem hohen naturschutzfachlichen Niveau umgesetzt
werden", sagt Dr. Daniela Büchel, die als Bereichsvorstand bei REWE
für Nachhaltigkeit und Personal zuständig ist.
REWE hilft als Teil der REWE Group und in Kooperation mit der
Naturschutzorganisation seit langem, die biologische Vielfalt zu
sichern und so Lebensraum für Wildbienen zu schaffen. Zusammen mit
der Bodensee-Stiftung und BirdLife Österreich haben die REWE Group
und der NABU bereits 2010 ein Gemeinschaftsprojekt initiiert, an dem
mittlerweile mehr als 300 Betriebe in ganz Deutschland teilnehmen. Im
Rahmen des PRO PLANET-Apfelprojekts wurden bis dato 5.500 Hecken,
Bäume und Sträucher gepflanzt und über 300 Hektar Blühflächen
angelegt. Mehr als 2.000 Nisthilfen bieten Insekten einen Lebensraum,
darüber hinaus wurden 6.000 Vogelhäuser und Fledermausquartiere
aufgehängt, 400 Totholzhaufen angelegt und über 1.000 Sitzstangen für
Greifvögel aufgestellt.
Zusätzlich hat REWE in den vergangenen Jahren bundesweit
NABU-Gruppen mit 400.000 Euro dabei unterstützt, Streuobstwiesen zu
sichern und so wichtigen Lebensraum für die Insekten zu schaffen. Zu
den Maßnahmen gehörten beispielsweise die Pflanzung alter Obstsorten,
fachgerechte Pflegemaßnahmen an Bäumen, die Anschaffung von Geräten
für eine naturschutzgerechte Mahd, der Kauf heimischer und blühender
Wildgehölze zur Erhöhung des Trachtangebotes sowie der Bau von
Insektenhotels.
Der Insektenschutzfonds soll neben REWE auch weiteren Unternehmen
und Privatpersonen die Möglichkeit bieten, sich bei der Planung und
Durchführung praktischer Maßnahmen und Projekte zum Schutz von
Insekten finanziell zu beteiligen. Grundsatz für alle Maßnahmen und
Projekte des Insektenschutzfonds ist ihre nachhaltige, also
dauerhafte und erfolgreiche Wirkung.
Über NABU:
Der NABU engagiert sich seit 1899 für Mensch und Natur. Mit
660.000 Mitgliedern und Förderern ist er der mitgliederstärkste
Umweltverband in Deutschland. Neben dem Vogel- und Artenschutz
engagiert sich der NABU für den globalen Klimaschutz, setzt sich für
eine nachhaltige europäische Agrarpolitik ein, kümmert sich um
saubere Meere und vieles mehr. Die besondere Stärke des NABU liegt in
der fachlichen Kompetenz und der praktischen Naturschutzarbeit seiner
aktiven Mitglieder, die in über 2.000 Ortsgruppen organisiert sind.
Zum Schutz unserer natürlichen Ressourcen tritt der NABU für die
praktische Umsetzung einer Kreislaufwirtschaft ein, die sich durch
die Vermeidung und Wiederverwertung von Abfällen auszeichnet.
Über REWE:
Mit einem Umsatz von 21,2 Mrd. Euro (2017), mehr als 120.000
Mitarbeitern und über 3.300 REWE-Märkten gehört die REWE Markt GmbH
zu den führenden Unternehmen im deutschen Lebensmitteleinzelhandel.
Die REWE-Märkte werden als Filialen oder durch selbstständige
REWE-Kaufleute betrieben. Die genossenschaftliche REWE Group ist
einer der führenden Handels- und Touristikkonzerne in Deutschland und
Europa. Im Jahr 2017 erzielte das Unternehmen einen Gesamtaußenumsatz
von rund 58 Milliarden Euro. Die 1927gegründete REWE Group ist mit
ihren 345.000 Beschäftigten und 15.300 Märkten in 21 europäischen
Ländern präsent. In Deutschland erwirtschafteten im Jahr 2017 rund
255.000 Mitarbeiter in rund 11.000 Märkten einen Umsatz von 42
Milliarden Euro.
Für Rückfragen:
NABU-Pressestelle, Kathrin Klinkusch, Kathrin.Klinkusch@NABU.de
REWE-Pressestelle, Thomas Bonrath, Thomas.Bonrath@rewe-group.de
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Datum: 19.06.2018 - 10:30 Uhr
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