Börsen-Zeitung: Risiko Handelskrieg,
Kommentar zu Volkswagen von Carsten Steevens
ID: 1624483
Handelskonflikt der USA mit China und der EU zu einem globalen
Handelskrieg hochschaukeln könnte - mit fatalen Folgen für die
Weltwirtschaft. Die jüngste Drohung von US-Präsident Donald Trump,
20-prozentige Strafzölle auf Einfuhren europäischer Autos zu
erheben, hat die Aktien der Autohersteller diesseits des Atlantiks
zum Wochenanfang belastet. BMW, Daimler und Volkswagen gaben in der
Spitze um 2 bis 3 Prozent nach.
VW markierte gestern ein Jahrestief. Dabei haben die Wolfsburger
anders als der Rivale aus Stuttgart ihre Jahresziele bislang nicht
korrigieren müssen - sei es wegen chinesischer Zölle auf Pkw-Importe
aus den USA, sei es wegen der Umstellung auf das neue Testverfahren
zur Bestimmung von Emissionen und Kraftstoffverbrauch, WLTP. Diese
Umstellung wird im dritten Quartal zu Produktionslücken und zu
weniger Beschäftigung führen. Volkswagen kommt zugute, dass keine
Fahrzeuge aus den USA nach China ausgeführt werden - allein die
Kernmarke VW produziert im Reich der Mitte an 19 Standorten. Zudem
wurden Kosten im Kontext mit der WLTP-Norm offenbar konservativer
kalkuliert.
Die Statistiken über die Fahrzeugauslieferungen im bisherigen
Jahresverlauf haben darüber hinaus auch noch keinen Anlass zu
größerer Sorge geliefert. Von Januar bis Mai übergab der Konzern
weltweit fast 8 Prozent mehr Neuwagen an seine Kunden als in der
vergleichbaren Vorjahreszeit. Das Geschäft mit den margenträchtigen
Geländelimousinen brummt, gerade auch im weltgrößten Automarkt China,
wo Volkswagen mehr Fahrzeuge verkauft als in ganz Westeuropa
einschließlich Deutschland.
Doch die Gefahr einer konjunkturellen Talfahrt als Folge
eskalierender Handelsstreitigkeiten nimmt zu. Gravierende Folgen für
die Weltwirtschaft könnten nicht nur auf Absatz, Erlös und Gewinn
durchschlagen, sondern auch auf die Fähigkeiten von Volkswagen (und
anderer Autohersteller), in die Umstellung auf Elektromobilität,
autonomes Fahren, Digitalisierung und neue Mobilitätsdienstleistungen
zu investieren.
Die von der Braunschweiger Staatsanwaltschaft verhängte
Milliarden-Geldbuße sowie die Verhaftung von Audi-Chef Rupert Stadler
wegen Verdunkelungsgefahr erinnern daran, dass der vor fast drei
Jahren aufgeflogene Diesel-Abgasskandal für den VW-Konzern
keinesfalls ausgestanden ist. Weitere Milliardenlasten sind nicht
auszuschließen. Doch hat es den Anschein, als könnte auch ein
Handelskrieg zum großen Problem werden.
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Datum: 25.06.2018 - 20:35 Uhr
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