So konzentrieren sich Bildungseinrichtungen auf ihre Stärken Teil II
Bildung für die digitale Welt? Was kommt auf Lehrende, Lernende und Bildungseinrichtungen zu? Im zweiten Blogpost zeigen wir: Bildungseinrichtungen gewinnen, wenn sie sich auf ihre Stärke fokussieren:
Im letzten Blogpost habe ich über Demokratisierung und Flexibilisierung von Wissen als Herausforderungen infolge der digitalen Transformation geschrieben. Ausbildungswege sind nicht mehr klar vorgezeichnet, es gibt viele unterschiedliche Wege. Dazu gehören Auslandsaufenthalte ebenso wie die Ausbildung und Weiterbildung neben dem Beruf. Aber auch die Bildungseinrichtungen selber unterliegen der digitalen Transformation - MOOCs und Online-Learning machen es möglich, aus der Ferne im Silicon Valley, an der Universität von Tasmanien oder in der Schweiz zu studieren. Technologie erhöht die Reichweite und senkt meist die Kosten. Der zunehmende Wettbewerb ist gut für Lernende, für Bildungseinrichtungen bedeutete er eine Herausforderung.
Auf die eigenen Stärken konzentrieren!
Dabei liegen die größten Herausforderungen für Bildungseinrichtungen - insbesondere Hochschulen - im technologischen und gesellschaftlichen Wandel. Es gilt, den Lernenden und seine Lern-Erfahrung in den Mittelpunkt zu rücken. Denn wenn Faktenwissen und Ressourcen einfach und weitgehend frei zugänglich sind, dann liegt der Mehrwert der Bildungseinrichtungen in der Erfahrung und den Kenntnissen, die nur sie vermitteln können. Technologie hilft dabei, sich auf diese Stärken zu fokussieren, die Pädagogik zu erweitern und Bildung zu erneuern.
Welche Lehre schafft maximalen Nutzen für Lernende?
Den Satz des Pythagoras - um beim letzten Blogpost anzuknüpfen - kann man nachschlagen, sich in einem Lernvideo anschauen oder anderweitig im Selbststudium aneignen. Die Anwendung des Satzes aber bei komplexen Berechnungen - etwa im Architektur-Studium - ist etwas anderes. Und genauso werden wenige BWL-Studierende mit Schwerpunkt in Logistik auf Anhieb wissen, wann die klassische Euklidische Geometrie zur Berechnung des kürzesten Transportwegs an ihre Grenzen stößt. Kurzum: Um Lernenden den maximalen Nutzen zu liefern, kommen Anleitung, Feedback, kreatives Arbeiten in der Gruppe und vieles mehr zusammen. Die Kombination dieser Aspekte ist unersetzlich. Und Technologie unterstützt Lehrende essentiell dabei, sich auf das Lehren und damit den höchsten Nutzen für die Lernenden zu fokussieren.
Der Einsatz einer digitalen Lernplattform (LMS) sorgt dann für Effizienz und schafft pädagogischen Freiraum, beispielweise beim Lehrmittel-Einsatz: Ob als Buch, Video oder Quellentext, Lehrmaterial lässt sich sicher und unabhängig von Ort und Zeit an die Lernenden verteilen und bearbeiten. Werkzeuge erlauben die Interaktion zwischen Lehrenden und Lernenden - individuell oder in der Gruppe - sowie den Austausch der Lernenden untereinander.
Fazit: Technologie sorgt für optimale Lern-Erfahrung und differenziert die Bildungseinrichtung
Damit wird die omnipräsente Technik gewinnbringend in die Pädagogik integriert, die Lernenden bei ihren Erwartungen abgeholt. Zugleich entwickelt das kollaborative Lernen Fertigkeiten, die auch im späteren Berufsleben gefragt sind. Warum nicht Wissen per Lernvideo vermitteln, in der Gruppen-Aufgabe gemeinsam bearbeiten, als Präsentation anderen Studierenden vermitteln und dann im Präsenzunterricht auf mehrere realistische Fallbeispiele anwenden? Fakten lassen sich zeitsparend und dezentral vermitteln, während der Lehrende sich auf das Lehren und Vermitteln von Fertigkeiten konzentriert. Damit werden die Lern-Erfahrungen eindrücklicher.
Betrachtet man den Technologie-Einsatz auf Ebene der Bildungseinrichtung insgesamt, so schafft dieser die Voraussetzung zur Differenzierung im Vergleich mit anderen Einrichtungen: Je besser und nachhaltiger Lern-Erfahrung und Lern-Erfolg, desto gefragter die Einrichtung und desto besser ihr Ruf. Eigentlich ganz einfach, oder? - Fast, aber Spaß beiseite, natürlich garantiert der Einsatz von Technologie nicht automatisch eine neue Qualität von Bildung. Aber digitale Technologien konsequent genutzt erweitern die Pädagogik, verbessern die Lern-Erfahrung und schaffen Bildungseinrichtungen ein Alleinstellungsmerkmal. Es lebe das Lernen!
Es lebe das Lernen - Was ist Ihre Meinung?
Stimmen Sie mir zu oder sind Sie anderer Meinung? Wir von Canvas suchen den Dialog. Gerne würde ich Sie daher einladen, in einer unserer Veranstaltungen mehr über Canvas zu erfahren. Sie können mich gerne auch direkt kontaktieren, meine Kontakdaten finden Sie auf LinkedIn. Wir freuen uns auf Sie.
Manuel Nitzsche
Regional Director, DACH
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Auf dem Rothenberg 8, 50678 Köln
Datum: 28.06.2018 - 16:40 Uhr
Sprache: Deutsch
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