Neues Aleppo verhindern!
ID: 1626022
Russland verfolgt, eskaliert die Gewalt im Süden Syriens immer
weiter. Der UN-Sondergesandte Staffan de Mistura warnte vor den
potenziell tödlichsten Kämpfen seit Beginn des Krieges.
Auch Ärzte der Welt ist von den massiven Bombardierungen des
Assad-Regimes und seinen russischen Verbündeten im Gouvernement Daraa
betroffen. Anfang der Woche wurde das von uns unterstütze Al
Hrak-Krankenhaus fast völlig zerstört. Zwei Ärzte der
Welt-Mitarbeiter und ihre Familien mussten aus Sicherheitsgründen den
Nordosten Daraas verlassen. Unsere Partnerorganisation UOSSM
berichtete, dass zwei ihrer medizinischen Helfer und eine Hebamme bei
den Luftangriffen getötet wurden.
Ärzte der Welt fordert alle Entscheidungsträger dazu auf, eine
neue humanitäre Katastrophe um jeden Preis zu verhindern. "Es darf
kein neues Aleppo, kein neues Ost-Ghouta geben! Dem Schutz der
Bevölkerung und ziviler Einrichtungen muss absolute Priorität
eingeräumt werden. Die Menschen in Syrien haben unvorstellbares
durchgemacht. Ihr Leid muss endliche ein Ende haben!" sagt François
De Keersmaeker, Direktor von Ärzte der Welt Deutschland.
Dutzende weitere Menschen sind Berichten zufolge bei den Angriffen
ums Leben gekommen, knapp 50.000 sind nach UN-Angaben bereits aus
ihren Heimatorten geflohen. Die Bewohner Daraas sind in der früheren
Deeskalationszone jedoch buchstäblich gefangen, da die Angriffe aus
der Richtung der möglichen Fluchtwege kommen und die Grenze zu
Jordanien im Süden geschlossen ist.
Offenbar macht das Militär sogar vor dem Einsatz von
Phosphorbomben nicht halt, die besonders verheerende Verletzungen
verursachen. Ärzte der Welt-Teams vor Ort arbeiten unermüdlich daran,
Kranke und Verletzte zu behandeln und suchen zum Beispiel Schulen
auf, in denen Vertriebene untergekommen sind.
Pressekontakt:
Stephanie KIRCHNER
Referentin Öffentlichkeitsarbeit
Ärzte der Welt e.V.
t. +49 (0) 89 45 23 081-294
m. +49 (0)170 3187 250
@ stephanie.kirchner@aerztederwelt.org
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Datum: 29.06.2018 - 05:55 Uhr
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