Klare Regeln für die HIV-Prophylaxe
ID: 1627022
Sicherheit für Ärzt_innen und Anwender_innen / Jetzt Finanzierung
über Krankenkassen sichern
Für die HIV-Prophylaxe PrEP liegen erstmals medizinische
Leitlinien vor. Sie regeln detailliert, wie die PrEP in Deutschland
und Österreich verordnet, eingenommen und ärztlich begleitet werden
soll. Die zuständigen Fachgesellschaften verabschiedeten die
Leitlinien unter Federführung der Deutschen AIDS-Gesellschaft (DAIG)
in Köln.
Dazu sagt Sven Warminsky vom Vorstand der Deutschen AIDS-Hilfe:
"Die PrEP wird mit den Leitlinien von einer Innovation zum Teil
der regulären Versorgung. Die versammelte Fachwelt unterstreicht
damit: Die medikamentöse Prophylaxe ist ein anerkannter Schutz vor
einer HIV-Infektion. Die Regeln und Informationen geben Sicherheit -
denen, die PrEP verschreiben, wie denen, die sie nutzen."
PrEP bei "substanziellem Risiko"
Die Leitlinien schreiben fest, dass Menschen mit "substanziellem
Risiko" einer HIV-Infektion die PrEP angeboten werden soll.
Entsprechend der Zulassung des Medikaments ist eine dauerhafte
Einnahme vorgesehen. Eine phasenweise Einnahme zu bestimmten Anlässen
ist möglich ("Off-Label-Gebrauch") und bedarf besonders eingehender
Beratung.
Bedingungen für die PrEP sind ein negativer HIV-Test zu Beginn der
Einnahme und ein weiterer vier Wochen danach, außerdem eingehende
Aufklärung und Beratung.
Während der Einnahme der Prophylaxe sollen alle drei Monate ein
HIV-Test sowie Tests auf weitere sexuell übertragbare Infektionen in
verschiedenen Abständen erfolgen, damit diese gegebenenfalls schnell
behandelt werden können.
Finanzierung sicherstellen
"Mit den Leitlinien wird es leichter, PrEP allen anzubieten, die
die Prophylaxe brauchen", betont DAH-Vorstand Sven Warminsky. "Ein
Hemmnis bleibt aber, dass die Krankenkassen nicht dafür zahlen. Neben
klaren Regeln brauchen wir eine Finanzierung, die niemanden
ausschließt."
PrEP ist in Deutschland seit 2016 zugelassen, seit Oktober 2017
sind Generika für 50-70 Euro pro Monat erhältlich, hinzu kommen oft
noch Kosten für begleitende Untersuchungen.
Dritte Safer-Sex-Methode
Die PrEP ist neben Kondomen und der Schutzwirkung durch die
HIV-Therapie die dritte Möglichkeit, sich vor einer HIV-Infektion zu
schützen. Für manche Menschen ist sie die beste, für einige die
einzig praktikable Methode.
Um die HIV-Infektion zu verhindern, nimmt man ein HIV-Medikament
mit zwei Wirkstoffen ein, das die Vermehrung von HIV verhindert. HIV
kann sich dann nicht im Körper festsetzen.
Die neuen Leitlinien ersetzen die "Vorläufigen Empfehlungen" der
Deutsch-Österreichischen AIDS-Gesellschaft zur Durchführung der PrEP.
Die Deutsche AIDS-Hilfe hat die Leitlinien mit erarbeitet.
Deutsch-Österreichische Leitlinien zur HIV-Prophylaxe PrEP als
PDF: http://ots.de/TDkwFr
"HIV-Studie: Jetzt Zugang zur HIV-Prophylaxe für alle schaffen":
http://ots.de/Wahwgr
Pressekontakt:
Deutsche AIDS-Hilfe
Tel. (030) 69 00 87 - 65
presse@dah.aidshilfe.de
www.aidshilfe.de
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Datum: 03.07.2018 - 08:00 Uhr
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