NOZ: NOZ: Patientenschützer Brysch appelliert an Hausärzte: Gefährliche Medikamenten-Cocktails vermeiden
ID: 1627878
Hausärzte: Gefährliche Medikamenten-Cocktails vermeiden
250 000 Klinikeinweisungen und 50 000 Todesfälle jedes Jahr wegen
Medikationsfehlern
Osnabrück. Zur Vorlage des Barmer-Arzneimittelreports 2018 haben
Patientenschützer an die Hausärzte appelliert, beim Verschreiben
mehrerer Medikamente besonders vorsichtig zu sein und riskante
Medikamentenkombinationen zu vermeiden. Der Vorstand der Deutschen
Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, sagte der "Neuen Osnabrücker
Zeitung" (Donnerstag): "Die Hausärzte sind gefordert, damit
Medikamente für Patienten nicht zu gefährlichen Cocktails werden." Er
fügte hinzu: "Auch Apotheker und Pflegekräfte sollten den Umgang mit
Medikamentenkombinationen kritisch hinterfragen." In Pflegeheimen und
Krankenhäusern, wo der Medikationsplan vorliege, sei es an der
Tagesordnung, dass Patienten eine Vielzahl an Medikamenten erhielten.
Nach Angaben des Patientenschützers sind rund 250 000
Klinikeinweisungen jährlich auf Medikationsfehler zurückzuführen, 50
000 Menschen würden daran sterben. Besonders chronisch kranke und
ältere Menschen nähmen häufig viele Medikamente ein, deren
Kombination sie nicht vertragen würden. Fast zwei Drittel der
Pflegebedürftigen erhalten dauerhaft fünf oder mehr Medikamente. "Das
sind über 1,72 Millionen Betroffene, für die ihre Medikamente zu
einem gefährlichen Cocktail werden", sagte Brysch. "Falsch
kombinierte und zu viele Medikamente haben schlimme Folgen für
Patienten und Pflegebedürftige." Die schädlichen Folgen seien
Blutdruckschwankungen, Erbrechen, Verwirrtheit, Schwindel oder sogar
schwere Stürze. Brysch sagte: "Dabei wären diese zehntausende
Behandlungsfehler leicht abzustellen."
Am Donnerstag stellt die Barmer Ersatzkasse in Berlin den
Barmer-Arzneimittelreport 2018 vor. Darin geht es um die Frage, wie
sicher die Arzneimitteltherapie in Deutschland ist. Die Kasse beklagt
Sicherheitslücken, weil der Medikamentenmarkt sehr groß und
unübersichtlich sei und den Patienten häufig wichtige Informationen
fehlten, um riskante Wechselwirkungen abschätzen zu können.
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Datum: 05.07.2018 - 05:00 Uhr
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