Repräsentative GfK-Umfrage: starker Rückgang der Apothekenzahl weitgehend unbekannt
ID: 1631622
Vor-Ort-Apotheken als im Durchschnitt der Europäischen Union. Die
Zahl der Vor-Ort-Apotheken ist mit 19.748 auf dem tiefsten Stand seit
fast 30 Jahren - Tendenz weiter fallend. Eine bundesweite,
repräsentative Umfrage mit 1.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern
weist darauf hin, dass vielen Bundesbürgern der starke Rückgang der
Apothekenzahl in Deutschland nicht bekannt ist. Die Umfrage wurde von
der NOWEDA Apothekergenossenschaft mit Sitz in Essen bei der GfK,
Gesellschaft für Konsumforschung, Nürnberg, in Auftrag gegeben.
Die Umfrageergebnisse zeigen ein deutliches Informationsdefizit
der Bevölkerung gegenüber dem Rückgang der Vor-Ort-Apotheken. Darüber
hinaus verdeutlichen sie das Bedürfnis nach einer weiterhin schnellen
und wohnortnahen Versorgung mit Arzneimitteln. 90,4 Prozent der
Befragten war nicht bekannt, dass es in Deutschland weniger Apotheken
gibt, als im Durchschnitt der EU. Dass durchschnittlich in den
vergangenen drei Jahren alle 38 Stunden eine Apotheke geschlossen
hat, war sogar 90,7 Prozent nicht bewusst. 91,8 Prozent der
repräsentativen Befragungsgruppe wusste nicht, dass sich die Anzahl
der Apotheken in Deutschland auf dem tiefsten Stand der letzten drei
Jahrzehnte befindet.
Auch die apothekerlichen Leistungen waren Teil der Befragung: Rund
zwei Drittel (67,5 Prozent) der Befragten haben Nacht- oder
Notdienste an Sonn- und Feiertagen bereits in Anspruch genommen. Noch
deutlicher fällt das Ergebnis bei der Akutversorgung aus: 93,5
Prozent der Befragten nutzen diesen Service und haben schon direkt
nach dem Arztbesuch Medikamente in der Apotheke bezogen. Mehr als
vier von fünf Teilnehmern (81,9 Prozent) haben bereits die
persönliche Beratung von Mensch zu Mensch in Anspruch genommen.
Im Notfall oder Krankheitsfall eine Apotheke in erreichbarer Nähe
zum Wohnort zu haben, wurde innerhalb der GfK-Umfrage von 97,9
Prozent der Befragten als sehr wichtig bzw. wichtig erachtet. 68,5
Prozent der Befragten wussten nicht, dass Versandapotheken starke
Schmerzmittel (sog. Betäubungsmittel), z. B. für Krebspatienten,
nicht versenden dürfen und diese nur in Vor-Ort-Apotheken erhältlich
sind.
Auf die Frage: "Hätten Sie Verständnis dafür, wenn Menschen ihre
Medikamente im Internet beziehen, auch wenn dadurch die Existenz der
wohnortnahen Vor-Ort-Apotheken gefährdet würde?", antworteten bei der
GfK-Umfrage 63,7 Prozent mit "nein".
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Datum: 17.07.2018 - 12:26 Uhr
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