NOZ: Deutsche Amtstierärzte fordern Tierschutzdatenbank für bessere Kontrollen
ID: 1633116
Tierschutzdatenbank für bessere Kontrollen
Verbands-Vizepräsidentin: Müssen Daten besser abgleichen -
"Menschliche Probleme oft Ursache für Tierqual"
Osnabrück. Die Amtstierärzte in Deutschland fordern die
Einrichtung einer Tierschutzdatenbank, um Ställe künftig effektiver
kontrollieren zu können. Christine Bothmann, Vizepräsidentin des
Bundesverbandes der beamteten Tierärzte (BbT), sagte der "Neuen
Osnabrücker Zeitung" (Montag): "Es werden an vielen Stellen
Informationen gesammelt, die zusammengenommen Hinweise darauf liefern
könnten, wo es Tierschutz-Probleme gibt. Wir müssen diese Daten
bündeln und für Amtstierärzte abrufbar machen." Der Datenschutz
verhindere aber bislang ein solches risikoorientiertes Vorgehen, so
Bothmann. In die Datenbank könnten ihrer Aussage nach Informationen
aus Schlachthöfen, der Medikamenten-Überwachung oder aber von
Tierkörperbeseitigungsanstalten einfließen. "Eine risikoorientierte
Überwachung stellt in hohem Maße eine sinnvolle und im Sinne der
Tierschutzes wirksame Kontrolle sicher", sagte Bothmann.
Zuvor hatte eine Anfrage der FDP an die Bundesregierung offenbart,
dass Tierhalter in Deutschland im Schnitt fast nur alle 20 Jahre von
Amtstierärzten kontrolliert werden - in Bayern sogar nur alle 50
Jahre. Die "Süddeutsche Zeitung" hatte berichtet, dass es im
vergangenen Jahr bei bundesweit insgesamt 29.900 amtlichen
Tierschutzkontrollen mehr als 6100 Beanstandungen gegeben habe.
Bothmann sagte der "NOZ", der menschliche Faktor sei erheblich für
das Wohlergehen der Tiere. "Der Amtstierarzt trifft bei der
Feststellung von Tierschutzverstößen oft auf menschliches Leid und
psychosoziale Probleme bei Tierhaltern." Die Veterinäre versuchten,
nicht nur den Tieren, sondern auch den Landwirten zu helfen.
Bothmann: "Dies funktioniert nur mit hohem persönlichen Engagement
und ist für die Kollegen und Kolleginnen sehr belastend."
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Datum: 23.07.2018 - 05:00 Uhr
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